Zwangsrente für Selbständige

Zwangsrente für Selbständige

Wir alle haben uns so sehr an die moderne Sklaverei gewöhnt, dass uns das Schicksal der Sklaven als selbstgewählt vorgegaukelt werden kann. Und meist glauben wir das auch noch. Das Paradebeispiel: Wir kaufen im Internet ein, natürlich möglichst ganz ohne Versandkosten. Wie viele der Kurierfahrer, die uns die Pakete liefern, sind selbständig? Und was meinen Sie denn, wie hoch ist wohl deren Gewinnmarge? Der Staat will nun gegenlenken und alle Selbständige zur Zwangsrente verdonnern. Gut so!

 

Erstens kommt es anders. Und zweitens als man denkt

Ich will mich hier nicht über laufende die Regierungsbildung und das Drum und Dran auslassen. Wer Geschichtsbücher lesen kann, dem werden sich im Moment ohnehin die Nackenhaare kräuseln. Im Koalitionsvertrag auf Seite 93 gibt es jedoch einen Passus, der hier angesprochen werden muss, denn er betrifft die Versicherungswelt: Rentenversicherungspflicht für Selbständige.

 

Schon jetzt versorgt

Grundsätzlich bauen meisten Selbständigen natürlich auch heute schon für Ihre Rente selbst vor. Das mediale Geschrei, alle Selbständigen würden später dem Staat auf der Tasche liegen, ist nichts als dünne Luft. Bislang stand Selbständigen allerdings zur Vorsorge jeder denkbare Weg offen. Der eine zahlt Versicherungen, ein anderer kauft Immobilien, jener spart in Fonds, dieser kauft Gold. Oft ist es ein Mix aus allen möglichen Anlageformen. Und in vielen Fälle führte der auch zum Erfolg.

 

Grund für die Zwangsrente

Trotzdem sind wohl viele Selbständige im Rentenalter auf Grundsicherung angewiesen. Die Ursachen mögen vielfältig sein: Pech im Geschäft, Scheidung oder vielleicht auch eine eher enttäuschende Entwicklung der gewählten Anlageform. Alles ist möglich. Daneben gibt es eben aber auch viele Selbständige, die gar nicht vorsorgen, weil sie es schlichtweg finanziell nicht können.
Um dem Sozialstaat diese Fälle „vom Hals zu halten“, sollen Selbständige verpflichtend in die Deutsche Rentenversicherung einzahlen müssen. Und das ist durchaus richtig so. Verpflichtet werden Selbständige, die nicht anderweitig vorgesorgt haben.

 

Ein Auszug aus dem Koalitionsvertrag

„Um den sozialen Schutz von Selbstständigen zu verbessern, wollen wir eine gründerfreundlich ausgestaltete Altersvorsorgepflicht für alle Selbstständigen einführen, die nicht bereits anderweitig obligatorisch (z. B. in berufsständischen Versorgungswerken) abgesichert sind. Grundsätzlich sollen Selbstständige zwischen der gesetzlichen Rentenversicherung und – als Opt-out-Lösung – anderen geeigneten insolvenzsicheren Vorsorgearten wählen können. Wobei diese insolvenz- und pfändungssicher sein und in der Regel zu einer Rente oberhalb des Grundsicherungsniveaus führen müssen…“

 

Wahlfreiheit zur Zwangsrente mit gewisser Rentenhöhe

Für Selbständige bleibt also eine gewisse Wahlfreiheit bestehen, zumindest wird es keinen Zwang in die Deutsche Rentenversicherung geben, sofern andere geeignete Vorsorgen bestehen. Die Basisrenten, auch Rüruprente genannt, wäre einer dieser möglichen Vorsorgewege. Inwiefern eine betriebliche Altersvorsorge für Gesellschafter und Geschäftsführer einer GmbH anerkannt werden wird, sollte an der Auslegung der Definition „insolvenz- und pfändungssicher“ festzumachen sein.
Und natürlich daran, ob der Koalitionsvertrag überhaupt zum Tragen kommt.


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Das Geld ist alle aber ich bin noch da! Altersarmut

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Ernüchternde Umfrageergebnisse: Nur jeder zweite Deutsche beschäftigt sich mit dem Thema Altersvorsorge – bei den unter 29-jährigen ist es sogar nur jeder Dritte. Dabei weiß jeder, dass die gesetzliche Rente allein nicht mehr reichen wird. Die wird nämlich nur knapp die Hälfte des jetzigen Einkommens betragen. Wer will schon ab Morgen nur noch halb soviel Geld verdienen?

