Obliegenheiten? Was ist das?

Obliegenheiten? Was ist das?

Am Ende gewinnt immer die Bank? Versicherungen sollten kein Glücksspiel sein. Also nehmen Sie sich in Acht vor den Obliegenheiten. Und das hat nichts damit zu tun, wer oben liegt. Sondern wer am Ende gewinnt!

Ein Beispiel schlechter Beratung mit Obliegenheitsverletzung

Bei mir saß eine Kundin zur Überprüfung Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung, abgeschlossen über den Berater ihrer Hausbank. Sie hatte außerhalb des Abfragezeitraums der Gesundheitsfragen Krebs, aber innerhalb des Zeitraums natürlich Nachsorgeuntersuchungen dazu. In den Antrag schrieb der Vertreter, dass die regelmäßigen Untersuchungen normale Vorsorgen gewesen wären, ohne Befunde (was auch falsch war). Auf die Krebsdiagnose angesprochen meinte er, das liege zu lange zurück und ist egal. Klar, er hätte den Abschluß in den Wind schreiben können, wenn er die Erkrankung angegeben hätte.

Am Ende gewann die (Haus)Bank

Wir haben die Versicherung mit diesem Sachverhalt konfrontiert. Ergebnis: Die Kundin ist zunächst aus der Versicherung geflogen, wegen Falschangaben beim Antrag. Das haben wir versucht anzufechten, denn wer deckt schon freiwillig seinen eigenen Versicherungsbetrug auf? Der Versicherer sieht das natürlich anders. Der Vertreter hätte alle Fragen gewissenhaft gestellt und nur die Antworten der Kundin eingetragen. Und jetzt beweisen Sie mal das Gegenteil. Die Beiträge hat sie natürlich nicht zurück bekommen, denn darauf hat sie bei einer Obliegenheitsverletzung keinen Anspruch.

Obliegenheiten?

Im Grunde ist es ganz einfach. Stellen Sie sich vor, Sie wollen ein gebrauchtes Auto kaufen. Den Preis ermitteln Sie per Statistik aus dem Internet. Vor Ort besichtigen Sie das Schmuckstück und fragen dem Verkäufer Löcher in den Bauch. Sie müssen sich darauf verlassen, dass er Ihnen die Wahrheit erzählt, nur so können Sie den Preis realistisch einschätzen. Belügt er Sie, zum Beispiel was die Unfallvorgeschichte angeht, werden Sie ihm das Auto wieder vor die Tür stellen und den Vertrag anfechten.

Na und?

Versicherungsunternehmen sind auch nur Statistiker. Und in jeder Versicherungssparte vertrauen die darauf, dass Sie die Wahrheit sagen. So wird Ihr Risiko bewertet, so wird eine gerechte Prämie ermittelt. Das Ganze geht hier aber noch weiter: Auch im Schadensfalle haben Sie Obliegenheiten. Bricht Ihnen eine Wasserleitung, müssen Sie das Leck sofort schließen lassen. Tun Sie es nicht, z.B. weil Sie erst warten wollen, ob die Versicherung zahlt, und vergrößert sich dadurch der Schaden, muss die Versicherung diesen nicht tragen.

Voraussetzung für Anspruchserhalt

Obliegenheiten zu erfüllen heißt also, sich den Vertragsanspruch zu erhalten. Deshalb sollten Sie besonders genau hinschauen, wenn es mal lax zugeht. Wird Ihr Berater mal ungenau oder wischt Fakten unter den Tisch, kann das teuer werden. Dummerweise gerade dann, wenn Sie die Leistung dringend benötigen. Beantworten Sie alle Fragen des Versicherers genau, nur so ist Ihnen wirklich geholfen.

Rohrbruch durch „Grobe Fahrlässigkeit“

Rohrbruch durch „Grobe Fahrlässigkeit“

Das hätte ins Auge gehen können, oder besser gesagt in die Bausubstanz: Die harten Frostnächte Anfang März 2018 ließen im Obergeschoß eines Wohn- und Praxishauses eine Wasserleitung einfrieren. Was sagt nun der Versicherer dazu, wenn Sie mit 10.000 Euro Schadenssumme kommen, weil die Heizung abgedreht war? War hier grobe Fahrlässigkeit im Spiel? Oder greift dieser Begriff nicht?

