Gesundheit ist die beste Versicherung

Gesundheit ist die beste Versicherung

Manchmal muss es einfach sein. Ich konnte bei diesen Wetteraussichten nicht nein sagen und meldete mich spontan beim Kassel-Marathon an, am Vorabend. Passendes Training? Fehlanzeige. Es könnte ja als langer Trainingslauf durchgehen, dachte ich. Nun ja. Gesundheit ist die beste Versicherung, ist mein Motto, und Laufen ist doch gesund, oder nicht? Vorab-Fazit: Bitte nicht nachmachen 🙂

Gesundheit ist die beste Versicherung

… sag ich immer. Wenn ich mich doch wenigstens an meine eigenen Spüche halten würde! Blöd nur, dass mein Azubi die Benchmark zielmlich hoch gelegt hat, und ich will ihm ja natürlich nacheifern. Fast 30 Jahre Altersunterschied? Für mich doch kein Problem! Ohne Training war trotzdem keine gute Idee, oder doch?

Kein Training ist auch keine Lösung

In der Marathonwoche bin ich nur 14 km gelaufen. In der Woche davor waren es 35. Davor 43 und Von Anfang bis Mitte August plagte mich mein Kreuz dermaßen, dass an Laufen nicht zu denken war. Kein Lauf über 18 Kilometer. Nordic Walking und Schwimmen, damit hielt ich mich aufrecht.

Von Mitte Juli, gerade aus dem Urlaub zurück, bis Anfang August, lief auch nicht viel, um nicht zu sagen gar nichts. Vielleicht war ich etwas knapp an Trainingskilometern?

Startschuß

Von ziemlich weit hinten jogge ich zunächst an die Zugläufer zur Zielzeit 4:14 heran. Die beiden unterhalten sich wirklich nett, aber ich hab beim Laufen lieber meine Ruhe. Also vorbei und ran an die 3:59. Auch hier wird getratscht. Mit etwas Abstand folge ich der Truppe und bremse mich aus. Ist mir eigentlich zu langsam. Aber ich weiß ja, dass ich nichts drauf hab heute. Wie wenig ich tatsächlich drauf hab, weiß ich in dem Moment noch nicht.

Erster Staffelpunkt

Ich überhole Peter. Der wird gleich ausgewechselt, was aber auch nötig ist. Seine Wade macht komplett zu. Rund um die Wechselzone tolle Stimmung. Macht Spaß, hier zu laufen. Abseits der Hotspots ist es an der Strecke oft sehr ruhig, und das liebe ich. Letztes Jahr in Frankfurt hab ich mich dreieinhalb Stunden anschreien lassen müssen. Danach hatte ich Ohrenschmerzen. In Kassel kann ich laufen und meinen Gedanken nachhängen. Kein Drängeln, kein Stress. Wunderbar!  Entspannt laufen, tut der Gesundheit gut 🙂

Irgendwo in Bettenhausen

Sylke überholt mich. Sie ist gestern in Norddeutschland einen Marathon mit 700 Höhenmetern gelaufen. Aha! Das blanke Gegenteil zu mir also, der ich gar nicht vorbereitet bin. Sylke ist im Marathon 100 Club, die sammelt Marathonläufe wie andere Briefmarken. Respekt.

 

Sandershausen

Ich streife von der Strecke ab und besuche einen Bekannten der in seiner Firma, direkt neben der Strecke, heute arbeiten muss. Kurzer Plausch, dann gehts weiter. Immer noch gute Beine und ich hab Hoffnung, in 4 Stunden durch zu sein. Abwarten.

Kilometer 25

Aua. Jetzt werden die Muskeln doch etwas müde. Alles noch erträglich, und ich weiß, ich werde bis ins Ziel laufen. Aber langsam dämmert mir, worauf ich mich eingelassen habe. An einer Wendestrecke kommt mir Marcus entgegen. Er ist auf 3:30 Kurs. Letztes Jahr in Frankfurt sind wir zeitweise zusammen unterwegs gewesen. Er ist größer als ich, einer schöner Windschattenspender.

Kilometer 30

Schei…. An den Verpflegungsstellen lege ich Gehpausen ein. Das Tempo sinkt allgemein. Die 3:59 Gruppe ist außer Sichtweite. Laut Uhr müsste ich in 4:05 reinkommen. Aber die Beine brennen wie Zunder. Ich schleppe mich die Steigungen rauf. Langer Trainingslauf, haha… Marcus hat Probleme mit der Hitze, langsam schleiche ich an ihm vorbei.

