Unfallversicherung für Praktikanten, Ferienjobber & Co

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Ferienjobber und Praktikanten sind wie alle anderen Arbeitnehmer auch bei Arbeits- und Wegeunfällen gesetzlich unfallversichert. Diese Absicherung hat aber Lücken.

Auch Schüler oder Studenten, haben einen gesetzlichen Unfallschutz am Unterrichtsort und auf dem Weg von zu Hause dorthin oder zurück. Das gilt auch für Praktikanten. Aber Achtung: Die Maßstäbe der gesetzlichen Unfallversicherung sind sehr eng und Auslandspraktika sind nie inbegriffen! Eine private Unfallversicherung ist empfehlenswert.

Definition Praktikant und Student

Während eines Praktikums gilt der gesetzliche Unfallversicherungsschutz über die Berufsgenossenschaft für die tägliche Arbeitszeit, den Einsatzort und die mit dem Praktikum verbundene Arbeit, soweit diese den Vorgaben des Vorgesetzten entsprechen und der Praktikant in den gesamten Ablauf der Organisation des Unternehmens eingebunden ist.

Praktikanten sind gegen die Folgen von Arbeits- und Wegeunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Dies gilt schon dann, wenn kein Entgelt für das Praktikum bezahlt wird. Die Unfallversicherung zahlt im Falle eines Versicherungsfalls Reha-Maßnahmen, Geld- und Pflegeleistungen.

Bei einem Schulpraktikum als Schulveranstaltung wird der Unfallversicherungsschutz über die Schüler-Unfallversicherung abgedeckt. Dies gilt, wenn das Praktikum von der Schule organisiert wird.

Macht der Schüler im Betrieb ein Schnupperpraktikum, ohne dass dieses von der Schule organisiert wird, ist er über den Unfallversicherungsträger des Betriebes versichert. Eine Melde- und Beitragspflicht besteht in diesem Fall nur, wenn für das Praktikum auch ein Entgelt gezahlt wird.

Auch wenn Studenten ein Praktikum in dem Betrieb machen, sind diese über den Unfallversicherungsträger des Betriebes abgesichert. Auch hier gilt, dass eine Meldepflicht in dem Moment besteht, wenn ein Entgelt gezahlt wird.

Studenten hingegen, die in einem Unternehmen Ihre Diplom-, Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit schreiben, machen dies aus eigenem Interesse und sind daher nicht versichert.

Hat sich ein durch die gesetzliche Unfallversicherung gedeckter Unfall ereignet, übernimmt diese u.a. die Kosten für eine notwendige medizinische Versorgung und/oder Rehabilitation und zahlt ggf. auch eine Entschädigungsleistung. Sollte Erwerbsfähigkeit zurückbleiben, zahlt die gesetzliche Unfallversicherung z.B. eine Rente und auch Pflegeleistungen (im Pflegefall).

Die Folgen sind trotzdem teuer, auch bei Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Die Erwerbsminderungsrente der gesetzlichen Unfallversicherung ist in der Regel weit niedriger als ein normales Einkommen.

Geringer gesetzlicher Schutz

Wer unter diesen Umständen eine Leistung bezieht, erhält nämlich maximal 2/3 des sog. Jahresarbeits-Verdienstes (JAV). Bei Schülern oder Praktikanten, die.ja noch keinen oder nur einen sehr geringen Verdienst haben, wird ein Mindest-JAV zugrunde gelegt, orientiert am Alter der Person. Einem über 17-jähriger Praktikanten z.B. stünde bei voller Erwebsminderung eine monatliche Vollrente in Höhe von ca. 793 € in West- und ca. 709 € in Ostdeutschland zu. Diese Renten sind zu gering, um dauerhaft damit zu leben.

Viele Unfälle fallen nicht unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung

Bei der Erledigung privater Dinge auf dem Schul- oder Arbeitsweg durch Abweichen von der direkten oder verkehrstechnisch besten Strecke und einem dabei erlittenen Unfall besteht kein gesetzlicher Unfallschutz. Für Freizeit-Unfälle gilt das ebenso. Im Ausland sind Ferienjobber und Praktikanten grundsätzlich nicht gesetzlich unfallversichert, selbst dann, wenn es sich bei dem Arbeitgeber um ein deutsches Unternehmen handelt. Praktikanten im Ausland sollten auf alle Fälle eine private Unfallversicherung haben.