Verkehrsunfall mit ausländischem Fahrer

Verkehrsunfall mit ausländischem Fahrer

Ein Knall und der Kühler qualmt. Der Fahrer im Auto vor dir startet bei Grün zügig durch, leider im Rückwärtsgang. Was nun? Wo, und vor allem wie schnell melde ich den Verkehrsunfall? Wie wird der Schaden dann reguliert? Und von wessen KFZ-Versicherung, vom Unfallgegner oder von meiner?

 

Sofort anrufen und Daten austauschen, Verkehrsunfall melden

Verschuldet ein ausländischer Fahrer einen Verkehrsunfall, dann sollte man sofort dessen KFZ-Versicherung anrufen. In der Regel hat jeder Fahrzeugführer eine Karte seiner Versicherung im Auto liegen. Auf dieser Karte sind die Kontaktdaten der ausländischen Versicherung zu finden. Europäische Versicherer haben im Normalfall eine Telefonnummer für Schäden im Ausland. Gerade bei Unfällen mit ausländischen Fahrern ist die sofortige Meldung des Schadens wichtig und sinnvoll, denn der Unfallverursacher steht als Übersetzer zur Verfügung! Füllen Sie den europäischen Unfallbericht aus, Vordrucke dazu gibt´s im Internet. Natürlich sollten Sie den dabei haben, also bitte im Auto deponieren! Und lassen Sie den Unfallgegner bitte auch unterschreiben, so gibt es später keine abweichenden Meinungen. Fotografieren Sie den Führerschein und am besten auch den Personalausweis des Unfallgegners, das vermeidet Schreibfehler bei Namen und Adresse.

 

Oder doch die eigene KFZ-Versicherung belasten?

Zwei Varianten gibt es, um die Schadensabwicklung zu beschleunigen: Reden Sie mit Ihrer eigenen KFZ-Versicherung und melden Sie einen Vollkaskoschaden. Ihre Kaskoversicherung reguliert dann den Schaden an Ihrem Fahrzeug und holt sich die Schadenssumme beim ausländischen Versicherer ab. Achtung: Einen eventuellen Selbstbehalt müssen Sie natürlich vorschießen und durch den Schaden werden Sie im Folgejahr in Ihrer KFZ-Versicherung hochgestuft! Nach Erstattung der Schadensumme durch den ausländischen Versicherer erhalten Sie Ihren ursprünglichen Rabatt jedoch wieder zurück. Sie werden also nicht schlechter gestellt und genießen vielleicht die Vorteile einer deutschen Schadensregulierung.

Verkehrsunfall

Foto: by_Andreas-Hermsdorf_pixelio.de

Servicebüro für den Verkehrsunfall mit dem europäischen Nachbarn

Die zweite Möglichkeit: Sie wenden sich ans Deutsche Büro Grüne Karte e.V. in Berlin. Das Büro wird Ihnen einen Ansprechpartner nennen, in der Regel einen Schadensregulierer, der die Abwicklung Ihres Schadens mit dem jeweiligen ausländischen Versicherer übernimmt.

 

 Gute Fahrt in den Urlaub wünscht

 Olaf

Krankenkasse und Medikamentenkosten

Krankenkasse und Medikamentenkosten

Beschluss des Sozialgericht (SozG) Dresden vom 29. März 2017 (S 18 KR 268/17 ER): Eine Patientin, die auf ein Medikament zwingend angewiesen ist, kann gegenüber ihrer Krankenkasse einen Anspruch auf Kostenerstattung haben. Dabei muss nicht feststehen, dass dieses Medikament für eine neuartige Behandlungsmethode auch zugelassen wird. Beschlussgrund war ein Eilantrag einer schwer erkrankten Frau, deren Krankenkasse eine alternative Behandlung nicht übernehmen wollte.

Krankenkasse in der Enscheidungspflicht

Eine 48-jährige Klägerin litt seit 2008 unter einer aggressiven Form von Brustkrebs. Sie hatte einen Eilantrag gestellt, der der Entscheidung des Gerichts zugrunde lag. Nach ihrer Operation wurde die Patientin mit herkömmlicher Chemotherapie behandelt,  es bildeten sich aber immer wieder Metastasen. Daraufhin schlug ihr Arzt im Rahmen einer Kombinationstherapie eine Behandlung mit Pertuzumab vor.

Die gesetzliche Krankenkasse der Frau lehnte die Übernahme der dadurch entstehenden Kosten ab. Pertuzumab sei zwar seit dem Jahr 2013 von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zugelassen. Diese Zulassung beschränke sich allerdings auf Fälle, in denen noch keine vergleichbare Behandlung stattgefunden habe.