Kilometer 35 oder so – Gesundheit adé

Gegenüber von Jo´s Garage ist die beste Eisdiele Kassels. Ach was, Deutschlands beste Eisdiele. Dort gibts Basilikum-Schmand-Eis. Direkt vor der Eisdiele Menschenmassen, Stimmung, Party. Mir egal. Ich schere aus und gehe erstmal ein an die Theke, ein Eis abholen. Das hab ich gestern schon so vereinbart. 13:30 Uhr hole ich mein Eis ab, war vereinbart. Bin 5 Minuten zu spät, aber verlasse trotzdem freudestrahlend die Eisdiele.

Drama Baby, Drama

Eis essen beim Marathon muss ich unbedingt in den Trainingsplan einbauen. Damit ich mich dran gewöhne. Denn mein Magen rebelliert und macht total zu. Ich bekomme Bauchkrämpfe und kein Bein mehr vor das andere. Irgendwo zwischen Kilometer 38 bis 40 muss ich gehen. Nichts geht mehr, sozusagen. Marcus hat mich längst wieder überholt. Ich hab Kreislaufprobleme und Beine aus Holz. Aber geschmeckt hats trotzdem, Basilikum-Schmand 🙂

Menzelstraße

Also gut, ab hier wird wieder gelaufen. Ich höre das Getöse aus dem Stadion. Wann wirds endlich ein Ende haben mit dieser verdammt endlosen Straße? Die 4:14 Zugläufer sind an mir vorbei, als ich ins Stadion einbiege. Wenn jetzt an der Ziellinie einer steht und mich unterschreiben ließe, dass ich nie wieder Marathon laufen will, ich würd sofort den Stift zücken. Obwohl ich mich einfach nur noch fallen lassen will.

Ende gut, Gesundheit gut, oder?

Was lerne ich daraus? Ein bisserl Training kann nicht schaden. Einen Tag Muskelkater  hat mir die Aktion beschert, sonst scheint nix kaputt zu sein. Und den Wunsch, noch einen zu laufen, verspüre ich schon am Tag danach. Die Anmeldung für Magdeburg hab ich eben ausgefüllt. Sind noch fünf Wochen bis dahin. Diesmal werde ich sie nutzen. Und meine Lieblingseisdiele in Magdeburg liegt zum Glück nicht direkt an der Laufstrecke. Dann kann ja eigentlich nichts schief gehen.

Euer Olaf

Göker – Ill`be back!

Göker – Ill`be back!

Darauf haben wir alle gewartet! Mehmet E. Göker kehrt voraussichtlich nach Kassel zurück! Endlich! Wer davon profitieren könnte, und wie Mehmet die nordhessische Wirtschaft ankurbeln wird, das lest Ihr hier.

Zurück in die Zukunft mit Mehmet Göker

Wie macht die HNA ihre heutige Ausgabe auf? Klimawandel, Konjunktureinbruch, Politikverdrossenheit oder Waldbrände in Brasilien? Vielleicht wenigstens mit dem Kassel-Marathon in der nächsten Woche? Weit gefehlt! Es gibt wichtigeres für Kassel! Nordhessens Nachrichtenblatt hat seinen Promi wieder: Mehmet E. Göker, den Mini-Trump der Versicherungsbranche. Der Liebling der Presse, dessen Fürze stets zu duftenden Wolkenschlössern aufgebläht wurden, kehrt zurück nach Kassel, wahrscheinlich 2021. Denn dann sind seine Verbrechen verjährt.

Jetzt Ticket sichern

Vielleicht könnten Gökers Freunde, die Versicherungskonzerne, ihn einfach ins Auestadion stellen und dort als Coach und Motivationstrainer auftreten lassen. Dergleichen Vorbilder gibts ja genug in Deutschland. Das Ticket sollte allerdings nicht unter 800 Euro zu haben sein. Billig sind Gökerfans ja ohnehin nicht gewohnt. Und insbesondere wir Versicherungsmakler machen uns vor Freude schon die Höschen feucht, über die Geschäftsaussichten die mit Mehmet auf uns warten. Endlich die Provisionsdeckelung aushebeln, Stornohaftzeiten runterhandeln und Gesundheitsfragen bei Krankenversicherungsanträgen komplett ausblenden. Vielleicht hat er ja für derleit Praktiken inzwischen eine eigene Software entwickelt, Digitalisierung ist ja ohnehin in.

