Schülerpraktikanten im Auto des Chefs

Schülerpraktikanten im Auto des Chefs

Immer wieder gern gefragt: Mein Kind macht im Rahmen des Fachabiturs ein Schülerpraktikum in einem Unternehmen. Nun soll es mit dem Auto des Chefs zur Post fahren. Darf es das? Die Schule nämlich spricht ein Fahrverbot für Praktikanten aus…

Jugendliche fahren gerne Auto. Dürfen sie?

Klare Antwort: Freilich darf Ihr Kind mit dem Firmenwagen fahren. Einen gültigen Führerschein sollte der Schüler allerdings schon haben, und zwar keinen für begleitetes Fahren!

Fahrverbote sind unnötig

Grund für Fragen dieser Art sind immer Unklarheiten in Fragen der Haftung. Die Schulen fürchten Kostenansprüche der Unternehmen, wenn ihre Schüler ein Fahrzeug des Betriebes beschädigen. Zur Verwirrung trägt wesentlich bei, dass die Schulämter einen Rahmenvertrag über eine Haftpflichtversicherung für ihre Schüler abgeschlossen haben. In diesem Vertrag findet sich die Klausel, dass Schäden an Kraftfahrzeugen nicht versichert sind. Grundsätzlich betrifft diese Frage jedoch jede Tätigkeit eines Praktikanten, egal ob Dienstfahrten, Kaffee kochen oder Akten scannen. Auch einen Scanner oder die Kaffeemaschinen kann der Praktikant zerstören…

Der Außenspiegel ist zerbrochen, weil das Auto drauf liegt…

Es stellt sich die Frage des Sinns eines solchen Haftpflichtvertrages für Schülerpraktikanten. Der Bedingungswortlaut zeigt klar, dass es sich im Grunde um eine Privathaftpflichtversicherung handelt, denn in deren Bedingungen ist die Beschädigung an Kraftfahrzeugen auch meist ausgeschlossen ist. Hat ein solcher Vertrag also einen Sinn? Beschädigungen an jeglichem Firmeneigentum während der Arbeitszeit sind in keiner Weise durch Privathaftpflichtverträge gedeckt, sei es ein Auto oder eine Kaffeemaschine. Für Kraftfahrzeuge des Betriebes besteht i.d.R. eine Kaskoversicherung, die für Schäden am Fahrzeug aufkommt. Ob der Schülerpraktikant mit dem Fahrzeug fahren darf, entscheidet der Vorgesetzte. Die Folgen dieser unternehmerischen Entscheidung kann der Unternehmer der Schule nicht in Rechnung stellen, selbst wenn sie den wirtschaftlichen Verlust des Fahrzeuges bedeuten.

Praktikanten und die gesetzliche Unfallversicherung

Wird der Schülerpraktikant bei Autounfall im Rahmen seines Praktikums verletzt, greifen die Leistungen der Berufsgenossenschaft. Den Artikel zu diesem Thema finden Sie hier.

Riesterrente und Insolvenz

Riesterrente und Insolvenz

Riester-Rente und Schutz vor Insolvenz?

Rund 16,5 Millionen Riesterverträge existieren in Deutschland. Die Idee dabei: Die Riester-Rente sollte die Kürzungen der gesetzlichen Rente ausgleichen. Immer wieder beschäftigen sich allerdings Gerichte mit der Frage, ob das angesparte Riesterkapital bis Rentenbeginn insolvenzgeschützt ist.

Keine einheitliche Rechtsprechung zu Insolvenz

In der Vergangenheit vertraten das Landgericht (LG) Dortmund (Urteil vom 21.04.2016, Az.: 2 S 32/15) und das LG Aachen (Urteil vom 08.04.2014, Az.: 3 S 76/13) folgende Auffassung: Das vorhandene Vermögen, das innerhalb der Fördergrenzen angespart wurde, sei insolvenzgeschützt. Die Gesetzeslage, erklärten sie, sei so: Das geförderte Altersvorsorgekapital ist nicht übertragbar und damit nicht pfändbar.