Sinkende Renten, steigende Beiträge, länger arbeiten, so lief das in den vergangenen Jahren. Wer glaubt noch, der Trend ließe sich umdrehen? Nur durch mehr Beitragszahler, denn die Beiträge von heute bekommen die Rentner von heute. Die Renten von morgen, müssen die Beitragszahler von morgen aufbringen. Schauen Sie sich um, wo sind die Kinder, die später Ihre Rente finanzieren sollen?

 

Der 10 Punkte-Plan gegen Altersarmut

Die Rentenlücke wird größer werden, das steht fest. Ohne private Altersvorsorge droht Wohlstandsverlust im Alter. Starten Sie eine Gegenstrategie! Beginnen Sie jetzt, abwarten ist selten eine gelungene Option.

 

Risiken absichern

Altersvorsorgeplanung beginnt bei der eigenen Absicherung. Denn was nützt das schönste Kapitalpolster, wenn das Schicksal Sie beutelt? Bis zum Ruhestand sollten Sie existenzielle Gefahren absichern, und zwar unter unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen Lebenssituation.  So wird aus dem Ernstfall kein finanzielles Fiasko.

 

Nr. 1: Haftpflichtversicherung

Unverzichtbar ist die Haftpflichtpolice, um mögliche Schadensersatzanspüche Dritter abzuwehren oder zu regulieren. Natürlich mit Forderungsausfallschutzder zahlt auch eigene Schäden, wenn der Verursacher nicht ausreichend versichert ist. Die Haftpflichtversicherung ist mit Abstand die preiswerteste Versicherung überhaupt. Sparen Sie nicht an der falschen Stelle. Sie brauchen diese, wenn Sie nach der Ausbildung oder dem Studium eine auf Dauer ausgelegte Tätigkeit aufnehmen. Sprich: Der erste feste Job, und schon sind Sie nicht mehr über die Eltern mitversichert.

 

Einkommen = Rentenvorsorge = Therapie gegen Altersarmut

Neben der Krankenversicherung denken Sie vor allem an die Absicherung der eigenen Arbeitskraft. Mit Ihrem Einkommen, ob sauer oder leicht verdient, schaffen Sie das finanzielle Fundament Ihres Lebens. Fällt das geregelte Einkommen weg, wird es schwer, über die Runden zu kommen, das Fundament bekommt Risse. Berufsunfähigkeitsversicherungen sind hier die erste Empfehlung. Sie können diese auch um den wichtigen Hinterbliebenenschutz ergänzt werden, was rechnerisch jedoch selten ratsam ist. In jedem Fall sollte der Hauptverdiener seine Familie mit einer leistungsstarken Risikolebensversicherung finanziell absichern.

Manifest gegen die Finanzverblödung

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Für manche Dinge muss man nichts tun, die kommen von alleine: Haarausfall und Kurzsichtigkeit zum Beispiel. Oder das Alter:  Mit etwas Glück erreicht man mehr davon, als man finanziert hat. Nach dem Motto: Ich bin noch da, aber das Geld ist schon alle. Macht aber nichts, dafür hat die Finanzbranche ja schicke Ideen auf Lager. Denken unnötig: Ein Manifest gegen die Finanzverblödung!

 

Autonome Geldanlage mit Finanzverblödung

Nein, ein Dreitopfhybridmodell ist kein Kleinwagen mit drei Zylindern und zusätzlichem Elektroantrieb. Und das Zweitopfhybridmodell ist dementsprechend auch kein besonders sparsames Auto – beides sind Geldanlagemodelle mit einer Besonderheit: Sie versprechen es besser zu machen als alle anderen Anleger. Bullshit!

 

Finanzverblödung auf dem Vormarsch

Der Anlagemarkt wimmelt von ach so tollen Ideen und Strategien. Stets wird nur das Beste vom Besten gekauft, wird auf Qualität gesetzt und auf Geheimtipps (von denen natürlich niemand sonst weiß). Das alles freilich immer mit Sicherheit, absoluter Sicherheit. Und außerdem sind da ja noch die tollen Ergebnisse der Vergangenheit und die Obergurus, die Fondsmanager und Hochglanzberater. Außerdem wird es die Bank doch wohl wissen, wenn sie es verkauft, oder? Jeder Berater weiß immer, das sein Anlageprodukt der Renner sein muss, geht ja gar nicht anders. Wieder Bullshit.