IHK Vortragsforum

Gut möglich, das die IHK Kassel-Marburg Herrn Göker zu einem Vortrag für uns Versicherungsmakler lädt. Motto: Von Göker lernen heißt Umsatz lernen. Immerhin sind die Pflichtmitgliedsbeiträge in die IHK abhängig von Umsatz und Gewinn eines Unternehmens. Und mit Mehmets Methoden werden wir ganz sicher alle Deutschlands größte Versicherungsmakler. Das spült ordentlich Einnahmen in die Kasse der IHK. Vor allem muß die IHK sich dann nicht damit behelfen uns Makler zum Kinofilm über Göker einzuladen, wie unlängst geschehen. Offiziell sollte das dazu dienen uns abzuschrecken, aber natürlich war das sehr schlecht versteckte Taktik: Im Grunde sollte uns der Film nur neidisch machen und anspornen.

Gibts wieder einen Kinofilm über Göker?

Einer darf bei der Wiederauferstehung freilich nicht fehlen: Ein Filmemacher! Zwei Kinofilme gibts gerüchteweise schon über Göker. Die Rückkehr des Versicherungsclouns wäre gut für mindestens zwei bis drei weitere Streifen. Warum eigentlich keine Serie draus machen? Die Öffentlich-Rechtlichen sind sich dafür sicher nicht zu schade. Vorsorglich hab ich mal meine Zahlungen an die GEZ aufgestockt. Die Menschen in Deutschland kauen sich ja schon geraume Zeit die Nägel ab vor Spannung auf den nächsten Gökerstreifen. Was sonst bewegt das Land?

Habe Praktikumsstelle zu vergeben

Ich hab ja inzwischen einen sehr fähigen Azubi eingestellt. Vielleicht hat Mehmet Lust bei mir eine (unbezahlte) Praktikumsstelle anzutreten? Es heißt ja, kein Mensch sei ohne Nutzen, er könnte  immer noch als schlechtes Beispiel dienen. Nun hat mein Azubi kein schlechtes Beispiel nötig, aber vielleicht ich. Man muß sich ja irgendwie motivieren ein guter Chef zu sein. Und da helfen schlechte Beispiele immer.

Wir sehen uns im Auestadion:)

Euer

Olaf Misch

Kassel-Marathon 2019 auf der Zielgerade

Kassel-Marathon 2019 auf der Zielgerade

Es kann losgehen! Am Wochenende startet DAS Sportevent Nordhessens: Der Kassel-Marathon. Seid dabei und bewegt Euch. Nicht umsonst heißt unser Firmenmotto: Gesundheit ist die beste Versicherung!

Kassel-Marathon 2019

Vom 13. bis . September heißt es wieder: Laufschuhe schnüren und los. In Kassel können Läufer, Nordic-Walker und Handbiker mit Bewegung an der frischen Luft was für ihre Gesundheit tun. Egal ob rund 10 Kilometer in der Marathonstaffel, Halbmarathon oder die ganze Distanz, Mitmachen zählt.

Wer rastet, der rostet

Und was rostet, das kostet! Immerhin sind Herz-Kreislauferkrankungen mit großem Abstand Todesursache Nr. 1 in Deutschland. Alles spricht also für Sport, insbesondere für Ausdauersport! Und damit spricht alles für den Ausdauersport.

Kassel-Marathon für alle

Der Kassel-Marathon ist und bleibt eine Breitensportveranstaltung, ein Event an dem jeder seine Freude haben soll, egal wie schnell. Laufen, insbesondere Laufen in der Gemeinschaft, hält fit und gesund und ist das beste Anti-Aging-Programm überhaupt. Gesundheit ist nun mal die beste Versicherung! Deshalb unterstützen wir Nordhessencup und Kassel-Marathon.

Laufen ist die Wunderpille

Vermutlich war es Herbert Steffny der den Spruch geprägt hat, Laufen sei die Pille, die jeder um jeden Preis kaufen und schlucken würde, wenn es sie denn zu kaufen gäbe. Es nützt aber alles nichts: Raus an die Luft, egal bei welchen Wetter. Laufschuhe geschnürt und los. Es muss nicht gleich ein Marathon sein, denn der Kassel-Marathon bietet auch die Halbmarathondistanz an, auch für Walker. Nicht Bestzeiten sind das Ziel, sondern Freude am Laufen, wie das Beispiel der Walking-Gruppe-Vellmar zeigt.