Dagegen vertritt das LG Suttgart mit seinem Urteil vom 21.12.2016 (4 S 82/16) aktuell folgende Auffassung:  Das angesparte Vermögen innerhalb eines Riestervertrages ist nicht pfändungssicher. Ausschlaggebend hierfür: Die bestehende Kündigungsmöglichkeit des Versicherten mit Auszahlung des Restkapitals, was sich schädliche Verwendung nennt.

Revision eingelegt

Die beteiligte Versicherungsgesellschaft legte dagegen Revision ein. Grund: Die uneinheitliche Rechtsprechung und zudem grundsätzliche Bedenken bei der Frage, ob staatlich geförderte Altersvorsorge in der Ansparphase pfändungssicher und damit insolvenzgeschützt ist. Die Entscheidung der nächsten gerichtlichen Instanz bleibt somit abzuwarten.

Fazit: Schade – und die Insolvenz kommt später

Der Gesetzgeber sorgt wieder mal für Unklarheit. Die Riesterrente: Das war mal eine Idee zur Verbesserung (eigentlich eher zur Rettung) der privaten Altersversorgung. Freilich, die Riesterrente war eine Zangengeburt, man hätte manches besser machen können. Doch hinterher ist man halt immer schlauer. Urteile wie o.g. jedoch führen dazu, dass für manche Rentner die Insolvenz zusammen mit der Rente eintritt. Viele Riesterzulagen werden schlichtweg nicht abgeholt,  das liegt an den Kunden oder/und am Berater, nicht an der Riesterrente als Konzept. Wer mit seinem Riestervertrag unglücklich ist darf gerne den Anbieter wechseln und das Vertragsguthaben mitnehmen. Es gibt durchaus rentable Fondssparpläne für Riestersparer. Mein Rat: Dauerzulagen regelmäßig Antrag kontrollieren (lassen vom Berater), Rendite nachrechnen (lassen vom Berater), Vertrag ggf. wechseln, im Auge behalten.

Quelle: Alte-Leipziger (bearbeitet)

Kosten für Heilpraktiker im Ausland

Kosten für Heilpraktiker im Ausland

Eine Entscheidung der ersten Zivilkammer des Landgerichts Trier vom 14. September 2015 (1 S 123/15): Private Krankenversicherer leisten nicht für Behandlungskosten eines im Ausland ansässigen Heilpraktikers. Das gilt auch dann, wenn der Heilpraktiker bei einer Tätigkeit in Deutschland die Voraussetzungen für eine Zulassung erfüllen würde.

 

Heilpraktiker im Ausland

Der Kläger hatte bei dem beklagten Versicherer eine private Krankenversicherung abgeschlossen und dabei nach den Tarifbestimmungen auch Leistungen im Sinne des deutschen Heilpraktikergesetzes versichert. Nachdem er sich von einem in Luxemburg ansässigen Heilpraktiker, der gleichzeitig Arzt ist, behandeln ließ, lehnte sein Versicherer die Kostenübernahme ab. Grund: Der Arzt besitze keine deutsche Erlaubnis, als Heilpraktiker tätig sein zu dürfen.

Der Mann berief sich in seiner Klage auf den Wortlaut der Tarifbestimmungen. Nach diesen sei auch bei der Inanspruchnahme eines im Ausland ansässigen Heilpraktikers zu leisten. Der Luxemburger Arzt würde die Zulassungsvoraussetzungen für Deutschland erfüllen, wenngleich er darüber nicht verfüge. Somit müsse der Versicherer leisten.

 

Klage unbegründet

Das erstinstanzlich befasste sich mit dem Fall das Amtsgericht Bitburg (5 C 390/14) und wies die Klage zurück. Das von dem Kläger in Berufung angerufene Trierer Landgericht sah dies ebenso: Die Klage sei unbegründet..

Die Gerichte bezweifelten nicht, dass der von dem Kläger abgeschlossene Versicherungsvertrag auch Leistungen Heilpraktikerbehandlungen beinhaltet. Allerdings enthält der Vertrag die ausdrückliche Regelung, dass ein Leistungsanspruch nur bei Konsultation von Heilpraktikern im Sinne des deutschen Heilpraktikergesetzes gegeben ist.