 

Gegenbeweise genug

Schon im „Lexikon der populären Irrtümer“, erschienen 1996, beweisen die Autoren, dass sogenannte Börsenprofis eben nicht mehr wissen, als andere, eher weniger. Schon in den dreißiger Jahren hat dies Alfred Cowles bewiesen, ein amerikanischer Industrieller und Begründer der Cowles Kommission. Gleiches Ergebnis bei einem Test der schwedischen Zeitschrift „Expressen“: Ein Affe, der Dart-Pfeile auf Kurszettel warf, erreichte mit seiner Auswahl eine bessere Rendite als fünf Börsenmakler. Affenschande, nennt das der „Expressen“. Und wem diese Untersuchungen und Tests zu alt sind, der lese Susann Levermanns Buch „Der entspannte Weg zum Reichtum“, erschienen 2011.

 

Am Ende schlauer

Wenn dieses Wissen nun doch schon so lange vorhanden ist, warum wendet es niemand an? Antwort: Gier, die blanke Gier! Mit undurchschaubaren Produkten lassen sich viel höhere Kosten durchsetzen. Und der Kunde glaubt, er habe den Stein der Weisen gekauft, zumindest ein Stück davon.  Niemand, ich wiederhole: Wirklich niemand hat die Kristallkugel, aus der die Zukunft zu ersehen ist. Aber in unserer Branche wissen ja alle, was Morgen kommt. Es reicht, wenn das Produkt die Fantasie beflügelt, mit einem Namen der möglichst viel Geld gekostet haben mag. Am Ende erst wird abgerechnet, und die Rechnung bekommt der Anleger. Da ist der Berater meist nicht mehr da. Was dann aber da ist: Das Alter!

 

Mathe und das Kopfkissendepot

Mathe und das Kopfkissendepot

Die 72er Regel ist in der Finanzmathematik sowas wie das Wissen um Kupplung, Bremse und Gas in der Fahrschule. Sie ist einfach, bringt enorme Vorteile und kostet immens wenig Hirnschmalz.

Mathe ist ein A….loch?

Sie hassen Mathe und stöhnen bei dem Wort Geldanlage, wollen aber trotzdem nicht in Armut altern? Die schlechte Nachricht: Mathe, Statistik und Kapitalanlagen gehören zusammen. Die gute Nachricht: Die Vorstellung von den Dingen ist oft schlimmer als die Dinge selbst. Mathematik kann im Leben wirklich helfen. Und die 72er Regel hilft allemal!

Mathe ist einfach

Die 72er Regel beantwortet folgende Frage:  Wie lange dauert es bei einer bestimmten Rendite oder Zinssatz, bis sich Ihre Geldanlage verdoppelt hat? Antwort: Teilen Sie 72 durch die Rendite, und schon wissen Sie es. Beispiel: Sie gehen von einer 9%-Rendite aus: 72/9=8. Es dauert 8 Jahre bei einer jährlichen Rendite von 9% bis sich der Einsatz verdoppelt.

Was sich nicht rechnet

Ein Praxisbeispiel aus der Versicherungswelt. Eine klassische Lebensversicherung wirft vor Steuern 0,9% ab (die Kosten lassen wir jetzt mal außen vor). Angenommen ein Anleger investiert heute 10 000 Euro zu 0,9%, dann hat er durch den Zinseszinseffekt in 80 Jahren rund 20.000 Euro auf seinem Konto liegen. Korrekt gerechnet wären es 77 Jahre und 4 Monate. Die 72er Regel ist eine Daumenregel.

Warum sich rechnen lohnt

Wozu das alles? Sie bekommen mit diesem einfachen Rechenexempel ein Gefühl, wie lange Geld bei unterschiedlichen Renditeannahmen liegen bleiben muss, um es zu verdoppeln. Das wird und soll Sie dafür sensibilisieren, Ihr Geld arbeiten zu lassen, denn Sie brauchen den Zinseszins!

Denn eins ist klar: Inflation und Niedrigzins vernichten Ihr Kopfkissendepot und Ihr Sparbuch scheibchenweise. Ändern Sie Ihre Strategie, wenn Sie es nicht schon getan haben. Achten Sie auf Kosten, Konzept und Konsequenz. Wie das geht, lesen Sie hier. Oder Sie kontaktieren uns.

Erfahrungen & Bewertungen zu Misch & Wipprecht GmbH