Hund und Haftpflicht

Hund und Haftpflicht

Sie sind auf den Hund gekommen? Wie schön! Worauf Sie achten sollten bei einer Hundehalterhaftpflichtversicherung, und was so passieren kann, erklären wir Ihnen hier.

 

Mein Hund, der kleine Racker

Was, wenn der Liebling mal wieder über die Stränge geschlagen hat? Übel nehmen kann man ihm das da nie so richtig, ist doch so ein lieber! Nur, der Geschädigte wird sich damit nicht abfinden lassen. Die richtige Hundehalterhaftpflicht ersetzt den Schaden. Aber Achtung, es gibt Unterschiede!

 

Zeitwert

Zunächst müssen Sie bedenken: Haftpflichtversicherungen ersetzen immer den Zeitwert der beschädigten Sache. Ein Sofa mit Patina und Liegemulden aus 30 Jahren Intensivnutzung wird eben auch nur eine Entschädigung in Höhe des Wertes eines Sofas mit Patina und Liegemulden aus 30 Jahren Intensivnutzung auslösen. Das ist auch richtig so!
Schaden nachweisen
Wichtig ist, sofern nicht offensichtlich weil es alle gesehen haben: Der Geschädigte muss den Schaden nachweisen. Die Behauptung, „Ihr Hund hat mich vom Fahrrad gezerrt“, reicht nicht. Auch die Schadenshöhe muss der Geschädigte anhand Kaufbelegen von beschädigten Sachen und Kostenvoranschlägen für die Reparatur oder die Neuanschaffung nachweisen .

 

Klauseln für Hund und Haftpflicht

 

Ungewollter Deckakt

Hört sich komisch an, kann aber bei Rassehunden fatale Folgen haben. Deckt Ihr Mischling eine läufige Labardorhündin die eigentlich zur Zuchtdeckung vorgesehen war, dann fällt dem Züchter ein ganzer Wurf Nachkommen weg, den er hätte veräußern können. Des einen Uhl ist des anderen Nachtigall, könnte man meinen. Da hatten die zwei eben ihren Spaß… Aber so einfach ist es nicht. Wer einen Rassehund sucht wird die Preise kennen, noch dazu für gesuchte Züchtungen.

 

Mietsachschäden durch Ihren Hund

Na logo, das ist doch in jeder Haftpflichtversicherung enthalten, oder? In der Tat, damit haben Sie kaum je Probleme. Was aber ist mit mobilen Sachen in gemieteten Ferienhäusern oder Hotelzimmern? Mit den Möbeln in diesen Räumen? Sind die mitversichert? Was meinen Sie? In guten Policen haben Sie dafür Deckung.

 

Nachwuchs

Schön, wenn Ihr Hund Nachwuchs hat. Über die lieben Kleinen und die Aufregung drumherum vergißt man schon mal die Versicherung. In guten Policen sind die Welpen zunächst mal mitversichert, kostenfrei. Und zwar bis zur nächsten Hauptfälligkeit des Vertrages.

 

Verzicht auf Leinenzwang

War Ihr Hund nicht angeleint, obwohl dies vorgeschrieben ist, sollte sich ein Versicherer nicht herausreden können. Der Verzicht auf die Leistungsfreiheit, wenn Ihr Hund frei herumlief, sollte immer vereinbart werden.

 

Was passiert

Ein paar Beispiele: Klein Oskar liegt genüßlich unter der Sonnenliege und wetzt seine Krallen an dem tollen Liegenstoff. Der knirscht so schön, wenn er mit der Kralle drüber fährt. Schadenshöhe 250 Euro.  Bruno liebt Motorräder, immer schön. Am liebsten würde er selbst fahren, aber das dürfen Golden Retriever nicht. Aber nebenherlaufen, das geht doch, oder? Schaden an Harley-Davidson nach Sturz: 6500 Euro. Oder Freddy, der freche, den man gerne mal ins Auto sperrt weil er andere Hunde einfach nicht in Ruhe lassen kann. Dumm nur, wenn man ihn in das offen stehende Auto eines Freundes setzt und er dort die Kofferraumverkleidung schreddert. Schaden 1250 Euro.
Sie sehen, Hundehaftpflicht ist wichtig. Sprechen Sie uns gerne an. Oder kommen Sie mit Ihrem Hund vorbei 🙂

 

Die passende Haftpflichtversicherung

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Student in der Privathaftpflichtversicherung der Eltern

Student in der Privathaftpflichtversicherung der Eltern

Eine häufig gestellte Frage: Sohn oder Tochter nehmen nach der Schule zunächst einmal kein Studium auf. Sie überbrücken ein Jahr mit einem Minijob und reisen einige Monate um die Welt. Achtung: Für manche Privathaftpflichtversicherer ein Grund zur Ablehnung eventueller Schäden. Denn das Kind ist ja noch kein Student!