Grobe Fahrlässigkeit weil auf Großer Fahrt?

Das das Thermometern in den ersten Märznächten nochmal unter 10 Grad Minus fällt, haben die Hauseigentümer nicht geahnt. Im Dachgesch0ß waren die Tapeten schon runter und der Fußboden schon raus. Da die Etage leer stand, drehten sie die Thermostate der Heizung runter und stiegen ins Auto. Rückkehr in drei Tagen.

Zuchtstation für Silberfische

Das Malheur: Nasse Fußböden und Decken im Erdgeschoß. Trocknung und Renovierung verschlingen zusammen über 9000 Euro. Dumm nur, dass der Rohrbruch kaum geschehen wäre, wenn die Heizung durchgelaufen wäre. Das Herunterdrehen der Thermostate ist grob fahrlässig. Wenn die Versicherungsbedingungen nicht passen, bleiben Hauseigentümer auf solchen Kosten sitzen.

Was tun?

Checken Sie die Versicherungsbedingungen Ihrer Gebäude- und Hausratversicherung auf folgende Klausel:

Verzicht auf Einrede der groben Fahrlässigkeit

In Erweiterung der Regelung des Versicherungsvertragsgesetzes und abweichend von § 28.1 b) VGB 2000 – Fassung 2008 nimmt der Versicherer, sofern der Versicherungsnehmer oder einer seiner Repräsentanten den Versicherungsfall grob fahrlässig herbeigeführt haben, keine Kürzung der Leistung entsprechend der Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers vor.

Warum auch in der Hausratversicherung? Weil die Gebäudeversicherung wohl für den Nässeschaden an Wänden, Böden und Decken aufkommt, nicht jedoch für nasse Sessel und einen abgesoffenen Fernseher.

 

ETF – Eat the Frog?

ETF – Eat the Frog?

ETF – das Allheilmittel gegen Rediteritis, also gegen Ängste vor fallenden Aktienkursen? ETF´s sind der Frosch unter den Fonds, den es zu küssen lohnt? Taugen ETF wirklich als langfristige Anlage, nur weil sie vermeintlich billiger sind als „normale“ Fonds? Und welche Anlegerrechte kauft man sich da eigentlich ein?

 

Definition ETF

ETF´s sind Anlagefonds die in einen Korb von Wertpapieren investieren? Ja, aber nicht immer! ETF´s sind passiv verwaltete Fonds und verzichten auf teures Management? Stimmt, mal mehr und mal weniger! ETF´s haben das Ziel, einen Index 1 zu 1 nachzubilden? Richtig, aber knapp daneben ist auch vorbei! Was ist nun der genaue Unterschied zwischen ETF´s und normalen Fonds?

ETF

Foto: 667000_web_R_K_B_by_Gabriela-Neumeier_pixelio.de

ETF: Botox in der Kapitalanlage? Ein Korb an Wertpapieren?

Viele ETF sind sogenannte „synthetische“ ETF´s, also Anlageprodukte die NICHT direkt in eine Auswahl von Wertpapieren inverstieren, sondern in sogenannte Derviate oder Swaps. Wissen Sie, was das ist? Wenn nicht, sind Sie in guter Gesellschaft! Im Grunde sind nämlich „synthetische“ ETF in ihrer Zusammensetzung nur für absolute Fachleute zu verstehen. Viele dieser ETF´s schütten KEINE Dividende aus. Das mindert die Rendite erheblich. Denn Dividenden sind ein maßgeblicher Anteil am Ertrag Ihres Investments, oder sollten es zumindest sein.

 

Geiz ist geil? Verzicht auf teures Management?

