Geld durch Finanzverblödung für Gläubige?

Geld durch Finanzverblödung für Gläubige?

Seit jeher glaubt der Mensch an wohlgesonnene oder zürnende Götter. In der Neuzeit wird die Götterrolle gerne auf werbende Schauspieler oder Fondsmanager übertragen. Dereiner beweist gerne anhand heiliger Schriften aus der Vergangenheit, was in Zukunft rentabel sein wird. Fondspicking, das heraussuchen der besten aller Anlagen für Ihr Geld, nennt sich diese göttliche Offenbarung. Doch mit Prognosen wird es immer dann schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen.

Geld verdienen mit Prognosen

Leider liegen die allermeisten dieser Prophezeihungen auf lange Sicht daneben. Und zumeist sollen sie nur die Taschen derer füllen, die sie abgeben. Das war schon in Delphi so und funktionierte auch noch beim Bau des Petersdoms, denn Ablassbriefe waren nichts anderes als Prognosen für die Zukunft.

Ja oder doch nicht?

So konnten Sie in 2016 in ein und der gleichen Zeitschrift innerhalb weniger Wochen eine Berg- und Talfahrt an Ratschlägen von Anlagegurus durchleben. Die Auflage der Zeitschrift stieg womöglich. Aber was tun Sie mit diesen Empfehlungen nun? Und was tut Ihr Geld?

Geld

Titelblatt Fokus Money 24. August 2016

24. August 2016

Aktien sind der Brüller und der Dax steigt bis 2018 (stimmte). Kurzfristig sollten sogar 12.400 Punkte drin sein. Leute kauft, es bevor die Aktien alle sind! Völlig daneben!

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Titelblatt Focus Money 31. August 2016

 

31. August 2016

Gleiche Zeitung, nur 7 Tage später. Gold ist nun der Renner, nicht Aktien! Der Goldpreis wird sich in 20 Monaten verdoppeln, sagt ein Experte. Nun, die Betonung liegt wohl auf Ex, denn der Goldpreis fiel nachher gewaltig, berappelte sich wieder und liegt heute enorm unter dem damaligen Wert. Wer Verstand hat, kauft Gold, hieß es damals. Gut für die, die nichts verstanden haben.

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Titelblatt Focus Money Oktober 2016

12. Oktober 2016

Die Welt am Abgrund! Der Dax, im August noch eine Reise wert, nun Teufelszeug, Finger weg davon.

Zu Teufel mit den Wahrsagern

Ach, die Vorhersehung ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Und was geschrieben steht, steht lang noch nicht fest für die Zukunft. Wenn man nun alle Ratgeber durchwühlt, alle Auguren befragt und alle Berater zum Teufel gejagt hat, was tut man dann um nicht an der Zinsesdürre zu verrecken?

Geld gestreut

Prognosefreies investieren heißt die Lösung. Keine Götter, keine Wahrsager, keine Experten – sondern der ganze Markt soll für Ihre Rendite sorgen. Das ist kein Versprechen auf Gewinne und den Geldsegen, wohl aber auf geringe Kosten und ein kluges Konzept. Denn wenn wir eines von Göttern gelernt haben: Für geringe Kosten stehen die nicht gerade.

Sie wollen wissen wie´s funktioniert? Lesen Sie im Blog oder rufen Sie uns an.

Immobilienverwalter mit neuer Pflichtversicherung

Immobilienverwalter mit neuer Pflichtversicherung

In der Immobilienbranche geht es um hohe Vermögenswerte, und deshalb gilt seit 1. August gilt eine neue Versicherungspflicht für Immobilienverwalter. Natürlich hat es entsprechende Gesetz einen besonders sperrigen Namen: Gesetz zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter. Erstmals wird auch eine Erlaubnispflicht in §34c der Gewerbeverordnung eingeführt. Wer bisher tätig war, darf bis 1. Januar von einer Übergangsfrist ausgehen.

Keine Neuheit

Bislang schon war eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für Immobilienverwalter sinnvoll und nun wird sie zur Pflicht. Insbesondere folgende Berufsgruppen der Immobilienbranche sollten eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung haben: Immobilienverwalter und Immobilienmakler, Immobiliendarlehensvermittler und Immobilienverwerter, Verwaltungsbeiräte von Eigentümergemeinschaften, Unternehmen der Wohnungswirtschaft.