Jedoch fehle es für eine sogenannten „Further-Line-Therapie“ an einer Zulassung durch die EMA. Diese Therapie wenden Ärzte an, wenn nach Abschluss der ersten Behandlung ein Therapieerfolg ausbleibt. Nun wurde die Klägerin bereits seit 2008 herkömmlich chemotherapeutisch behandelt. Die Krankenkasse ging daher von einer nicht zugelassenen und deshalb nicht erstattungsfähigen Behandlungsmethode aus.

Eilantrag beim Sozialgericht Dresden gegen Entscheidung der Krankenversicherung erfolgreich

Nach richterlicher Auffassung gebietet es das Grundrecht auf Gewährleistung effektiven Rechtsschutzes, dass einer Patientin die Behandlung mit einer neuartigen Chemotherapie zugesprochen wird, auch wenn noch nicht feststehe, ob ein Medikament für diese Behandlung zugelassen werden könne und sicher wirksam sei.

|Krankenkasse

|Foto: R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.de

Zeitdruck bei der Entscheidung

Die Antragstellerin litt an einer lebensbedrohlichen Erkrankung. Ob die von der beklagten Krankenversicherung vorgeschlagene alternative Chemotherapie mit zugelassenen Medikamenten gleichwertig sei? Die gerichtlich befragten Ärzte hätten zumindest bestätigt, dass die Antragstellerin von der Further-Line-Behandlung mit Pertuzumab in Dreierkombination profitieren könnte. Nur ein Obergutachter könne klären, ob diese Einschätzung zutreffe. Hierzu mangele es aufgrund des akut lebensbedrohlichen Zustandes der Klägerin aber an der Zeit.

Vor diesem Hintergrund müssten die wirtschaftlichen Interessen des gesetzlichen Krankenversicherers hinter dem Schutz des Lebens der Antragstellerin zurücktreten.

Quelle: germanBroker.net AG (gekürzt)

Hessen vs. Elementarschaden

Hessen vs. Elementarschaden

Das Wetter hat es uns 2017 wieder einmal gezeigt: Unwetter mit Starkregen können  immer und überall auftreten und immense Schäden verursachen. 50.000 € kostet ein Elementarschaden im Durchschnitt. Grund genug für das Land Hessen, eine Aufklärungskampagne zur Gefahr durch Elementarschäden zu starten. Denn die Mehrzahl der Gebäude in Hessen hat keinen Schutz gegen Gefahren durch Naturgefahren. 99% aller Gebäude wären sehr wohl versicherbar, sagt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Überflutung durch Starkregen =  Elementarschaden

Der GDV hat das mal recherchiert: In Hessen sind gerade mal ein Drittel aller Gebäude gegen einen Schäden durch Naturgewalten versichert. Zei Drittel aller deutschen Hausbesitzer dagegen fühlen sich nicht durch eine Überschwemmung bedroht. Viele glauben schlichtweg sogar, gegen derlei Gefahren abgesichert zu sein. Meist ist das aber nicht der Fall! Dabei wurde gerade auch Hessen in den letzten Jahren immer wieder von Unwettern heimgesucht. Im Juli 2014 zum Beispiel, da richteten die Unwetter „Lucia“ und „Michaela“ allein in Wiesbaden verheerende Schäden in Höhe von 6 Millionen Euro an. Und diese Zahl gilt nur für versicherte Gebäude! Auch der Sommer 2016 hielt einige Überraschungen bereit: Die Sturmtiefs „Elvira“ und „Friederike“ zogen eine Spur der Verwüstung durchs Land. Vollgelaufene Keller, zerstörte Häuser und Straßen voller Geröll und Schlamm.

Passiert mir nicht, gibt’s nicht

Punktuelle Gewitter mit Regenmassen von 200 Litern und mehr auf den Quadratmeter sind heute leider keine Seltenheit mehr. Jeder Hausbesitzer sollte seine Versicherungspolice prüfen und ggf. den Einschluss von Elementarschäden vornehmen lassen. Ein Elementarschaden kann zum Beispiel auch Rückstau aus dem Kanal sein, wenn dieser das Regenwasser nicht mehr fassen kann. Die Sauerei, die Sie dann im Keller haben, ist unbeschreiblich. Neben Mauern, Putz und Parkett leiden bei einem Schaden durch Naturgewalten besonders auch die Nerven der Geschädigten. Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) hat zu dem Thema Elementarschaden eine Infoseite im Internet eingerichtet (Link).