Minijobber oder Student?

In einem aktuellen Fall wollte eine Privathaftpflichtversicherung einen Schaden nicht regulieren. Grund: Der schadenverursachende Sohn der Familie ist volljährig und Minijobber, jedoch noch nicht an der Uni eingeschrieben.

Student

Foto: by_S.-Hofschlaeger_pixelio.de

Student oder Azubi?

Gute Versicherungsbedingungen sehen daher so aus: Volljährige Kinder sollten solange sie sich noch in einer Schul- oder unmittelbar anschließenden Berufsausbildung befinden mitversichert sein. Die Art der Ausbildung sollte, um Mißverständnissen vorzubeugen, genau definiert sein als berufliche Erstausbildung – Lehre und/oder Studium, Betriebspraktika, nicht jedoch Referendarzeit, Fortbildungsmaßnahmen u.Ä..

Student oder Arbeitsloser?

Wartezeiten von bis zu einem Jahr nach Beendigung der Schulausbildung gelten in guten Versicherungsbedingungen als „unmittelbar anschließend“. Der Versicherungsschutz sollte auch dann weiter bestehen, wenn während dieses Zeitraumes eine Aushilfstätigkeit ausgeübt wird. Bei Arbeitslosigkeit, wenn sie im direkten Anschluss an die Schul-/Berufsausbildung eintritt, sollte Versicherungsschutz bis zu längstens einem Jahr kein Problem sein.

Und danach?

Psychische Krankheiten sind inzwischen die mit Abstand häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit. In vielen Fällen sitzen bereits Schüler oder Auszubildende mit psychischen Belastungen beim Arzt. Danach geht nichts mehr, zumindest wenns um die Absicherung der Arbeitskraft geht. Deshalb ist es sinnvoll, schon Schüler mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu versorgen.

Alles Glück dieser Erde…

Alles Glück dieser Erde…

Haftet der Betreiber einer Pferdepension, wenn ein Pferd erkrankt, weil er es mit kontaminierter Silage gefüttert hatte? Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm hatte sich im November 2016 mit einem solchen Fall zu befassen. Glück oder Unglück für den Pferdehalter?

Das Glück in Pension gegeben

Ein Pferdeeigentümer und späterer Kläger hatte sein Tier in einer von einem Landwirt betriebenen Pferdepension eingestellt. Gemäß vertraglicher Verpflichtung hatte dieser das Pferd u. a. mit Heu sowie mit von ihm selbst hergestellter Silage zu füttern.

Nun erkrankte das Pferd im Jahr 2011 zeitgleich mit anderen Pensionspferden an Botulismus , dafür kam nur die Silage als Ursache in Frage.

Aus diesem Grund forderte der Besitzer des Pferdes vom Landwirt die von ihm aufgewendeten Tierarztkosten in Höhe von ca. 16.000,- € ein. Dieser jedoch wies jegliche Verantwortung von sich wies. Seine Meinung: Der Besitzer des Pferden könne ihm die  fehlerhafte Herstellung der Silage nicht nachweisen. Das Glück dieser Erde landete also vor Gericht.

Glück

Foto: by_M.-Großmann_pixelio.de_

Klage stattgegeben

Die Richter des erstinstanzlich mit dem Fall befassten Landgerichts Hagen und ihre Kollegen vom OLG Hamm gaben der Klage des Pferdehalters statt. Beide Gerichte vertraten die Auffassung, der beklagte Landwirt hafte unabhängig von einem eigenen Verschulden aus dem Produkthaftungsgesetz heraus.

 

Produkthaftungsklausel in der Haftpflichtpolice beachten!

Denn es ist so: Stellen Sie ein Produkt her, wird Ihnen eine sogenannte verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung für Fehler dieses Produkts grundsätzlich auferlegt. Heißt: Ihr Produkt muss passen, sonst haften Sie dafür. Der Landwirt nun galt laut Gericht als Hersteller der Silage. Denn sie sei in seinem Betrieb aus von ihm gemähtem, gesammeltem und verarbeitetem Gras hergestellt worden. Ferner habe er die Silage auch geschäftlich in den Verkehr gebracht, indem er sie vereinbarungsgemäß an das klägerische Pferd und an die anderen Pensionspferde verfüttert habe. Die Sache ist also wirklich eindeutig: Produkt hergestellt, vertrieben und verkauft = Hersteller und damit haftbar!