Hoffentlich sehen wir uns am Wochenende am Start!

Euer

Olaf

Kassel-Marathon 2019 – wir sind dabei

Kassel-Marathon 2019 – wir sind dabei

Unser Motto ist klar: Gesundheit ist die beste Versicherung

Mit diesem Motto unterstützen wir seit Jahren den Nordhessencup, die Volkslaufserie unserer Heimat. Nun gehen wir auf die Langstrecke – seit heute sind wir offizielles Mitglied im Organisationsteam des Kassel-Marathon. Unser Part ist die Versicherung der Veranstaltung. Wir freuen uns dabeisein zu dürfen und werden, wie gewohnt, alles geben (auch beim Lauf).

 

Event mit großer Stimmung

Jeder Finisher des Kassel-Marathon kennt die besondere Stimmung beim Durchlaufen der Zielrunde im Auestadion. Damit dieses Gänsehautfeeling auch in Zukunft garantiert ist, bedarf es vieler Vorarbeiten und vor allem vieler Helfer, denen an dieser Stelle nochmal gedankt sein soll! Der Kassel-Marathon bleibt fester Bestandteil der nordhessischen Laufszene, und wir sind dabei.

 

Topläufer aus Nordhessen

Winfried Aufenanger, Initiator und Motor des Kassel-Marathon, versammelt zudem im Laufteam Kassel großartige Leichtathleten. Zum Beispiel Melat Kejeta, im Bild zweite von rechts, ist 2016 Deutsche Meisterin über 10 KM geworden und lief den „Venloop“ Halbmarathon in 1:08:41, eine Weltklassezeit die sie auf den zweiten Platz brachte. Mit Jens Nerkamp vom Laufteam Kassel ist zudem ein weiterer Topsportler in Nordhessen Zuhause: 2018 wurde Nerkamp Deutscher Vizemeister im Halbmarathon! Hut ab!

 

Kassel-Marathon für alle

Trotz der Meisterschaftserfolge: Der Kassel-Marathon ist und bleibt eine Breitensportveranstaltung, ein Event an dem jeder seine Freude haben soll, egal wie schnell. Laufen, insbesondere Laufen in der Gemeinschaft, hält fit und gesund und ist das beste Anti-Aging-Programm überhaupt. Gesundheit ist nun mal die beste Versicherung – deshalb ist unser Engagement beim Kassel-Marathon überhaupt nur logisch!

 

Laufen ist die Wunderpille

Vermutlich war es Herbert Steffny der den Spruch geprägt hat, Laufen sei die Pille, die jeder um jeden Preis kaufen und schlucken würde, wenn es sie denn zu kaufen gäbe. Es nützt aber alles nichts: Raus an die Luft, egal bei welchen Wetter. Laufschuhe geschnürt und los. Es muss nicht gleich ein Marathon sein, denn der Kassel-Marathon bietet auch die Halbmarathondistanz an, auch für Walker. Nicht Bestzeiten sind das Ziel, sondern Freude am Laufen, wie das Beispiel der Walking-Gruppe-Vellmar zeigt.

Viel Freude in der kommenden Laufsaison! Wir sehen uns Mitte September in Kassel an der Startlinie!

 

 

Manipulation für alle! Endlich!

Manipulation für alle! Endlich!

Willkommen im Zeitalter der postfaktischen Nachrichten, auf Neudeutsch: Fake News. Das Internet verarscht uns alle nach Strich und Faden! Wer nicht nicht dem Wahnsinn verfallen will, für den ist dies Buch Pflichtlektüre.

 

Wie Manipulation funktioniert

Warum schreib ich diesen Blogbeitrag überhaupt? Hat ja nichts mit Versicherungen zu tun, oder doch? Allerdings poste ich meine Blogbeiträge auf Facebook, und Facebook ist nichts anderes als eine riesige Verarsche, eine von zweien, die andere heißt Google. Wenn ich mich also über dieses Medium darstelle, wäre es gut zu wissen, wie es funktioniert. Bisher hab ichs geahnt, jetzt weiß ichs!

