KBV zu Anforderung an IT-Sicherheit in Arztpraxen

KBV zu Anforderung an IT-Sicherheit in Arztpraxen

Als Mediziner wissen Sie: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung, kurz KBV, befasste sich mit Sicherheitsstandards für Arztpraxen. Denn im Dezember 2019 trat das DigitaleVersorgung-Gesetz (DVG) in Kraft .

Und die KBV empfiehlt durchaus, Cyberrisiken an Versicherer auszulagern.

Das DVG soll regeln, dass Ihre Patienten schneller von digitalen Angeboten profitieren können. Weil so die medizinische Versorgung im gesamten Gesundheitswesen verbessert werden soll. Es geht dabei um elektronische Patientenakte, Gesundheits-Apps auf Rezept oder Videosprechstunden. Alles Dinge, die Sie in der Praxis betreiben oder umsetzten müssen.

Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet voran

Doch den Chancen durch diese Digitalisierung stehen auch Risiken gegenüber. Insbesondere für Ihren Praxisbetrieb entstehen diverse Risiken durch Cybercrime. Deshalb wurde das Thema „Sichere IT für Arztpraxen“ ebenfalls im DVG berücksichtigt: Mit § 75b SGB V wurde die Kassenärztliche Bundesvereinigung damit beauftragt, IT-Sicherheitsstandards für Arztpraxen verbindlich festzuschreiben. Aus diesem Auftrag entstand die IT-Sicherheitsrichtlinie. Und die ist schon am 1. Januar 2021 in Kraft getreten.

KBV definiert Ziele der IT-Sicherheitsrichtlinie

IT-Systeme und sensible Daten in den Praxen sollen noch besser geschützt werden. Ziel ist, die IT-Sicherheit nachhaltig zu stärken. Und klare Vorgaben sollen Ihnen dabei helfen, Patientendaten noch sicherer zu verwalten und Risiken wie Datenverlust oder Betriebsausfall zu minimieren.

Cyberpolice als Empfehlung

Die IT-Sicherheitsrichtlinie der KBV weist auch auf Cyberpolicen hin. So wird darauf hingewiesen, dass Sie Risiken der Praxis auch an Dritte, wie Cyberversicherungen, übertragen können.

Reicht die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) nicht aus?

Die DSGVO regelt nicht die Sicherheit einer Arztpraxis. Denn sie ist eben nur eine EU-Verordnung. Und in deren Mittelpunkt steht der Datenschutz für Sie als Arzt, der Sie Personendaten verarbeiten. Weil die DSGVO aber besondere Kategorien personenbezogener Daten kennt, unter die auch Gesundheitsdaten von Patienten fallen, jedoch die fehlende Spezifizierung offen lässt, genügt sie eben nicht. Für Ihre Arztpraxis bleiben damit viele Fragen offen.

Die IT-Sicherheitsrichtlinie der KBV

Die IT-Sicherheitsrichtlinie richtet sich speziell an die Informationssicherheit Ihrer digitalen Patientenversorgung der Zukunft. Weil sie die DSGVO konkretisiert, macht sie diese praxistauglich für Sie. Wenngleich niemand behaupten dürfte, dass sie leicht umzusetzen sein dürfte.

Was sind die konkreten Inhalte der IT-Sicherheitsrichtlinie der KBV?

Die Richtlinie beschreibt das Mindestmaß der Maßnahmen die Sie ergreifen müssen, um Ihre IT-Sicherheit zu gewährleisten. Es geht dabei zum Beispiel um Punkte wie Ihr Sicherheitsmanagement, die IT-Systeme an sich, Rechnerprogramme, mobile Apps und Internetanwendungen. Aber auch über das Aufspüren von Sicherheitsvorfällen. Die Maßnahmen richten sich nach der Größe Ihrer Praxis. Zusätzliche Anforderungen an Ihre IT-Sicherheit erwarten Sie zudem bei der Nutzung von medizinischen Großgeräten. Also zum Beispiel für MRT oder CT.