Klar, ETF´s bilden einen Index nach, deshalb verzichten sie auf teures aktives Fondsmanagement. Ein passives Fondsmanagement gibt es trotzdem, denn die Nachbildung eines Index erfolgt nicht wie die unbefleckte Empfängnis, man muss etwas dafür tun. Der Fondsmanager aber hängt am Index wie ein Galeerensklave an der Kette. Und sinkt der Kahn (fällt der Index), ist das sein Schicksal (er geht mit unter). Denn natürlich verhält sich ein Korb aus Wertpapieren oder selbst synthtischen Anlagen eher wie ein Schwarm Bienen: Bei Sonnenschein schwärmen sie aus. Heißt: Die einzelnen Anlagen verändern ihren Wert über den Index hinaus oder unterbieten ihn. Der Fondsmanager muss nun gewisse Anlagen verkaufen und andere einkaufen, um dem Index treu zu bleiben. Und das geschieht immer an bestimmten Stichtagen. Statistisch sieht das so aus:

 

ETF

Quelle: Dimensional

 

Verkauf von gebrauchten BMW´s nur am Quartalsersten

Im Grunde ist diese Stichtagsregel ein Preistreiber. Stellen Sie sich vor, gebrauchte BMW dürften nur an vier Tagen im Jahr verkauft werden. Was meinen Sie, was an diesem Tag mit dem Preis der Fahrzeuge geschieht? An dem Tag geht er durch die Decke.

 

Konzept vor Produkt – Markt vor ETF

ETF´s sind eine Möglichkeit. Besser jedoch ist ein echtes Konzept. Geringe Kosten, verzicht aufs Fondsmanagement, regelmäßige Gewinnsicherung, Ausschüttung von Dividenen, Abbildung des Gesamtmarktes – nicht nur eines gewissen Index. Das funktioniert auch ohne ETF. Wie, sehen Sie hier.


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Alles Glück dieser Erde…

Alles Glück dieser Erde…

Haftet der Betreiber einer Pferdepension, wenn ein Pferd erkrankt, weil er es mit kontaminierter Silage gefüttert hatte? Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm hatte sich im November 2016 mit einem solchen Fall zu befassen. Glück oder Unglück für den Pferdehalter?

Das Glück in Pension gegeben

Ein Pferdeeigentümer und späterer Kläger hatte sein Tier in einer von einem Landwirt betriebenen Pferdepension eingestellt. Gemäß vertraglicher Verpflichtung hatte dieser das Pferd u. a. mit Heu sowie mit von ihm selbst hergestellter Silage zu füttern.

Nun erkrankte das Pferd im Jahr 2011 zeitgleich mit anderen Pensionspferden an Botulismus , dafür kam nur die Silage als Ursache in Frage.

Aus diesem Grund forderte der Besitzer des Pferdes vom Landwirt die von ihm aufgewendeten Tierarztkosten in Höhe von ca. 16.000,- € ein. Dieser jedoch wies jegliche Verantwortung von sich wies. Seine Meinung: Der Besitzer des Pferden könne ihm die  fehlerhafte Herstellung der Silage nicht nachweisen. Das Glück dieser Erde landete also vor Gericht.

Glück

Foto: by_M.-Großmann_pixelio.de_

Klage stattgegeben

Die Richter des erstinstanzlich mit dem Fall befassten Landgerichts Hagen und ihre Kollegen vom OLG Hamm gaben der Klage des Pferdehalters statt. Beide Gerichte vertraten die Auffassung, der beklagte Landwirt hafte unabhängig von einem eigenen Verschulden aus dem Produkthaftungsgesetz heraus.

 

Produkthaftungsklausel in der Haftpflichtpolice beachten!

Denn es ist so: Stellen Sie ein Produkt her, wird Ihnen eine sogenannte verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung für Fehler dieses Produkts grundsätzlich auferlegt. Heißt: Ihr Produkt muss passen, sonst haften Sie dafür. Der Landwirt nun galt laut Gericht als Hersteller der Silage. Denn sie sei in seinem Betrieb aus von ihm gemähtem, gesammeltem und verarbeitetem Gras hergestellt worden. Ferner habe er die Silage auch geschäftlich in den Verkehr gebracht, indem er sie vereinbarungsgemäß an das klägerische Pferd und an die anderen Pensionspferde verfüttert habe. Die Sache ist also wirklich eindeutig: Produkt hergestellt, vertrieben und verkauft = Hersteller und damit haftbar!

Bei der Kontamination der Silage handele es sich um einen Fabrikationsfehler, so die Richter, für welchen der Beklagte als Hersteller uneingeschränkt hafte. Unerheblich ist, ob der Beklagte die Kontamination mit vertretbarem Aufwand habe feststellen können, da Hersteller nach dem Produkthaftungsgesetz auch für sog. „Ausreißer“ haften.