 

Mit Manipulation zu Angst und Wut

Das sich mit Angst und Wut gut herrschen und reich werden läßt, ist seit Menschendenken bekannt. Wer sich noch an den kalten Krieg erinnern kann: Ost wie West wurde mit oft hirnrissigen Darstellungen der Gegenseite Angst eingeflößt. Das Internet, insbesondere Social Media, hat diese Masche zur Vollkommenheit entwickelt. Nur steckt der Feind nicht hinter einem eisernen Vorhang, sondern plötzlich überall.

 

Die Seele dem Teufel

Beim Lesen des Buchs hab ich mich bisweilen gefragt: Warum wende ich die eine oder andere Masche nicht selbst an, und verhelfe so meinem Blog zu enormer Reichweite? Das würde sich auf meinem Konto durchaus gut machen!  Und langfristig wäre ich womöglich in der Lage das doch recht nervenaufreibende Versicherungsgeschäft gegen diese neue Einkommensquelle einzutauschen.

 

Aller Anfang ist schwer, auch der Anfang vom Ende

Ich habe mich (vorerst) dagegen entschieden. Hört sich in heutiger Zeit vielleicht lächerlich an, aber ich leiste mir immer noch sowas wie ein Gewissen. Außerdem mache ich meine Arbeit wirklich gerne. In erster Euphorie hab ich beschlossen, Whatsapp zu löschen. Inzwischen bin ich mir nicht mehr ganz sicher, ob dieser Kampf Bettwanze gegen Goliath Sinn macht. Vielleicht ist es einfach nur gut zu wissen, mit wem man es zu tun hat.

Bleiben wir also, hier im Blog, bei den Wahrheiten, auch wenns mühsamer ist. Ich hoffe, Sie honorieren das.

Warum ich WhatsApp „Appschalte“

Warum ich WhatsApp „Appschalte“

Am 31. Dezember 2018 werde ich privat wie geschäftlich WhatsApp löschen. Sie können mich also ab 1. Januar nicht mehr auf diesem Wege erreichen. Es gibt gleichwertige Alternativen, zu denen ich weiter unten komme. In erster Linie will ich hier diesen Schritt begründen. Ich hab keinen Bock mehr als Datenschwein zur Schlachtbank getrieben zu werden.

Hurra, wir werden beobachtet

Neben dem tatsächlichen Verbot der Datenschutzbehörden, WhatsApp geschäftlich zu nutzen, bewegt mich dies: WhatsApp strebt (in meinen Augen) das „Modell Putin“ an. Das Geschäftsmodell WhatsApp emfinde ich als moralischen Schritt in die Kloake. Für mich, der ich in der DDR- Diktatur aufgewachsen bin, ist WhatsApp so, als würde ich mich freiwillig in die Normannenstrasse zum Verhör begeben.

Mach dich nackich mit WhatsApp

Stellen Sie sich vor, Sie hätten in den 90-er Jahren beim Anmelden Ihres Telefonanschlusses folgende Geschäftsbedingungen akzeptieren müssen:  All Ihre Gespräche zeichnen wir auf und speichern Sie für immer. Auch die Gespräche Ihrer Freunde und Kunden werden wir speichern, sowie natürlich deren persönliche Daten. All diese Informationen analysieren wir um zu erfahren, welches Ihre Vorlieben sind. Im Grunde geht es darum, Sie erpressbar zu machen. Außerdem wissen wir immer, wo Sie gerade sind. Das alles tun wir allerdings nur, um Ihr Leben in Zukunft noch besser, schneller und lohnenswerter zu machen.

Ein Freund, ein guter Freund – weiß alles

Das ist noch nicht alles. Sie unterschreiben außerdem: Zugleich hört Ihr Telefon ständig mit, wenn Sie Fernsehen oder das Radio einschalten, egal wo Sie sich befinden. Wir wissen so um ihre politische Meinung, welche Bücher sie lesen und ob Sie Veganer oder Grillmeister sind. Durch eine sinnvolle und komplizierte Kopplung Ihres Telefonanschlusses registrieren wir jeden Ihrer Einkäufe. Wir erfassen sogar, wie auch immer, was Sie sich im Supermarkt ansehen ohne es zu kaufen. Auch all diese Informationen speichern wir natürlich und werten sie aus. Freuen Sie sich auf diese schöne, neue Welt!