Anforderungen an die IT-Sicherheit nach Praxisgröße (Auszug)

Praxen (Praxen mit bis zu 5 ständig mit der Datenverarbeitung betrauten Personen)

  • Das interne Netz ist inklusive eines Netzplanes zu dokumentieren
  • Nur Apps aus offiziellen Stores nutzen und keine vertraulichen Daten über Apps versenden
  • Regelmäßige Datensicherung und aktuelle Virenschutzprogramme
  • Komplexe Gerätesperrcodes und sichere Grundkonfiguration für mobile Geräte

Mittlere Praxen (Praxen mit 6 bis 20 ständig mit der Datenverarbeitung betrauten Personen) Zusätzlich:

  • TLS-Verschlüsselung bei Nutzung von Webseiten
  • Nutzungs- und Sicherheitsrichtlinien für die Mobiltelefon-Nutzung Großpraxen (Praxen mit über 20 ständig mit der Datenverarbeitung betrauten Personen) oder Praxen mit Datenverarbeitung im erheblichen Umfang Zusätzlich:
  • Sichere Anbindung der mobilen Endgeräte an die Institution
  • Definition der erlaubten Informationen und Applikationen auf mobilen Geräten
  • Vollständige Verschlüsselung von Wechseldatenträgern Für die Nutzung medizinischer Großgeräte
  • Zugriff für Konfigurations-/Wartungsschnittstellen beschränken
  • Trennung der medizinischen Großgeräte von der weiteren IT

KBV empfiehlt Umsetzung

Und natürlich muss es wieder mal schnell gehen. Denn erste Anforderungen müssen Sie bereits bis zum 1. April 2021 realisieren. Hierzu zählen zum Beispiel die Dokumentation Ihres internen Netzes anhand eines Netzplanes oder aktuelle Virenschutzprogramme auf allen Endgeräten. Die übrigen Maßnahmen dürfen Sie dann bis zum 1. Januar bzw. 1. Juli 2022 umzusetzen. Aufatmen dürfen Sie trotzdem nicht, denn:

Cybercrime ist auf dem Vormarsch

Es eilt…! Die jetzt von der KBV beschlossenen Regelungen werden in Zeiten steigender Cyber-Kriminalität dringend erforderlich. Das BSI meldet zunehmende digitale Angriffe auf medizinische Versorgungseinrichtungen. Insbesondere die Corona-Krise und die damit verbundene Verlagerung von Gesundheitsdienstleistungen in den digitalen Bereich werden von Cyberkriminellen für gezielte Angriffe genutzt.

Bewußtsein für dieses Risiko muß wachsen

Dennoch ist das Cyberrisiko im Bewusstsein vieler Ärzte nicht präsent, und die Corona-Pandemie – sowie die damit einhergehenden aufwendigen Hygienemaßnahmen und verunsicherte Patienten – machen es nicht leichter.

Der Schutz der IT-Infrastruktur steht oft hinten an, doch die fortschreitende Digitalisierung im Gesundheitswesen erlaubt dafür keinen Aufschub mehr!

 

Quelle: In Auszügen Alte-Leipziger Versicherung

 

Produktverkauf – falsch und mies

Produktverkauf – falsch und mies

Unsere Branche wirds nie lernen, das steht fest! Nicht so lange Produktidioten sich Berater nennen dürfen. Wenn sie von ihren Einpeitschern zu den Kunden getrieben werden um Stückzahlen zu bringen. Reiner Produktverkauf sollte strafbar sein. Weil er oft zu Lasten der Kunden gehen muss. Gegen solche Praktiken laufen wir als als unabhängige Versicherungsmakler seit Jahren Sturm. Und speziell wir weisen in unserem Blog immer wieder auf Beratungsmängel hin. Hier bringen wir mal wieder ein schönes Beispiel für professionelle Finanzverblödung! Leider hat der entsprechende Kunde Geld verloren. Ach ja, ein Wort vorab: Die Leserinnen mögen uns den durchweg maskulinen Terminus verzeihen.

Die Ausgangssituation – geahnter Produktverkauf

Wir beraten einen jungen Kunden unter 30 Jahren, er fühlt sich mit dem vor einigen Jahren abgeschlossenen Vertrag sehr unwohl. Irgendwas stimmt da nicht, so sein Bauchgefühl. Und das Ergebnis unserer Recherche bestätigt mal wieder: Man soll tatsächlich auf sein Bauchgefühl hören.