Elementarschaden

Foto: _by_M.-Großmann_pixelio.de_

Privathaushalte und Gewerbe betroffen

Nicht nur private Hausbesitzer müssen dieses Thema auf dem Schirm haben. Auch für Gewerbetreibende kann ein Elementarschaden eine ruinöse Gefahr darstellen. Für private Hausbesitzer ist die immense finanzielle Belastung eines solchen Schadens meist kaum zu stemmen. An gewerblichen Immoilien hängen Arbeitsplätze und die Existenz des Unternehmens. Sparen Sie also nicht an der richtigen Absicherung von Gebäude und Inventar.
Ihr Versicherungsmakler hilft Ihnen in diesem Thema weiter. Sprechen Sie ihn an.

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Gregor Gysi und die Riester-Rente (2)

Gregor Gysi und die Riester-Rente (2)

Was kommt nun tatsächlich bei Riester heraus?

Am Ende bringt es Rosas Vertrag auf ca. 47.000 € Guthaben. Sagen wir, nach Rentenbeginn bleibt die Wertentwicklung des Vertrages niedrig, bei 1 % durchschnittlich. Rosa erhält eine monatliche Riester-Rente in Höhe von etwa 170 €. Ihre gesetzliche Rente wird kaum über 800 € liegen, mit der Riesterrente zusammen dürfte Rosas Rente steuerfrei sein. Erinnern wir uns, das wir oben Herrn Gysi den Steuervorteil in der Ansparzeit geschenkt hatten!

Wie alt muss Rosa nun werden, um bei 170 € Rente ihren Eigenaufwand von 27.983 € hereinzuholen? Richtig: Es dauert 13 Jahre, dann hat Rosa ihren Eigenbeitrag als Rente wieder erhalten. Und da hat Herr Gysi recht: Rosa ist dann 80 Jahre alt.

 

Warum ist das so?

Nach der Sterbetabelle der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV2004R), hat Rosa eine Lebenserwartung von 100 Jahren und 4 Monaten. Die Sterbetabelle des Statistischen Bundesamtes bescheinigt Rosa ein mögliches Alter von 85 Jahren, und der Versicherer rechnet mit 98 Jahren Lebenserwartung.
Erreicht Rosa also „nur“ das 85. Lebensjahr, rentiert die Summe ihrer Eigenbeiträge mit 3,5%! Niemand kann in die Zukunft schauen. Aber Hand aufs Herz: Bei ihrer Minirente, wird sich Rosa über die 170 € jeden Monat freuen? Und was wäre die Alternative? Früher sterben?
Dabei sind wir in unserer Berechnung nur von einer Gesamtverzinsung des Vertrages von 1% ausgegangen. Über einen Zeitraum von 42 Jahren und länger, wie realistisch ist das? Wir haben die Steuervorteile in der Ansparphase gar nicht eingerechnet, zudem steigt ab 2018 wohl die Grundzulage, auch das ist nicht berücksichtigt. Bekommt Rosa doch einst Kinder, fließen je Kind 300 € Zulage jährlich in ihren Vertrag. Alles in Allem doch eine gute Sache, gerade für Menschen mit geringem Einkommen.

 

Was tu ich nun mit meinem Riester-Vertrag?

Klar, es gibt Riesterverträge die schlecht laufen, aber liegt das an der Idee Riester an sich? Die Riesterrente war eine Zangengeburt, man hätte manches besser machen können. Hinterher ist man immer schlauer. Dass viele Zulagen nicht abgeholt werden liegt an den Kunden oder/und am Berater, nicht an der Riesterrente als Konzept. Wer mit seinem Riestervertrag unglücklich ist, der darf den Anbieter wechseln und das Guthaben mitnehmen. Es gibt durchaus rentable Fondssparpläne für Riestersparer. Mein Rat: Dauerzulagen Antrag kontrollieren (lassen), Rendite nachrechnen (lassen), Vertrag ggf. wechseln, im Auge behalten.

 

Meine persönliche Meinung zu Riester

Was will Gregor Gysi uns nun sagen? Vermutlich mußte einfach mal wieder ein Thema her das schwer zu durchschauen ist und für ordentlich Krawall sorgt. Vielleicht gehören Herr Gysis Zahlen zu Ostrentnern, deren Rente oft dramatisch niedrig ausfällt. Ist das so, dann mag er sich bitte fragen, welchen Anteil seine eigene Partei daran hat, dass es ab 1990 und in den Folgejahren im Osten der Republik Massenarbeitslosigkeit gab. Warum existierte im Osten über lange Zeit ein Lohnniveau ähnlich der Leibeigenschaft? Die Renten dort spiegeln diese Entwicklung wieder. Er mag sich bitte fragen, welchen Anteil seine SED daran hatte, dass wir noch heute in ganz Deutschland einen Solidaritätszuschlag zahlen um das wieder aufzubauen, was seine Genossen in 40 Jahren vernichtet haben.
Die Riesterrente mag kein Idealprodukt sein, sie hat ihre Fehler. Aber bevor man mit dem Finger auf Andere zeigt, sollte man mit ihm einen Taschenrechner benutzen können.