Vermögensschadenhaftpflicht = Pflichtversicherung

Für diese Berufsgruppe fordert der Gesetzgeber nun eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung mit mindestens 500.000 Euro Versicherungssumme je Versicherungsfall, maximiert auf 1 Mio Euro je Versicherungsjahr. Weil Immobilienverwalter jedoch in der Regel unbegrenzt haften, bedeutet dies, dass die bestehende Haftpflichtversicherung überprüft werden muss. Der Behörde muss eine Versicherungsbestätigung vorgelegt werden, denn ansonsten darf das Gewerbe nicht weiter ausgeübt werden.

Schadensszenario

Es dreht sich hier nicht um Rundungsdifferenzen in der Nebenkostenabrechnung, weil es um viel mehr geht. Zum Beispiel durch die falsche Wahl der Gebäudeversicherung. In der Regel beschafft der Immobilienverwalter den Versicherungsschutz für die Immobilie, und kann dabei durchaus Fehler machen. Deckungsunterschiede, besonders im Bereich der Abwasserleitungsschäden, sind am Markt immens. Ein unversicherter Schaden wäre tragisch, denn keine Eigentümergemeinschaft bleibt gerne auf Kosten sitzen.

Betriebshaftpflichtversicherung für Immobilienverwalter genügt nicht

In der herkömmlichen Betriebshaftpflichtversicherung sind Vermögensschäden aus der Verwaltung NICHT gedeckt. Immobilienverwalter kommen um eine separate Vermögensschadenhaftpflicht nicht umhin, weil sie ja i.d.R. ihr Gewerbe nicht abmelden wollen. Achten Sie jedoch unbedingt auf ausreichende Versicherungssummen und passende Vertragsklauseln, denn was nützt eine Pflichtversicherung die ihre Pflicht nicht gänzlich erfüllen kann?

Haftpflichtversicherung ist nicht gleich Haftpflichtversicherung. Denn gerade in der Immobilienbranche sind Überschneidungen mit anderen Geschäftszweigen recht häufig anzutreffen. Hier gilt es, für Sie die passende Lösung zu finden. Durch unsere Erfahrung und unsere Mitgliedschaft in Verbänden und Arbeitskreisen finden wir auch für Sie die passende Lösung. Sprechen Sie uns an oder buchen Sie gleich hier Ihren Wunschtermin.

 

Fondspicking wider die Natur?

Fondspicking wider die Natur?

Was haben Bruno der Problembär, ein Ameisenhaufen und Geldanlage gemeinsam? Was hat das alles mit Fondspicking zu tun, dem Herauspicken einzelner Fonds fürs eigene Depot oder die eigene Fondspolice? Ein eher ironischer Vergleich:

Überrendite durch Fondspicking

Fondsmanager haben einen klaren Auftrag: Überrenditen erzielen (eine Benchmark übertreffen)! Dazu picken Sie Aktien oder Fonds heraus, von denen sie annehmen, sie laufen in Zukunft besser als der Rest des Marktes. Jedoch: Nach einer Studie der Dimensional Funds Advisors vom Dezember 2015, übertreffen gerade mal 17% der aktiven Fondsmanager über 15 Jahre ihre gesetzte Benchmark (Studie US-Investmentfonds). Allein 43% der Fonds überlebt den Zeitraum von 15 Jahren gar nicht erst!

Was sagt die Natur dazu? Folgender, nicht ganz ernst gemeinter, Vergleich:

Fondspicking

Foto: © Olaf Schneider by pixelio.de

Bruno auf Mülltonnenpicking-Tour

Bruno der „Problembär“, immigrierte 2006 über die österreichisch-bayrische Grenze nach Deutschland und wurde in Bayern erschossen (falsche Hautfarbe?). Sein Problem: Gleiche kulinarische Interessen wie die Bayern, und im Grunde auch Wunsch nach festem Wohnsitz mit Dach überm Kopf = sehr enges Spektrum, weil gezielt auf wenige Mülltonnen aus (analog Fondspicking!). Ganz klar, der Bär hätte ein Coaching gebraucht. Denn wie geht es besser?