Er legt uns einen Vertrag eines Vertriebes vor, eines klassischen Strukturvertriebes.  Der Kunde hat einen Vertrag mit fünf Bausteinen: Altersvorsorge, Berufsunfähigkeitsversicherung, Pflegerentenoption, Hinterbliebenenschutz. Es gibt noch einen fünften Baustein, nämlich horrende Produktkosten. Aber davon hat der Kunde natürlich nichts.

Der eigentlich korrekte Beratungsvorgang ohne Produktverkauf

Gehen wir zunächst auf die Beratung ein, wie sie der Gesetzgeber uns vorschreibt. Bei der Beratung zu Versicherungsleistungen ist der Kunde zu seinen Wünschen und Bedürfnissen zu fragen. Im Nachgang der Beratung sind diese zu dokumentieren. Wenn es dann um die Produktempfehlung geht, ist zu begründen, warum es dieses Produkt sein soll. Natürlich kommen wir hier wieder auf die Punkte Wünsche und Bedürfnisse zurück. Das Ergebnis und die Empfehlung sollten doch irgendwie zusammenpassen, oder nicht? Bitte merke dir dies, denn wir kommen weiter unten nochmal darauf zurück.

Und so liefs tatsächlich ab

Der Kunde wurde zu einer Veranstaltung eingeladen. Ach nennen wir es doch so, wie es tatsächlich ist, er wurde hingeschleppt. Eine Versammlung in der es darum ging, über das Vermögen zu beraten. Welcher Vertrieb könnte das denn nun sein??

Sicher, es war eine tolle Versammlung. Eine Produktpräsentation und noch eine, und noch eine. Quasi eine Tupperparty für Versicherungen, nur dass die Plastikbecher der Firma Tupper von bestechender Qualität sind. Was von von dem, was unser Kunde dann unterschrieben hat, freilich nicht behaupten kann. Und Tupperware kannst du jederzeit umtauschen, wenn sie Mängel hat. Schade, dass dies mit der Police unseres Kunden nicht geht.

Kommen wir nochmal auf Wünsche und Bedürfnisse zurück. Am Ende des Abends nämlich wurden verschiedene Produkte ausgewählt. Du merkst vielleicht, dass eine Produktauswahl keine Beratungsleistung darstellt. Und genau so sieht auch das Ergebnis aus.

Fehler 1: Überraschung in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Unser Kunde unterschrieb hier einen Antrag über ein sogenanntes Startermodell. Das ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei der sich entweder mit den Jahren die Leistung verringert oder der Beitrag eklatant ansteigt. Ehrlicherweise sollte einem Kunden erklärt werden, dass diese Starter-Variante der Berufsunfähigkeistversicherung über die Gesamtlaufzeit viel teurer ist als ein normal kalkulierter Vertrag. Oder man sollte ihm zumindest ganz eindringlich erklären, dass seine versicherte Rente nach 5 Jahren plötzlich nur noch halb so hoch ist wie beantragt. Dies war auf keinen Fall Kundenwunsch. Der Vertrag erfüllt also keinesfalls die Vorgaben des Kunden.

Fehler 2: Produktfehler in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Hier müssen wir eine Lanze für den armen Teufel brechen, der dem Kunden diesen Vertrag verkauft hat. Denn er konnt einfach nicht anders! Der Vertrieb, für den er arbeitet, hat eben nur dieses Produkt im Thema Berufsunfähigkeitsversicherung. Darum konnte er dem Kunden natürlich nicht sagen, was für einen Quark er ihm da andrehen mußte.

Deshalb raten wir natürlich immer, lass Dich von einem unabhängigen Berater über die Möglichkeiten der Berufsunfähigkeitsversicherung aufklären!

Produktmängel

Denn das Produkt unseres Kunden hat einige massive Mängel. Wird zum Beispiel der Kunde berufsunfähig, muss er keine Beiträge mehr zahlen. Aber nur bis zum 62. Lebensjahr.  Das liegt daran, dass die BU ohnehin nur bis 62 abgeschlossen wurde. Viel zu kurz, denn wir arbeiten heutzutage bis ins 67. Lebensjahr. Die Beitragszahlung für die Altersvorsorge und all die anderen (sinnlossen) Vertragsbestandteile ist also ab 62 wieder zu zahlen, auch wenn der Kunde dann immer noch berufsunfähig ist. Na danke! Auch für diesen Punkt gilt: Kundenwunsch und Kundenbedürfnis nicht erfüllt.

