Versicherungen und Experten

Jetzt neu: Ihr Versicherungsmakler auch als Ratgeber für Hämorrhoidensalbe und Abführmittel

Erstaunlich, wer alles sich aufschwingt in Geld und Versicherungsfragen fachlichen Rat und Hinweis zu erteilen. Neuerdings zum Beispiel konnte man im bunten Blättchen „Apothekenrundschau“, im Jugendjargon auch mal als Rentnerbravo bezeichnet, wichtige Ratschläge und Hinweise zu Versicherungen nachlesen.

Policen statt Pillen

Unter der Rubrik Ratgeber band der Verlag einen bunten Strauß an Ideen, wie sich die Leserschaft bestens gegen finanzielle Risiken absichern sollte. Umrahmt wird der Text von Anzeigen: Pillen gegen Verstopfung, Tropfen gegen Rheuma, Vitamine gegen Verkalkung. Wie sich das für einen zünftigen Ratgeber gehört, fährt man sogenannte Versicherungsexperten auf. Die saßen ihre Ausbildung gerne nicht im Versicherungswesen ab, weshalb sie von dieser Branche auch nicht versaut werden konnten. Mit dieser, nennen wir es katholischen Glaubwürdigkeit, ausgestattet, läßt es sich frei von der Leber weg fabulieren.

Schon die Überschrift des Artikels zeigt: Hier sind wahre Kenner am Werk!

Finanzielle Risiken absichern soll man: Also das Risiko der Geldentwertung? Betrug beim Onlinebanking? Wertverlust des Aktiendepots? Nein, es geht natürlich um Berufsunfähigkeitsversicherungen, Krankenversicherungen und Pflegeversicherungen – Themen die so einfach gestrickt sind, das sie ohne nötiges Fachwissen an jedem Stammtisch geklärt werden können. Was wichtig oder unwichtig ist hängt davon ab, ob der zitierte Experte es für sinnvoll hält. Solch eine Einschätzung muss natürlich nicht mit Statistiken untermauert werden, geschweige denn mit der Hinweis sich selbst ein paar Gedanken zu machen.  Auch ein Ratschläge sind Schläge, und davon wimmeln dergleichen Texte immer wieder. Wohl dem, der beim Lesen einen Helm trägt.

Versicherungen oder Pillen: Das können wir vielleicht, sicher, ganz bestimmt auch

In den nächsten Wochen wollen wir intensiv recherchieren und Medikamentenvorschläge von Experten vorstellen. Wir suchen leider noch immer den nötigen Experten. Bewerber sollten die nötige Qualifikation mitbringen, idealerweise also nicht aus der Pharmazie kommen.

Nachsatz: Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, dieser Text ist ein sarkastischer Text.