Beide Teile der tariflichen Regelungen müssen – entgegen der Auffassung des Klägers einheitlich betrachtet werden. Somit liegt auch keine überraschende Klausel vor.

Heilpraktiker

Foto by_Ilka Funke-Wellstein_pixelio.de

Heilpraktiker benötigt deutsche Zulassung

Unerheblich ist die Begründung des Klägers, dass der luxemburgische Arzt die Voraussetzungen für eine Zulassung als Heilpraktiker in Deutschland erfüllen würde.

Abzustellen ist auf die formelle Inhaberstellung der Erlaubnis und nicht, ob der als Heilpraktiker Tätige die Voraussetzungen zum Erhalt der Erlaubnis erfüllen würde. Das würde den Regelungszweck des Heilpraktikergesetzes unterlaufen.

Quelle: germanBroker.net (gekürzt)

Versicherungen und Experten

Versicherungen und Experten

Jetzt neu: Ihr Versicherungsmakler auch als Ratgeber für Hämorrhoidensalbe und Abführmittel

Erstaunlich, wer alles sich aufschwingt in Geld und Versicherungsfragen fachlichen Rat und Hinweis zu erteilen. Neuerdings zum Beispiel konnte man im bunten Blättchen „Apothekenrundschau“, im Jugendjargon auch mal als Rentnerbravo bezeichnet, wichtige Ratschläge und Hinweise zu Versicherungen nachlesen. Warum auch nicht? So durchläuft doch sicher jeder Redakteur dieses Blättchens eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann.

Versicherungen statt Pillen

Unter der Rubrik Ratgeber band der Verlag einen bunten Strauß an Ideen, wie sich die Leserschaft bestens gegen finanzielle Risiken absichern sollte. Umrahmt wird der Text von Anzeigen: Pillen gegen Verstopfung, Tropfen gegen Rheuma, Vitamine gegen Verkalkung. Wie sich das für einen zünftigen Ratgeber gehört, fährt man sogenannte Versicherungsexperten auf. Die saßen ihre Ausbildung gerne nicht im Versicherungswesen ab, weshalb sie von dieser Branche auch nicht versaut werden konnten. Mit dieser, nennen wir es katholischen Glaubwürdigkeit, ausgestattet, läßt es sich frei von der Leber weg fabulieren.

Schon die Überschrift des Artikels zeigt: Hier sind wahre Kenner am Werk!

Finanzielle Risiken absichern soll man: Also das Risiko der Geldentwertung? Betrug beim Onlinebanking? Wertverlust des Aktiendepots? Nein, es geht natürlich um Berufsunfähigkeitsversicherungen, Krankenversicherungen und Pflegeversicherungen – Themen die so einfach gestrickt sind, das sie ohne nötiges Fachwissen an jedem Stammtisch geklärt werden können. Was wichtig oder unwichtig ist hängt davon ab, ob der zitierte Experte es für sinnvoll hält. Solch eine Einschätzung muss natürlich nicht mit Statistiken untermauert werden, geschweige denn mit der Hinweis sich selbst ein paar Gedanken zu machen.  Auch ein Ratschläge sind Schläge, und davon wimmeln dergleichen Texte immer wieder. Wohl dem, der beim Lesen einen Helm trägt.

Versicherungen oder Pillen: Das können wir vielleicht, sicher, ganz bestimmt auch

In den nächsten Wochen wollen wir intensiv recherchieren und Medikamentenvorschläge von Experten vorstellen. Wir suchen leider noch immer den nötigen Experten. Bewerber sollten die nötige Qualifikation mitbringen, idealerweise also nicht aus der Pharmazie kommen.

Nachsatz: Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, dieser Text ist ein ironisch-sarkastischer Text.