Was völlig fehlt ist auch die garantierte Steigerung der Berufsunfähigkeitsrente. Jeder weiß, dass Überschüsse der Versicherer gen Null tendieren. Somit würde die versicherte Berufsunfähigkeitsrente immer gleich hoch bleiben und niemals ansteigen. Die Inflation frisst so nach und nach die Rente des Kunden auf. Die Kosten steigen, die Rente nicht.

Bei vorsätzlichen Verkehrsstraftaten, oder nur dem Versuch dazu, ist dieser Versicherer hier von der Leistung frei. Wenn nach einem Unfall Berufsunfähigkeit eintritt und der Kunde in eine solche Straftat verwickelt war, Pech gehabt. Einmal Alkohol am Steuer, und schon keine BU-Leistung mehr. Klasse! Soviel zu den Produktübeln an sich. Aber besser wirds nicht mehr.

Wer braucht denn sowas? 22 Euro Pflegerente im Monat

Was meinst Du bringt Dir eine Pflegerente über 22 Euro monatlich? Nein, wir meinen nicht den Beitrag, wir meinen die Rente. Denn unser innovativer Vertrag beinhaltet, für stolze 8 Cent im Monat, die Option, sich später eine Pflegeversicherung abzuschließen. Und das ohne Gesundheitsprüfung. In Höhe von 22 Euro monatlich. Was zur Hölle soll das sein? Wer braucht 22 Euro Pflegerente? Das mag reichen fürs Pflegeheim in Nordkorea, als Tagessatz. Natürlich, die 8 Cent im Monat tun dem Kunden nicht weh. Aber hier gehts um etwas ganz Anderes. Hier gehts ums Prinzip, um so etwas wie Ehrlichkeit. Denn dieser Vertragsteil hat nur einen einzigen Zweck. Weil der Abschluß nämlich dem Vertreter helfen soll, seine Stückzahlen zu erfüllen. Absolut vertriebsorientierter Produktverkauf. Eine Pflegerentenoption verkauft ist wieder ein Vertrag näher am Bonus. Nur gilt hier wieder ganz  klar, Wünsche und Bedürfnisse des Kunden nicht berücksichtigt bei der Beratung! Denn welcher Kunde wünscht sich eine Pflegerentenoption für 22 Euro monatliche Pflegerente?

Nächster Stückzahlenverkauf

Der Vertrag enthält auch eine Hinterbliebenenleistung. Satte 1150 Euro Leistung. Zum Sterben zu wenig und zum Leben auch nicht genug. Unser Fazit auch für diesen Vertragsteil lautet: Der Vertreter brauchte Stückzahlen. Wünsche und Bedürfnisse des Kunden spielten natürlich keine Rolle.

Kosten

Um es klar und deutlich zu sagen: Ohne Kosten gehts nicht. Das gilt auch für uns, denn wovon sonst sollen wir leben? Meist sind die Kosten im Vertrag als Provision enthalten. Oder Sie lassen sich von uns per Honorar beraten. Wollen Sie aber nicht, weil Ihnen das zu teuer sein wird, versprochen.

Provisionen ohne Beratungsleistung

Provisionen sind an sich nicht schlimm, nur sollte man mal hinschauen, mit wem man sich da einläßt. Im beschriebenen Fall enthält der Gesamtbeitrag einen Anteil von 22 Euro, der in Fonds angelegt werden soll. Zu den Phantasieberechnungen kommen wir später. Und belächeln wir nur kurz und sauer die Tatsache, was 22 Euro Fondssparen eigentlich bringen soll. Erlaube mir bitte nochmals kurz darauf hinzuweisen, dass kein Kunde und keine Kundin sowas abschließen würde. Denn fragen wir nach Wünschen und Bedürfnissen. Und lautet das Ergebnis Aufbesserung der Rente, dann gehört eine Rentenplanung gemacht. Und dies ist hier nicht geschehen. Denn welcher Rentenplan käme mit 22 Euro Monatsbeitrag aus? Es ist einfach nur Produktverkauf ohne Sinn und Verstand. Aber zum Nachteil des Kunden. Keine Beratung. Und wir sind grundsätzlich der Meinung, dass es Provisionen für Beratungsabschlüssen geben sollte, nicht für Produktentsorgung. Produktverkauf