Fondspicking

©keleny-by-fotolia.com

Die Ameise, der Held unter den prognosefreien Tieren

Jedes Jahr wandern (unkontrolliert) abermillionen Ameisen über die österreichische Grenze nach Bayern ein. Ameisen haben den gleichen Speiseplan wie Problembär Bruno. Sie plündern bayrische Mülltonnen und wohnen gern in bayrischen Häusern. Nur: Das merkt halt keiner! Denn sie befallen nahezu JEDE Mülltonne. So wurde bis heute noch nie eine Ameise von bayrischen Jägern (bewußt) erschossen! (auch keine schwarzen) Denn: Ameisen sind breiter aufgestellt, flexibler, sie stören den Urbayer nicht! Und selbst wenn eine umkommt… Risikostreuung!

Nur ein toter Bär, ist ein guter Bär?

Fazit: Fondspicking kann böse enden. Machen wir es klüger, verfallen wir nicht in die Finanzverblödung! Investieren wir prognosefrei, breit gestreut und mit geringstmöglichen Kosten! Der Vermögensverwalter, der dies möglich macht, sitzt übrigens in Bayern:)

 

Warum ich WhatsApp „Appschalte“

Warum ich WhatsApp „Appschalte“

Am 31. Dezember 2018 werde ich privat wie geschäftlich WhatsApp löschen. Sie können mich also ab 1. Januar nicht mehr auf diesem Wege erreichen. Es gibt gleichwertige Alternativen, zu denen ich weiter unten komme. In erster Linie will ich hier diesen Schritt begründen. Ich hab keinen Bock mehr als Datenschwein zur Schlachtbank getrieben zu werden.

Hurra, wir werden beobachtet

Neben dem tatsächlichen Verbot der Datenschutzbehörden, WhatsApp geschäftlich zu nutzen, bewegt mich dies: WhatsApp strebt (in meinen Augen) das „Modell Putin“ an. Das Geschäftsmodell WhatsApp emfinde ich als moralischen Schritt in die Kloake. Für mich, der ich in der DDR- Diktatur aufgewachsen bin, ist WhatsApp so, als würde ich mich freiwillig in die Normannenstrasse zum Verhör begeben.

Mach dich nackich mit WhatsApp

Stellen Sie sich vor, Sie hätten in den 90-er Jahren beim Anmelden Ihres Telefonanschlusses folgende Geschäftsbedingungen akzeptieren müssen:  All Ihre Gespräche zeichnen wir auf und speichern Sie für immer. Auch die Gespräche Ihrer Freunde und Kunden werden wir speichern, sowie natürlich deren persönliche Daten. All diese Informationen analysieren wir um zu erfahren, welches Ihre Vorlieben sind. Im Grunde geht es darum, Sie erpressbar zu machen. Außerdem wissen wir immer, wo Sie gerade sind. Das alles tun wir allerdings nur, um Ihr Leben in Zukunft noch besser, schneller und lohnenswerter zu machen.

Ein Freund, ein guter Freund – weiß alles

Das ist noch nicht alles. Sie unterschreiben außerdem: Zugleich hört Ihr Telefon ständig mit, wenn Sie Fernsehen oder das Radio einschalten, egal wo Sie sich befinden. Wir wissen so um ihre politische Meinung, welche Bücher sie lesen und ob Sie Veganer oder Grillmeister sind. Durch eine sinnvolle und komplizierte Kopplung Ihres Telefonanschlusses registrieren wir jeden Ihrer Einkäufe. Wir erfassen sogar, wie auch immer, was Sie sich im Supermarkt ansehen ohne es zu kaufen. Auch all diese Informationen speichern wir natürlich und werten sie aus. Freuen Sie sich auf diese schöne, neue Welt!

Wir sind immer noch in den 90-ern

Alles ist möglich: Sind Sie Homosexuell oder Hetero? Selbst wenn Sie es nicht wissen, Ihr Telefonanschluß findet es heraus, im Laufe der Zeit. Denken Sie daran, wir sind in den 90-ern. Hätten Sie Ihr Telefon tatsächlich angemeldet? Kein vernünftiger Mensch hätte das damals getan, und die Politik wäre sofort auf die Barrikaden gegangen. Damals…. Heute ist all dies leider Realität, wenn Sie WhatsApp nutzen.

