Mähroboter auf Abwegen

Mähroboter auf Abwegen

Vielleicht hat sich der Mähroboter ja nur verirrt? Oder hat er doch ein neues Herrchen? Mähroboter pflegen den Rasen, während man selbst durch den Wald joggt oder auch mal arbeiten muss. Aber nicht jede Hausratversicherung ist scharf darauf, diesen Diebstahl zu ersetzen.

 

Mähen und  mähen lassen

Mähroboter sind erst sei Kurzem unterwegs, deshalb wissen alte Hausratversicherungspolicen damit oft nichts anzufangen. Wird der Roboter aus der verschlossenen Garage gestohlen, zahlt Ihnen die Versicherung den Neuwert. Klar, es liegt ja auch ein definierter Einbruch vor. Verschwindet der Roboter aber während seiner Arbeitszeit, gilt das als „einfacher Diebstahl“, und der ist in alten Policen gar nicht oder nur sehr begrenzt versichert. „Einfacher Diebstahl“, was für ein Wort! Ich frage mich oft, ob die Versicherungsbranche sich ihre Vertragsformulierungen im Knast entwerfen lässt.

 

Die Hausratversicherung sollte auf den Mähroboter (auf)passen

Manche Hausratversicherungen zahlen den geklauten Mähroboter nur dann, wenn das Grundstück umzäunt ist. In neueren Verträgen reicht meist eine Umfriedung des Grundstücks mit Hecken, nur muss diese auch geschlossen sein, bis auf den Zugang natürlich. Manche Versicherer verzichten auch komplett auf derlei Vorgaben und werben massiv mit der bedingungslosen Versicherung von Mährobotern.

 

Der geklaute Mähroboter wird bezahlt, und der Rest?

Es lohnt aber immer, die Versicherungsbedingungen der Hausratversicherung genau anzusehen. Einschränkungen bei Schäden durch grobe Fahrlässigkeit sind stehen meist ganz am unteren Rand der Versicherungsbedingungen. Was nützt es schon, den freiberuflichen Rasenmäher ersetzt zu bekommen, wenn der Rest der Versicherungsbedingungen nicht passt? Am Ende fährt durch Ihren Garten vielleicht einen neuer automaischer Gärtner; während Sie für Fernseher, Computer, Möbel, Fahrrad und Laufschuhe Ihren Bausparvertrag plündern müssen.

 

Der Mähroboter und die Haftungsfrage

Übrigens: Besitz und Betrieb eines Mähroboters sollte auf alle Fälle auch in Ihrer Privathaftpflichtversicherung gedeckt sein! Nur für den Fall, dass er dem Nachbarn in den Gartenteich fährt und die Kois rasiert. Haftungsfälle können deutlich teurer ausfallen als die Wiederanschaffung eines gestohlenen Mähroboters.
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Sturmschaden auf einem Balkon

Sturmschaden auf einem Balkon

Sturmschaden auf Balkon beim Amtsgericht (AG) Bremen anhängig

Auf dem Balkon eines Mannes und späteren Klägers zerstörte ein Sturm zwei Blumenkübel, einen Vogelnistkasten sowie zwei Windschutzelemente. Der Mann meldete den entstandenen Schaden in Höhe von fast 660,- € seinem Hausratversicherer. Dieser lehnte die Regulierung des Sturmschadens ab. Grund: Laut den Versicherungsbedingungen wird wohl für Antennenanlagen und Markisen geleistet wird, nicht aber für anderen Hausrat der sich außerhalb von Gebäuden befindet. Im Sinne der Versicherungsbedingungen sei dies also kein Sturmschaden.

Klage abgewiesen

Der Fall landete vorm Amtsgereicht Bremen und wurde am 15. März 2107 entschieden (17 C 369/16), und zwar für den Versicherer. Die Klage wurde zurückgewiesen. Begründung:

Zwar gehöre der Balkon des Klägers zu seiner Wohnung, allerdings befinde sich der Balkon außerhalb und nicht innerhalb des Gebäudes, sodass keine Leistungsverpflichtung bestehe. Auch das Argument des Klägers, die Ausschlussklausel sei für ihn als Laien im Sinne von § 305 c Absatz 1 BGB überraschend und somit unwirksam, ließen die Richter nicht gelten.

Nach richterlicher Auffassung können Gegenstände, die sich auf einem Balkon befinden, nicht als innerhalb eines Gebäudes befindlich angesehen werden. Denn das Innere eines Gebäudes sei dadurch gekennzeichnet, dass es durch Mauern, Fenster und Türen vor äußeren Einflüssen geschützt sei. Darunter falle auf einem Balkon befindlicher Hausrat nicht, da er Naturgefahren vielmehr weitgehend schutzlos ausgesetzt sei.

Sturmschaden

Foto: Josef Türk jun._pixelio.de

Sturmschäden auf Balkonen sind versicherbar, aber muss das sein?

Fazit: Es gibt durchaus Hausratversicherungen, die zahlen bei Sturmschäden auf Balkonen zumindest anteilige Summen. Unser Konzept ProfiLine sieht dafür bis zu 1000 Euro Erstattung vor. Jedoch sehen wir diese Entwicklung durchaus mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Das Mitversichern von solchen „Kleinigkeiten“ führt in der Branche zu höheren Schadensaufwendungen und damit irgendwann zu steigenden Beiträgen. Ob es jemanden hart trifft, wenn auf seinem Balkon ein Vogelhäuschen und ein paar Blumenkübel zerstört werden? Sicher Ermessenssache. Im Moment sieht es natürlich gut aus, wenn die Bedingungen diesen Kundenvorteil hergeben.

Quelle: germanBroker.net AG (gekürzt)

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