KFZ: Touristenfahrten auf Rennstecken

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Foto: Andreas Hermsdorf – pixelio.de

Thema KFZ-Versicherung

Oberlandesgericht (OLG) Hamm vom 8. März 2017 (20 U 213/16):  Eine Kfz-Versicherung kann den Versicherungsschutz für „Touristenfahrten auf offiziellen Rennstecken“ ausschließen. Wer mit seinem Fahrzeug beim sogenannten „freien Fahren“ auf einer Rennstrecke verunglückt, kann dann keine Leistungen von seinem Vollkaskoversicherer verlangen.

Ein Fahrzeughalter war mit seinem Pkw verunglückt. Außerhalb eines offiziellen Rennens, bei einem sogenannten „freien Fahren“ auf der Nordschleife des Nürburgrings. Den dabei entstandenen Schaden an seinem Fahrzeug wollte er von seiner Vollkaskoversicherer erstattet bekommen. Diese lehnte die Regulierung des Schadens ab. Grund: In den Versicherungsbedingungen besteht kein Versicherungsschutz „für Touristenfahrten auf offiziellen Rennstrecken“.

Keine Regulierung verpflichtend

Der Fahrer verklagte daraufhin seinen Versicherer. Der Unfall habe sich beim „freien Fahren“ ereignet und nicht bei einer „Touristenfahrt“ im Sinne der Versicherungsbedingungen. Diese Ausschlussklausel sei vorliegend nicht anwendbar, weil der Nürburgring vor Fahrtbeginn von einer öffentlichen Rennstrecke zu einer mautpflichtigen Einbahnstraße umgewidmet worden sei.

Nach richterlicher Auffassung hat der Kläger im Unfallzeitpunkt an einer Touristenfahrt im Sinne der Versicherungsbedingungen teilgenommen. Dies war ihm auch bewusst gewesen, denn in der Fahrordnung, sowie in den Sicherheitsregeln des Betreibers der Rennstrecke wird dieser Begriff verwendet.

Ausreichend sei ferner, dass der Nürburgring in Zeiten organisierter Veranstaltungen als offizielle Rennstrecke für ein Rennen diene und außerhalb dieser Zeiten dem öffentlichen Verkehr nicht frei zugänglich sei.

Die Versicherungsbedingungen der KFZ – Versicherung zählen

Durch den Ausschluss in den Versicherungsbedingungen habe der Versicherer für einen durchschnittlichen Versicherten eindeutig zum Ausdruck gebracht, dass er für das Risiko von Touristenfahrten auf offiziellen Rennstrecken wie zum Beispiel dem Nürburgring nicht einstehen wolle.

Der Versicherer hat daher die Leistung zu Recht abgelehnt, weil sich der Unfall im Rahmen einer solchen Fahrt ereignet habe.

Die Entscheidung ist mittlerweile rechtskräftig.

 

Quelle: germanBroker.net (gekürzt)