Weltuntergangspropheten haben Hochkunjunktur, an den Börsen regiert der Bär. Nach dem Virus wirds angeblich nie wieder so sein wie früher. Die Visionen dieser Menschen reichen vom Austrocknen aller Ersparnisse bis hin zu Heeren an wandernden Elenden. Wessen Kopf ist noch frei von diesen Schreckensbildern? Und werden morgen Infizierte vor unserer Haustüre lagern und um Klopapier betteln?

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Manchen gehts wirklich schlecht

Es gibt Berufsgruppen, die haben es im Moment echt schwer: Pflegekräfte, Mediziner, Polizisten, Supermarktkassierer, Gastronomen und Fitnessstudiobereiber gehören dazu. Wir anderen sulen uns in unserer Panik. Lasst uns zuversichtlich bleiben, lasst uns einen Moment an ein Morgen glauben. Gelassenheit und Rücksicht, wir erleben gerade Vorsichtsmaßnahmen, keine Kriegsfolgen! Für alle die Trost suchen, hier die Kurzfassung einer humorigen Gesichte zum Nachdenken. Aufgeschrieben von einem klugen Kopf: Jorge Bucay. In Kürze hat sie etwa folgenden Inhalt.

Die Geschichte vom Bär

Ein grausamer Zar befahl, aus einer Laune heraus, einem Priester den Kopf abzuschlagen. Wachen marschierten also zu dessen Haus, rissen ihn aus den Armen seiner Lieben und warfen ihn in den Kerker. Gegen Abend, als die Henkersmahlzeit serviert werden sollte, fand der Wärter den Priester jammernd vor, den Kopf schüttelnd. Ständig murmelte er, „der arme Zar, der arme Zar…“. Der Wärter stutze und fragte ihn dann was das solle. Der Priester stellte dem Wärter Fragen, was dem Zaren wohl das Wichtigste im Leben sei. Es stellte sich heraus, weder sein Volk, noch seine Frau, noch sein Sohn oder sein Geld liebte der Zar, sondern über alle Maßen seine Bären.

Der Bär könnte sprechen

Nun, sprach der Priester, der Zar wird also niemals erfahren, dass sein Bär sprechen lernen kann. Denn ich bin der einzige Mensch, der ihm dies zu lehren vermag.

Der Wärter rannte natürlich zum Zaren und berichtete. Darufhin führte man den Priester vor seinen Herrscher, warf ihn auf die Knie und drückte seinen Kopf auf den Boden. Er wurde befragt, behauptete nach wie vor, er könne den Bären das Sprechen leeren. Der Zar fragte, wie lange das dauern wird. Es sein ein sehr dummer Bär, meinte der Priester, mit mindestens drei Jahren sei zu rechnen.

Die Konsequenzen

Natürlich verpflichtete der Zar den Priester nun als Sprachlehrer, nicht ohne gewaltige Drohungen, was ihm geschehe, wenn der Bär in drei Jahren nicht spreche. Man wollte den Priester nach Hause schaffen. Der jedoch wandte ein, seine Familie haben ja nun auf drei Jahre hinaus keinen Ernährer, weil er mit dem Bären beschäftigt sei.

Also lud man dem Priester eine Kutsche voller Geld und all dessen, was man damals so brauchte und fuhr ihn nach Hause. Seine Familie staunte nicht schlecht und wischte sich die verheulten Augen. Als er jedoch berichtete was geschehen sei, brachen seine Frau und die Töchter in lautes Wehklagen aus und warfen die Hände vors Gesicht. Seine Frau schalt ihn: Was solle aus uns werden, niemals würde es gelingen in den Kopf eines dummen Bären so viel Klugheit einzufößen, bis er sprechen könne.

Und bestenfalls spricht der Bär

Der Priester aber schmunzelte. Ach Frau, sagte er. Was kann in drei Jahres alles geschehen? In drei Jahren bin vielleicht ich tot, vielleicht stirbt der Zar. Und bestenfalls spricht der Bär.

 

Niemand kann die Zukunft voraussehen! Laßt uns, solange wie möglich, einen Funken Menschlichkeit und Zuversicht bewahren. Zum Klagen ist später immer noch Zeit. Wer die Geschichte, und viele andere wirklich Gute, nachlesen möchte, der kaufe sich Jorge Bucay´s Buch „Geschichten zum Nachdenken“.

Bleiben Sie gesund!

Ihr

Olaf Misch