Vom Umgang mit einem Schaden

Vom Umgang mit einem Schaden

Die richtige Meldung des Schaden erspart viel Schreiberei und Diskussion. Ein kleiner Leitfaden:

Sie kommen aus dem Urlaub zurück und erkennen Ihre Wohnung nicht wieder? Inzwischen gab es eine Verstopfung im Abwasserrohr und Ihre Küche stand unter Wasser. Ein Mega Schaden. Um genau zu sein, stand die Küche unter Abwasser, aber so weit gehen wir gar nicht ins Detail, zu eklig.

Fazit: Aufgequollene Küchenmöbel und durchnässte Wände. Das alles geschah während Ihrer Reise, gammelt also schon ein paar Tage vor sich hin. Was tun?

Was gehört mir?

Stellen Sie zunächst fest, welche der beschädigten Sachen Ihr Eigentum sind. Gehört das Haus Ihnen, kein Problem, dann betrifft der ganze Schaden Sie selbst. Wohnen Sie zur Miete sind durchnässte Wände und ggf. Fußbodenbeläge Sache des Vermieters und dessen Versicherung muss den Schaden daran regulieren. Die Küche aus obigem Beispiel gehört Ihnen? Ein Fall für Ihre Hausratversicherung.

Fotos, Fotos, Fotos

Es gibt drei Dinge die Sie unbedingt sofort tun müssen: Erstens: Machen Sie aussagekräftige Fotos vom Schaden. Zweitens: Machen Sie aussagekräftige Fotos vom Schaden. Drittens: Machen Sie aussagekräftige Fotos vom Schaden. Die meisten Probleme in der Schadensregulierung treten auf, weil der Schaden mangels Fotos nicht belegt werden kann. Klar, wenn der Sturm ein paar Ziegel verrückt und man schnell die Lücke schließt um größere Schäden zu vermeiden, denkt man kaum ans Fotografieren. Versuchen Sie trotzdem daran zu denken, zumindest an Fotos der Folgeschäden, zum Beispiel der Nässeflecke an der Decke.

Seien Sie schnell

Melden Sie den Schaden schnell. Im Zeitalter von Whatsup und Messenger sicher kein Problem mehr. Schicken Sie Fotos und erste Infos über Zeitpunkt und Schadensursache so schnell als möglich an Ihren Versicherungsmakler.

Belege und Kosten zum Schaden

Suchen Sie nach Anschaffungsbelegen der beschädigten Sachen. Sollten keine Kassenzettel mehr da sein, findet sich im Internet womöglich ein vergleichbares Produkt aus dem Anschaffungsjahr und Sie können eine Preisspanne ermitteln. Sinnvoll sind auch Kostenvoranschläge zur Reparatur der beschädigten Sachen. Sollte Reparatur nicht möglich sein, holen Sie ein Angebot oder eine Recherche zum Preis der Neuanschaffung ein.

Ihr Makler hilft Ihnen

Im Normalfall sollte eine Schadensmeldung geschrieben werden. In unserem Hause übernehmen wir das für Sie, andere Vermittler handeln ebenso. Die Schadensmeldung auf einem Formular des Versicherers sollte möglichst genau ausgefüllt werden. Denken Sie daran: Beim Versicherer sitzen auch nur Menschen über Ihren Papieren. Diese Sachbearbeiter waren nicht vor Ort und können sich nur an Fakten halten. Schadenssachbearbeiter müssen sich auch einer Revision gegenüber verantworten, einfach durchwinken geht deshalb nicht.

Schaden

©-bht2000-by-fotolia.com

Rückfragen sind keine Schikane

Manchmal geht es nicht ganz so glatt, dann kommen Rückfragen auf Sie und uns zu. Das ist keine Schikane sondern einfach gründliche Prüfung des Sachverhaltes. Die Mitarbeiter des Versicherers kennen Sie und Ihre ehrlichen Absichten nicht. Sie müssen manchmal genauer prüfen, denn „Schäden drehen“ ist immer noch ein weit verbreitetes Phänomen. Diese Lasten jedoch fallen immer auf die Versichertengemeinschaft in Form von steigenden Beiträgen zurück.

Natürlich gibt es Unterschiede in der Abwicklung; je nach Schadensart und Versicherungssparte.

Erfahrungen & Bewertungen zu Misch & Wipprecht GmbH