Die digitale Diktatur

Was vor 20 Jahren noch undenkbar war, griff uns unbemerkt an die Gurgel: Der Anfang der digitalen Diktatur. Und wer glaubt, er habe nichts zu verheimlichen, ihn betreffe das nicht, der schaue nur nach Westen. So hält der US-amerikanische Marketingdienstleister Acxiom präzise Daten über 96 Prozent der US-Bevölkerung bereit (Quelle: Richard David Precht – „Jäger, Hirten, Kritiker“), und nutzt diese. Es geht hier nicht nur um die permanente Werbebeschallung, sondern um Einfluß auf Politik und Wahlen und die politische Stimmung der Menschen. Über Social Media lassen sich Menschen hervorragend manipulieren. Man kann noch jede Maus fangen, sofern man weiß, welche Käsesorte sie bevorzugt. WhatsApp, Facebook und Google wissen alles. Ein Ergebnis dieser Manipulation heißt Donald Trump, und ich kenne nun wirklich niemanden, der diesen Trottel nicht für eine Katastrophe hält. Wer es näher haben will schaue einfach in die Türkei. Gleiches Muster, ähnliches Ergebnis.

Was tun?

Viele von Ihnen nutzen WhatsApp um mir und meiner Kollegin Terminanfragen und Schadensbilder zu schicken, Fotos von Versichererschreiben oder Fahrzeugscheine. Die Übermittlung dieser Nachrichten ist für Sie wie uns denkbar einfach, zumal die meisten von Ihnen im Normalfall selten einen Scanner zur Hand haben, oder ein Faxgerät. WhatsApp ist schneller als Mail und Telefon, eine praktische Sache. Nur eben ist WhatsApp für mich eine elektronische Fußfessel, wie Google, Facebook und Amazon auch. In Zukunft werden wir auch eine APP anbieten, auf der Ihre Versicherungsverträge für Sie sichtbar sind und über die Sie mit uns auch kommunzieren können.

Alternativen zu WhatsApp

Ich persönlich werde ab Januar 2019 ausschließlich Signal nutzen. Das Handling ist identisch mit WhatsApp, die Server stehen in Deutschland und unterliegen deutschem Datenschutzrecht. Alle Nachrichten werden sofort nach der Übertragung vom Server gelöscht. Auch wenn Idealismus heute eher belächelt wird: Mir ist es wichtig! Hauptsächlich der oben genannten Gründe wegen. Es ist eher eine moralische Frage, eine Frage der Freiheit. Und Freiheit war noch niemals bequem. Die Begründung, jeder würde WhatsApp nutzen, es käme schon nicht mehr drauf an, ist gefährlich. Stumme Zustimmung und Resignation waren noch immer die Grundpfeiler jeder Diktatur.

Weitergehende Literatur

Schlecky Silberstein: „Das Internet muss weg“. Wer es lieber spannend mag, lese den Bestseller „The Circle“ von Dave Eggers. Literarisch nicht der Brüller, aber extrem nah an der Realität. George Orwells „1984“ ist dagegen eher altbacken aber auch auf der richtigen Spur. Erstaunlich nah an der Mentalität von heute, obwohl 90 Jahre alt, ist Alous Huxley´s „Schöne neue Welt“. Wer es eher wissenschaftlich mag: Vor allem Schlecki Silbersteins „Das Internet muss weg“ und Richard David Precht´s „Jäger, Hirten, Kritiker“, auch wenn ich seine Utopien und finanzielle Lösungsvorschläge eher für Wolkenträumereien halte – der Teil über die Digitalisierung ist gut. Auch wichtig: Jan Kalbitzer´s „Digitale Paranoia“ und Dr. Heinz Ludwigs „Richtig leben, länger leben“ – auch wenn die Digitalisierung hier eher keine Rolle spielt.

 

Herzliche Grüße

Ihr Olaf Misch

Erfahrungen & Bewertungen zu Misch & Wipprecht GmbH