Die Kosten fressen die Sparraten auf

Kommen wir zum Höhepunkt. Kommen wir zu dem, was wir Betrug nennen. Nämlich die horrenden Stückkosten für den Vertragsteil Altersvorsorge. 22,61 Euro beträgt exakt der Beitragsanteil für die Fondsrente. Und davon sind 4,60 Euro Stückosten. Monat für Monat. Das sind 20,34 Prozent Kostenanteil. Wie zur Hölle, sollen die Fonds das reinwirtschaften? Dieser Vertrag MUSS Verluste einbringen, es geht gar nicht anders. Um weitere 2,02 Prozent wird die Vertragsrendite durch die Provisionen gemindert. So sind wir schon bei 22,36 Prozent Kostenanteil. Zusätzlich erhält der Vermittler noch einen Kickback der Fondsbank, der aber in der Berechnung nicht ausgewiesen wird. Gute Anlagekonzepte sehen anders aus.

Produktverkauf

Produktverkauf

Produktverkauf Fazit

Ein Vertrieb oder ein Versicherer wirbt damit, in Vermögensfragen zu beraten. Letzten Endes tut er das wohl, aber nur zu Gunsten des eigenen Vermögens. Zumindest in diesem Fall. Aber auch in anderen, uns bekannten. Dieses Beispiel ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Und es ist ein sehr mieses Beispiel für unsere Branche. Solange es Kollegen gibt, die dergleichen Mist unter die Leute bringen dürfen, wird sich der Ruf unserer Branche nicht bessern.

Andererseits, und da wollen wir ehrlich sein, leben wir als Misch & Wipprecht GmbH zu einem gewissen Teil davon. Denn diese Kunden wachen irgendwann auf und suchen eine Lösung oder zumindest eine Erklärung. Und wir können beides bieten.

 

 

 

 

BUZ und Corona

BUZ und Corona

Wird die Corona-Pandemie Auswirkungen auf die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) haben? Werden die Beiträge steigen? Werden die Gesundheitsfragen erweitert und schärfer? Nachsatz vom 03.02.2021: Eindeutig JA!

Folgen von Coronaerkrankungen denkbar

Die einfache Antwort ist: Das weiß noch niemand. Ob es durch Corona bzw. besser durch die aufgrund einer Infektion entstandenen Dauerschäden im Körper (Lunge) zu mehr Fällen von Berufsunfähigkeit kommen wird, wird sich erst in der Zukunft zeigen. Es muss ja erst einmal zu einer Einschränkung der beruflichen Leistungsfähigkeit kommen und momentan sind wir noch im Abklingen der Neuinfektionen. Die Folgen könnten erst in Jahren sichtbar werden.

Ergänzung vom 03.02.2021: Inzwischen ist bekannt, dass schwere Infektionsverläufe durchaus auch Gesundheitsschäden von bisher unbekanntem Maß verursachen können. Zudem kursieren Befürchtungen zu Spätfolgen. Dies alles wird gezwungenermaßen zu Erschwernissen in der BUZ führen müssen. Eben weil eine höhere Feuergefahr zu einer höheren Feuerprämie führt, wenn ich es mal so bildhaft ausdrücken darf. Versicherer sind nichts anderes als Statistiker. Diese rechnen eben mit Eventualiäten. Und im Moment ist ganz klar davon auszugehen, dass die Eventualität Spätfolge häufiger auftreten wird. So gesehen werden zwei Szenarien eintreten müssen: Höhere Beiträge für Neuabschlüsse und erschwerte Annahmebedingungen durch noch härtere Gesundheitsfragen.

Die BUZ mit neuen Gesundheitsfragen?

Fest steht, dass bereits ein BU-Versicherer eine Corona-Frage in seinen Antrag aufgenommen hat.