Die Entscheidung ist mittlerweile rechtskräftig.

 

Quelle: germanBroker.net

Gier frisst Hirn

Gier frisst Hirn

Schlußverkauf! 100% auf alles! Und zwar Zuschlag! Kaufen Sie jetzt! Starten Sie Ihre Gier!

Kennen Sie Warren Buffit? Das Vermögen des Amerikaners wird auf satte 50 Mrd. Dollar geschätzt. In Zahlen: 50.000.000.000 $! Wie konnte der Mann so reich werden? Und wie übersteht er die Finanzkrisen? Warren Buffit kaufte während der Finanzkrise für mehrere Milliarden Dollar Aktien, unter anderem Bankaktien. Warum investiert ein Mensch eine solche Summe zu dieser Zeit, noch dazu in eine Bank? Weil sie billiger nie zu haben sein wird! Nicht Gier, sondern Planung schafft die Grundlage für Erfolge.

Es lebe das Sparbuch! Ohne Gier!

Weil Geiz geil ist, geizen wir auch mit Zinsen. Die meisten Anlagen dümpeln noch immer auf Sparbüchern herum, da herrscht nach Inflation echte Geldverbrennung.  Denn was im Alltag jede Hausfrau ohne Nachzudenken beherrscht, gilt offensichtlich nicht für die Geldgeschäfte der Deutschen: Der Gewinn liegt im Einkauf! Nachweislich kaufen Kleinanleger immer dann am Kapitalmarkt ein, wenn die Kurse hoch sind, bei 100% Zuschlag sozusagen. Welche Logik steckt dahinter? Wenn ein Produkt innerhalb weniger Monate seinen Preis vervielfacht, weicht jeder Verbraucher auf Alternativen aus. Nur am Aktienmarkt gilt diese Regel offensichtlich nicht. Es läuft doch grad so gut, da muß man halt mit! Und wenn, wie Anfang 2018, die Kurse wieder fallen, dann will man von Anlagen am besten nie wieder was hören.

Ist Gier frisst Hirn gefährlich?

Keine Frage! Und doch: Vergleicht man den Aktienmarkt mit einem Zug, ergibt sich ein seltsames Bild: Je schneller der Zug fährt, um so mehr Anleger versuchen aufzuspringen. Wer frühzeitig zugestiegen ist, sitzt im Sicheren. Alle andern fallen sehr hart, manche verlieren alles. Anleger die in den letzten Monaten Geld verloren haben, dürften diesen Verlust ähnlich dem Sprung aus einem fahrenden Zug empfunden haben. Zumeist dann, wenn ihre Anlage kein Konzept hat, wie so oft. Im Augenblick steht der Zug beinahe. Und die Anleger steigen in Scharen aus. Zusteigen? Jetzt? Der Andrang hält sich in Grenzen. Es ist absehbar wann der Run auf Fonds und Aktien wieder einsetzen wird: Wenn die Kurse steigen. Dann dröhnt es wieder aus jedem Morgenmagazin: Gier frist Hirn, kauf jetzt! Zu der Zeit sitzt Warren Buffit schon lange in der ersten Klasse.

Abwrackprämie am Aktienmarkt

2009 war die Abwrackprämie der Renner. Autohändler konnten sich vor Nachfrage kaum retten. Warum betrachten zögernde Anleger Tiefststände der Aktienmärkte nicht als „individuelle“ Abwrackprämie? Nein, ein staatlicher Zuschuss bei Aktienkäufen ist nicht geplant. Wäre auch völlig fehl am Platz. Die Panik am Aktienmarkt hatte 2008 und später dafür gesorgt, dass Unternehmen wie Volkswagen, Allianz und Bayer für Anleger zu „Schrottpreisen“ gekauft werden konnten. Wie wahrscheinlich war es denn, dass diese Unternehmen in 10 oder 20 Jahren nicht mehr da sein würden? Und wo stehen die heute?

Wer Sparpläne hat, kauft billig nach

Was spricht also noch dagegen, Fondssparpläne und Fondspolicen gerade jetzt abzuschließen oder aufzustocken? Denn bei fallenden Kursen steigt die Zahl der gekauften Fondsanteile.