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Gregor Gysi und die Riester-Rente (2)

Gregor Gysi und die Riesterrente (1)

Es geht ein Gespenst um in Deutschland

Das Gespenst heißt Altersarmut. Natürlich muss ein Schuldiger her. Gerne genommen: Walter Riester, „Vater“ der Riesterrente.
Über Facebook verbreitet sich derzeit eine Bundestagsrede von Gregor Gysi zum Thema Riesterrente. Die Rede scheint von 2015 zu sein, die Quelle läßt sich nicht auslesen. Das Video wurde über 8 Mio mal aufgerufen und unzählige Male geteilt. Der folgende Text wird kaum Teiler finden. Aber so ist das eben wenn man auf Populismus verzichtet und einen Taschenrechner benutzt.

 

Riesterrente ohne Taschenrechner

Herr Gysi kann nun schlichtweg nicht rechnen, oder seine Redenschreiber können es nicht. Demnach muss eine 35-jähige Frau, die seit 10 Jahren eine Riesterrente bespart, am Ende 80 Jahre alt werden um alle Eigenbeiträge wieder zu bekommen. Erwarte sie 2,5 Prozent Rendite, muss sie 90 Jahre alt werden. Und will sie 5 Prozent Rendite auf ihre Beiträge erhalten, darf sie erst mit 128 Jahren sterben.
Mit ein wenig Finanzmathematik und Fachwissen läßt sich das Ganze prüfen. Leider geht Herr Gysi nicht ins Detail. Da es jedoch der Linkspartei immer um die Geringverdiener geht, dürfte vielleicht folgendes Beispiel passen?

 

Der Fall Rosa

Die Frau, nennen wir sie Rosa, ist 35 Jahre alt und spart seit 2005 in ihren Riestervertrag ein. Rosa ist Single und kinderlos. Herrn Gysis Rede stammt aus 2015, Rosa dürfte also 1980 geboren sein und wird 2047 in Altersrente gehen. Als Geringverdienerin liegt ihr Einkommen 2015 bei 1700 € Brutto im Monat. Wir gehen von mageren 0,5% Gehaltssteigerung pro Jahr aus, 2017 verdient Sie also 1717 € Brutto im Monat. Weihnachtsgeld bekommt sie keines, sie ist wirklich Geringverdienerin. Rosa verdient knapp über Mindestlohn, ihr zu versteuerndes Einkommen beträgt 15.355 €. Sie zahlt dieses Jahr 1.560 € Einkommenssteuer und Soli.
Seit 2005 bespart Rosa also eine Riesterrente bei einem großen deutschen Lebensversicherer. Um die volle Zulage zu erhalten, zahlt Rosa 4 Prozent ihres Bruttoeinkommens als Beitrag ein. Zu Vertragsbeginn sind das also 1700 € x 12 = 20.400 € Jahresbrutto x 4% = 816 € Beitrag in die Riesterrente. Jährlich. Davon abgezogen wird die Zulage: 816 – 154 = 662 €. Macht einen Monatsbeitrag von 55,16 €. Aufgrund ihrer Steuerklasse I, bewirkt der Riestervertrag bei Rosa sogar einen kleinen Steuervorteil.
Anmerkung für die Fachleute: Rosas Einkommen war 2016 und 2017 identisch, wir wollen es ja nicht zu kompliziert machen.

 

Riesterrente Vertragsverlauf

Rosas Vertrag enthält noch 2,75 % Garantiezins. Zudem fielen tatsächlich noch Überschüsse an. Aber lassen wir Herrn Gysi einen guten Mann sein und behaupten, Rosas Vertrag erwirtschaftet bis zum Rentenbeginn nur 1 Prozent Rendite. Das sollte drin sein, denke ich. Rechnet man Rosas Gehaltssteigerungen mit ein, hat bringt sie so eine Summe von etwa 27.983 € selbst auf. 6918 € Zulage wird dem Vertrag gutgeschrieben. Die Steuerersparnis von ca. 2.200 € schenken wir Herrn Gysi.

Die konkrete Berechnung folgt im nächsten Beitrag.


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