Wir sind immer noch in den 90-ern

Alles ist möglich: Sind Sie Homosexuell oder Hetero? Selbst wenn Sie es nicht wissen, Ihr Telefonanschluß findet es heraus, im Laufe der Zeit. Denken Sie daran, wir sind in den 90-ern. Hätten Sie Ihr Telefon tatsächlich angemeldet? Kein vernünftiger Mensch hätte das damals getan, und die Politik wäre sofort auf die Barrikaden gegangen. Damals…. Heute ist all dies leider Realität, wenn Sie WhatsApp nutzen.

Die digitale Diktatur

Was vor 20 Jahren noch undenkbar war, griff uns unbemerkt an die Gurgel: Der Anfang der digitalen Diktatur. Und wer glaubt, er habe nichts zu verheimlichen, ihn betreffe das nicht, der schaue nur nach Westen. So hält der US-amerikanische Marketingdienstleister Acxiom präzise Daten über 96 Prozent der US-Bevölkerung bereit (Quelle: Richard David Precht – „Jäger, Hirten, Kritiker“), und nutzt diese. Es geht hier nicht nur um die permanente Werbebeschallung, sondern um Einfluß auf Politik und Wahlen und die politische Stimmung der Menschen. Über Social Media lassen sich Menschen hervorragend manipulieren. Man kann noch jede Maus fangen, sofern man weiß, welche Käsesorte sie bevorzugt. WhatsApp, Facebook und Google wissen alles. Ein Ergebnis dieser Manipulation heißt Donald Trump, und ich kenne nun wirklich niemanden, der diesen Trottel nicht für eine Katastrophe hält. Wer es näher haben will schaue einfach in die Türkei. Gleiches Muster, ähnliches Ergebnis.

Was tun?

Viele von Ihnen nutzen WhatsApp um mir und meiner Kollegin Terminanfragen und Schadensbilder zu schicken, Fotos von Versichererschreiben oder Fahrzeugscheine. Die Übermittlung dieser Nachrichten ist für Sie wie uns denkbar einfach, zumal die meisten von Ihnen im Normalfall selten einen Scanner zur Hand haben, oder ein Faxgerät. WhatsApp ist schneller als Mail und Telefon, eine praktische Sache. Nur eben ist WhatsApp für mich eine elektronische Fußfessel, wie Google, Facebook und Amazon auch. In Zukunft werden wir auch eine APP anbieten, auf der Ihre Versicherungsverträge für Sie sichtbar sind und über die Sie mit uns auch kommunzieren können.

Alternativen zu WhatsApp

Ich persönlich werde ab Januar 2019 ausschließlich Signal nutzen. Das Handling ist identisch mit WhatsApp, die Server stehen in Deutschland und unterliegen deutschem Datenschutzrecht. Alle Nachrichten werden sofort nach der Übertragung vom Server gelöscht. Auch wenn Idealismus heute eher belächelt wird: Mir ist es wichtig! Hauptsächlich der oben genannten Gründe wegen. Es ist eher eine moralische Frage, eine Frage der Freiheit. Und Freiheit war noch niemals bequem. Die Begründung, jeder würde WhatsApp nutzen, es käme schon nicht mehr drauf an, ist gefährlich. Stumme Zustimmung und Resignation waren noch immer die Grundpfeiler jeder Diktatur.

Weitergehende Literatur

Schlecky Silberstein: „Das Internet muss weg“. Wer es lieber spannend mag, lese den Bestseller „The Circle“ von Dave Eggers. Literarisch nicht der Brüller, aber extrem nah an der Realität. George Orwells „1984“ ist dagegen eher altbacken aber auch auf der richtigen Spur. Erstaunlich nah an der Mentalität von heute, obwohl 90 Jahre alt, ist Alous Huxley´s „Schöne neue Welt“. Wer es eher wissenschaftlich mag: Vor allem Schlecki Silbersteins „Das Internet muss weg“ und Richard David Precht´s „Jäger, Hirten, Kritiker“, auch wenn ich seine Utopien und finanzielle Lösungsvorschläge eher für Wolkenträumereien halte – der Teil über die Digitalisierung ist gut. Auch wichtig: Jan Kalbitzer´s „Digitale Paranoia“ und Dr. Heinz Ludwigs „Richtig leben, länger leben“ – auch wenn die Digitalisierung hier eher keine Rolle spielt.

 

Herzliche Grüße

Ihr Olaf Misch

Erfahrungen & Bewertungen zu Misch & Wipprecht GmbH