Aber ob das aber dazu führt, dass der Damm bricht und alle anderen nachfolgen werden, bleibt abzuwarten. Führt eine Infektion zu einer dauerhaften Organschädigung, dann wird diese von den bisherigen Gesundheitsfragen zumindest in den meisten Fällen wohl ohnehin erfasst werden. Spezielle „Corona-Fragen“ könnten jedoch auch all jenen Probleme bei der Beantragung machen, die ohne oder mit unerkannten Dauerschäden von ihrer Infektion genesen sind.

Ergänzung vom 03.02.2021: Inzwischen tauchen immer mehr Antragsfragen dieser Art auf: „Erkrankten Sie in den letzten x Jahren an einer Infektionskrankheit?“ Ist Corona einmal diagnostiziert, müssen Sie diese Frage mit JA beantworten. Die Folgen dürften klar sein. Weil Spätfolgen zu erwarten sind, dürfte der Abschluß einer BUZ für Sie unmöglich oder teurer werden. Gegebenenfalls werden auch Folgen von Corona ausgeschlossen. Dabei ist es völlig irrelevant, ob die Diagnose auf einem dieser sehr ungenauen Schnelltests beruht. Diagnose ist Diagnose. Tipp: Wenn Sie mit dem Gedanken des Abschlusses einer BUZ für sich oder Ihre Kinder spielen, tun Sie es sofort.

Jetzt handeln und BUZ abschließen?

Halten wir nochmals fest: Der erste Versicherer hat eine Frage aufgenommen. Alles kann, nichts muss. Was wird, kann heute noch niemand sagen.

Raten wir Ihnen nun zum frühen Abschluss  einer BUZ? Ein ganz klares „ja“!

Ergänzung vom 03.02.2021: Und nicht nur, weil Sie oder Ihre Kinder vielleicht mal Corona als Diagnose in der Akte haben könnten. Sondern auch, weil die Krankheit an sich, wenn sie einen unschönen Verlauf nimmt, zu Berufsunfähigkeit führen kann.

Nicht nur wegen Corona

Nicht zwingend wegen Corona. Ob Sie dieses Risiko am höchsten bewerten, ist Ihnen überlassen. Die Gründe sind dieselben wie im Januar oder im Jahr 2016 oder noch früher. Je jünger, desto gesünder, desto unproblematischer die Annahme. Je jünger, desto günstiger ist der Beitrag bzw. kann eine höhere Rente mit dem Budget dargestellt werden, das Ihnen zur Verfügung steht. „Lohnender“ wird es für Ihre Sie so oder so nicht werden.

Rechnungszins wird BUZ verteuern

Was Sie vielleicht nicht wußten: Aber die sogenannte Garantieverzinsung der Versicherungswirtschaft, der Rechnungszins, wird von der Regierung festgelegt. Und die denkt gerade über eine Senkung ab 2021 nach. Sinkt der Rechnungszins ab, steigen die Beiträge für neue Berufsunfähigkeitsversicherungen deutlich an.

Ergänzung vom 03.02.2021: Dieser Fall ist eingetreten. Es wird nicht die letzte Preissteigerung sein. Also:

Reagieren Sie jetzt und versichern Sie Ihre Gesundheit, Ihre Arbeitskraft. Gesundheit ist eben die beste Versicherung!

Cyberpolice und Homeoffice

Cyberpolice und Homeoffice

Corona hat viele ins Homeoffice verbannt. Welche Bedingungen aber stellt die Cyberpolice Ihres Unternehmens für diesen Tatbestand? Worauf Unternehmer achten müssen und was sonst beim Thema Cybercrime aktuell abgeht.

Zunahme von Internetkriminalität

Experten für Internetkriminalität prognostizieren für 2021 weitere Zunahmen von Cybercrime. Immer professioneller werden dabei zunehmend sogenannte Deepfakes. Auch Identitätsbetrug nimmt gewaltig Fahrt auf. Eine Cyberpolice ist für Unternehmen heute wichtiger denn  je.

Ohne Cyberpolice ist wie ohne Feuerversicherung, nur schlimmer

Deepfakes sind (grob vereinfacht) eine Art Algorithmus, der aus bestehenden Datensätzen neue Daten erzeugen kann. Auf diese Weise können beispielsweise Tausende von Soundaufnahmen einer Personenstimme zu einer vollkommen neue Audiodatei zusammengesetzt werden. Die klingt dann genau so, wie die Originalperson, nämlich weil sie die gleichen Sprachmuster nutzt.