Bei der Kontamination der Silage handele es sich um einen Fabrikationsfehler, so die Richter, für welchen der Beklagte als Hersteller uneingeschränkt hafte. Unerheblich ist, ob der Beklagte die Kontamination mit vertretbarem Aufwand habe feststellen können, da Hersteller nach dem Produkthaftungsgesetz auch für sog. „Ausreißer“ haften.

Die Entscheidung ist mittlerweile rechtskräftig.

 

Quelle: germanBroker.net

Fahrradunfall mit Folgen

Fahrradunfall mit Folgen

Ein Elfjähriger setzt sich bewusst über Verkehrsregeln hinweg und verursacht dadurch einen Fahrradunfall. Der 9. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm hat mit Urteil vom 16. September 2016 entschieden (9 U 238/15): Das Kind ist in vollem Umfang für die Unfallfolgen verantwortlich. Damit wurde ein erstinstanzliches Urteil bestätigt.

Was geschah

Ein seinerzeit elfjähriger Junge und späterer Beklagte radelte im September 2009 auf einem Gehweg entgegen der Fahrtrichtung. Dabei stieß er beim Überqueren einer Hauptstraße mit einer 57-jährigen Fahrradfahrerin zusammen, welcher er die Vorfahrt genommen hatte.

Bei dem Fahrradunfall erlitt die Frau schwere Verletzungen und musste mehrfach operiert werden. Bis heute leidet sie unter den Folgen einer Knieverletzung, die letztlich zur einer operativen Versteifung ihres rechten Kniegelenks führen wird.

Haftpflichtversicherung greift nicht

Der Haftpflichtversicherer des Kindes beglich die Schadenersatz- und Schmerzensgeld-Forderungen nur teilweise und ging angesichts seines Alters von einer nur teilweisen Verantwortlichkeit des Kindes für den Unfall aus.

Die Richter des Landgerichts Dortmund und ihre Kollegen vom Hammer Oberlandesgericht gaben der Klage der Frau in vollem Umfang statt.

Nach richterlicher Auffassung ist nur der beklagte Junge für den Unfall verantwortlich, da er nicht nur verkehrswidrig den Gehweg benutzt, und das noch entgegen der Fahrtrichtung, sondern auch die Vorfahrt der Klägerin verletzt habe. Diese risikoreiche Fahrweise sei Unfallursache gewesen.

Elfjähriger ist für Fahrradunfall „alt genug“

Das Gericht erkannte keine Anzeichen dafür, dass es dem Jungen an der zur Erkenntnis seiner Verantwortlichkeit erforderlichen Einsichtsfähigkeit gefehlt habe. Das Kind habe gewusst, dass er in seinem Alter nicht mehr mit seinem Fahrrad auf einem Bürgersteig fahren darf. Die Vorfahrtsregeln kannte der Junge ebenfalls.

Ein Mitverschulden der Klägerin am Zustandekommen des Unfalls war nicht erkennbar, so dass das Kind allein für dessen Folgen haftet.

Die Entscheidung ist mittlerweile rechtskräftig.

Quelle: germanBroker.net (gekürzt)

Das Leasing und die Kaskoversicherung

Das Leasing und die Kaskoversicherung

Am Ende zahlt der Dumme

Liebe Autohersteller, mir ist klar, es geht Euch gerade nicht so gut. Leider erhärtet sich bei mir der Verdacht, dass Ihr die Kosten Eurer Mauschelei gerne durch ein wenig Einsparung an anderer Seite heilen wollt. Es ist doch so: Was hier derzeit an Schäden über den Tisch läuft, weil Euer Werksangehöriger sein Fahrzeug nicht stressfrei zurückgeben kann, das macht keine Freude mehr. Der Ruf nach der Kaskoversicherung wird laut. Selbst wenn eine Fachwerkstatt bestätigt, dass der Lack beim Türanstoß keinen Schaden genommen hat und einwandfrei ist, schlottern manchem Eurer Mitarbeiter die Hosen, weil eben bei Rücknahme des Fahrzeuges in ein paar Monaten genau das Gegenteil behauptet werden wird. Man hat ja so Erfahrungen aus Kollegenkreisen…

 