Erpressung vorprogrammiert

Gefälschte Videos und Aufzeichnungen von Politikern und anderen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens können so verbreitet werden. Welche Einkommensmöglichkeiten dies den Cyperkriminellen eröffnet, ist klar. Diese raffinierten Betrugsangriffe nehmen weiter zu. Und deshalb sollten sich Unternehmen in Zukunft darauf einstellen, ihre Sicherheitsmaßnahmen hochzufahren. Anspruchsvollere Lösungen bei der Identitätsüberprüfung werden wohl nötig sein. Und trotz der Sicherheitsmaßnahmen: Einfallstore wird es immer geben. Für diese Lücke sollten Sie eine Cyberpolice vorhalten.

Auch Identitätsbetrug nimmt zu

Mit der COVID-19-Pandemie wanderten viele Arbeitsplätze ins Homeoffice und viele Transaktionen ins Internet. Schnell wird Identitätsbetrug deshalb zu einem großen Problem, vor allem in digitalen Branchen.  Klar ist, dass COVID-19 Identitätsbetrugsversuche massiv gefördert hat, und besonders bei Unternehmen in Finanzdienstleistungen und Kommunikation vielfach Opfer sind.

Worauf achten bei Homeoffice?

Eine gute Cyberpolice schützt Ihr Unternehmen auch dann, wenn Ihre Mitarbeiter im Homeoffice sitzen. Natürlich will der Versicherer wissen, mit welchem Risiko er es zu tun hat. Deshalb klären Sie bitte folgende Punkte genau ab:

Cyberpolice und Homeoffice – die Bedingungen

Nutzen Ihre Arbeitnehmer an betriebsfremden Drittstätten, also im Homeoffice, vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte Hard- und Software?  Und erfolgt der Zugang zum internen System des Arbeitgebers über gesicherte Zugänge (z.B. einen VPN-Tunnel)?

Nutzen Ihre Arbeitnehmer auf Anweisung oder mit Genehmigung des Arbeitgebers ganz oder teilweise eigene IT-Geräte? Wenn ja, erfolgt der Zugang zum System des Arbeitgebers über gesicherte Zugänge (z.B. einen VPN-Tunnel)?

Werden die Geräte, also die vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte Hard- und Software, auch an betriebsfremden Drittstätten weiterhin ohne schuldhaftes Zögern mit aktueller Software zur Erkennung und Vermeidung von Schadsoftware sowie mit neu verfügbaren Sicherheitsupdates ausgestattet?

Wir sind Experten für Ihre Cyberpolice

Klären Sie diese Punkte und kommunizieren Sie dies mit Ihrem Versicherer. Oder besser noch: kommunizeren Sie dies mit uns. Denn wir sind fit im Thema Cyberpolicen. Egal ob Sie eine haben oder nicht.

 

Die Pandemie, GKV und PKV

Die Pandemie, GKV und PKV

 Es war ein turbulentes Jahr 2020. Kaum ein anderes Thema hat unser Leben und die Medien so beherrscht wie die Pandemie. Uns interessiert an dieser Stelle vor allem, wie sich unsere Krankenversicherungssysteme in der Zeit geschlagen haben. Da wir uns jedoch noch Mitten in der Pandemie befinden, handelt es sich lediglich um eine Zwischenbilanz, Änderungen vorbehalten.

Die GKV und die Pandemie

Zu Beginn des Jahres 2020 versprach Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, alles, was medizinisch notwendig sei, zu finanzieren. Dieses Versprechen konnte bisher eingehalten werden. Doch zu welchem Preis?

Operationen nach der Pandemie

Viele Operationen mussten abgesagt oder verschoben werden, um das medizinische Personal für Notfälle und Corona-Patienten mobilisieren zu können. Dadurch entgingen den Kliniken viele Gelder. Andererseits ergaben sich durch den Wegfall vieler planbarer Operationen auch Entlastungen, sodass sich Mehr- und Minderausgaben ausgleichen konnten.