Kaskoversicherung mit hoher Selbstbeteiligung

Im Regelfall sind die Kaskoversicherungen Eurer Leasingfahrzeuge mit hohen Selbstbehalten versehen, und die Schäden meist innerhalb dieses Betrages zu finden. Und oft genug wird unsereiner mit der Frage behelligt, ob denn die Privathaftpflichtversicherung vom Nachbarn oder vom Kollegen die Delle zahlen könne. Klare Antwort: Nein! Will sie nicht! Wenn Ihr Eure Abgaswerte manipuliert, ist das Eurer Sache. Ich für meinen Teil halte mein Geschäft sauber und wickle nur tatsächliche Schäden ab! Ich verstehe nicht, warum die Versichertengemeinschaft für Eure finanziellen Engpässe aufkommen soll. Um es zu wiederholen: Das sind keine seltenen Einzelfälle mehr!

 

Fehlende Sympathiewerte

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Von mir aus könnt Ihr Autos mit Pelletsantrieb bauen, mich interessiert die Diskussion über E-Autos und all das Drumherum gar nicht. Es wäre nur schön, wenn bei der Leasingrücknahme nicht nach dem Haar am Lack gesucht würde. Am Ende zahlt die Gemeinschaft der KFZ-Versicherten, also wir alle, die Zeche über höhere Beiträge. Mag sein, dass das Ganze von meiner Warte aus etwas subjektiv betrachtet scheint. Aber so kommt der Sachverhalt nun mal hier am Ende der Verbraucherkette an.

 

Schülerpraktikanten im Auto des Chefs

Schülerpraktikanten im Auto des Chefs

Immer wieder gern gefragt: Mein Kind macht im Rahmen des Fachabiturs ein Schülerpraktikum in einem Unternehmen. Nun soll es mit dem Auto des Chefs zur Post fahren. Darf es das? Die Schule nämlich spricht ein Fahrverbot für Praktikanten aus…

Jugendliche fahren gerne Auto. Dürfen sie?

Klare Antwort: Freilich darf Ihr Kind mit dem Firmenwagen fahren. Einen gültigen Führerschein sollte der Schüler allerdings schon haben, und zwar keinen für begleitetes Fahren!

Fahrverbote sind unnötig

Grund für Fragen dieser Art sind immer Unklarheiten in Fragen der Haftung. Die Schulen fürchten Kostenansprüche der Unternehmen, wenn ihre Schüler ein Fahrzeug des Betriebes beschädigen. Zur Verwirrung trägt wesentlich bei, dass die Schulämter einen Rahmenvertrag über eine Haftpflichtversicherung für ihre Schüler abgeschlossen haben. In diesem Vertrag findet sich die Klausel, dass Schäden an Kraftfahrzeugen nicht versichert sind. Grundsätzlich betrifft diese Frage jedoch jede Tätigkeit eines Praktikanten, egal ob Dienstfahrten, Kaffee kochen oder Akten scannen. Auch einen Scanner oder die Kaffeemaschinen kann der Praktikant zerstören…

Der Außenspiegel ist zerbrochen, weil das Auto drauf liegt…

Es stellt sich die Frage des Sinns eines solchen Haftpflichtvertrages für Schülerpraktikanten. Der Bedingungswortlaut zeigt klar, dass es sich im Grunde um eine Privathaftpflichtversicherung handelt, denn in deren Bedingungen ist die Beschädigung an Kraftfahrzeugen auch meist ausgeschlossen ist. Hat ein solcher Vertrag also einen Sinn? Beschädigungen an jeglichem Firmeneigentum während der Arbeitszeit sind in keiner Weise durch Privathaftpflichtverträge gedeckt, sei es ein Auto oder eine Kaffeemaschine. Für Kraftfahrzeuge des Betriebes besteht i.d.R. eine Kaskoversicherung, die für Schäden am Fahrzeug aufkommt. Ob der Schülerpraktikant mit dem Fahrzeug fahren darf, entscheidet der Vorgesetzte. Die Folgen dieser unternehmerischen Entscheidung kann der Unternehmer der Schule nicht in Rechnung stellen, selbst wenn sie den wirtschaftlichen Verlust des Fahrzeuges bedeuten.

Praktikanten und die gesetzliche Unfallversicherung

Wird der Schülerpraktikant bei Autounfall im Rahmen seines Praktikums verletzt, greifen die Leistungen der Berufsgenossenschaft. Den Artikel zu diesem Thema finden Sie hier.

Erfahrungen & Bewertungen zu Misch & Wipprecht GmbH