Mehrausgaben in der GKV

Ein Defizit von Mehr- und Minderausgaben in Höhe von rund 1,7 Milliarden Euro bis Ende September 2020 ist darauf zurückzuführen, dass die Kassen ihre Reserven abbauen mussten, ihren Zusatzbeitragssatz jedoch nicht erhöht haben. Zudem entgehen der GKV durch die angemeldete Kurzarbeit 20 Prozent der Beiträge auf das Kurzarbeitergeld.

Kostensituation GKV nach der Pandemie

In diesem Jahr wird es jedoch nötig werden, sowohl auf die Reserven der Kassen zurückzugreifen als auch den Zusatzbeitragssatz anzupassen. Bundesgesundheitsministerium und Krankenkassen gehen gemeinsam davon aus, dass rund 16,6 Milliarden Euro auf der Einnahmenseite fehlen und somit gedeckt werden müssen. Der Bund will hierfür einen Zuschuss in Höhe von fünf Milliarden Euro bereitstellen.

Ingesamt sieht Dr. Doris Pfeiffer die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung jedoch in diesem Jahr gesichert.

Fazit GKV

Auf lange Sicht wird es nicht möglch sein, dauerhaft höhere Ausgaben durch einmalige Zuschüsse und das Auflösen von Rücklagen zu finanzieren. Schon Ende dieses Jahres könnten die Reserven der Krankenkassen aufgebraucht sein. Das Abführen von rund acht Milliarden Euro aus dem Vermögen der Krankenkassen greift zudem massiv in deren Finanzautonomie ein. Durch die starken Vermögenseinschnitte bei den Kassen wird so die Stabilität und Planbarkeit der Beitragssätze verringert.

Die PKV und die Pandemie

Um den Anforderungen der Pandemie gerecht zu werden, hat der PKV-Verband verschiedene Vereinbarungen mit der Bundesärztekammer und weiteren Verbänden der Leistungserbringer getroffen. Ingesamt wurden im Jahr 2020, zusammen mit der Beihilfe, coronabedingte Zusatzleistungen in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro gezahlt.

Überproportionale Kostenbeteiligung der PKV

Einige Maßnahmen der Krisenbewältigung sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben und werden daher aus Steuermitteln refinanziert. Als Steuerzahler sind Privatversicherte und PKV-Unternehmen ebenfalls an der Finanzierung dieser Maßnahmen beteiligt. Laut des Wirtschaftsforschungsinstituts RWI ist die Beteiligung der Privatversicherten am Steuerzuschuss zur GKV sogar überproportional: Diese steuern einen Anteil von mehr als 20 Prozent bei, obwohl sie nur rund zehn Prozent der Versicherten in Deutschland stellen.

Kein Verlierer und kein Gewinner

Laut Aussagen von verschiedenen PKV-Unternehmen führen die veränderten Ausgaben im Gesundheitswesen durch die COVID-19-Pandemie jedoch nicht zu Beitragsanpassungen in diesem Jahr. Die PKV sei durch Corona nicht belastet, aber auch kein Krisengewinner.

Fazit PKV

Derzeit scheint das System der PKV sehr stabil zu sein. Es bleibt abzuwarten, inwiefern ein Rückgang an Vollversicherten zu erwarten ist. Denn neben Beamten sind es größtenteils Selbstständige und Kleinunternehmer, die versichert sind. Die konstanten Beiträge haben somit auch eine Kehrseite, wenn die Umsätze von Selbstständigen wegbrechen. Schon seit 2011 verzeichnet die PKV Rückgänge der Versicherten. Die Krise könnte dies nun weiter beschleunigen. Konkrete Prognosen hierzu können jedoch noch nicht getroffen werden.

Gemeinsam stark

Beide Systeme haben ihre Stärken, aber auch ihre Schwächen. Fest steht jedoch, dass wir aufgrund unseres dualen Gesundheitsystems bisher gut durch die Pandemie gekommen sind. Es ist robust und leistungsfähig und zeigt einmal mehr, dass Durchhalten vor allem durch Zusammenhalt möglich ist.

Quelle: vema e.G.

Erfahrungen & Bewertungen zu Misch & Wipprecht GmbH