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Sonne aufs Konto! Versicherungen für die Solaranlage

Foto: Josef Türk jun. pixelio.de

Im Mai 2017 haben in Deutschland installierte Solaranlagen gut 5,57 Terrawattstunden Strom produziert. Das Fraunhofer-Institut hat daraus mal errechnet, das dies 12,5 Prozent der Nettostromerzeugung entspricht. Das alles ist natürlich nicht umsonst zu haben: Solaranlagen kosten Geld und sind nicht nur der Sonne ausgesetzt, auch Blitzschlag und Hagel finden ihren Weg auf die Module. Wie man sie richtig versichert.

Den Stecker der Solaranlage gezogen

Die gängigsten Schäden an Solaranlagen sind: Überspannung wegen Blitzeinschlag oder auch ohne Blitzeinwirkung, normales technisches Versagen, Tierverbisse an der Verkabelung oder Brandschäden. Versichern kann man Solaranlagen gegen diese uns weitere Schadenszenarien in eigenen Solarversicherungspolicen oder in der Wohngebäudeversicherung, sofern sich die Anlage auf einem privat genutztem Wohnhaus befindet. Soll die Wohngebäudeversicherung im Schadensfall greifen, muss die Anlage unbedingt dem Versicherer als „Risiko“ gemeldet werden. Die Solaranlage erhöht mitunter den Wert des Hauses erheblich. Vergessen Sie die Meldung, ist Ihr Haus unterversichert, und die Solaranlage ist es dann ohnehin. Im Schadensfall drohen Ihnen Einbußen bis Totalverlust.

Achtung Falle

In vielen Gebäudeversicherungen sind die Versicherungssummen für Solaranlagen begrenzt. Der Einschluss ist also nur für kleinere Anlagen möglich. Zudem sollte man sich die Versicherungsbedingungen genau anschauen. Ausschlüsse für Schäden durch Nager sind keine Seltenheit, oft ist der Ertragsausfall nur zeitlich eng begrenzt versichert.

Policen auslagern

Gute externe Solaranlagenpolicen haben dagegen einen großen Vorteil: Es sind normalerweise Allgefahrenpolicen in denen nur Schäden ausgeschlossen sind, die so ausdrücklich in der Police aufgeführt sind. Vorsatz Dritter, Bedienfehler, „normaler“ Kurzschluss, sind im Normalfall versicherte Schäden. Aber Achtung: Nicht jede sogenannte Allgefahrendeckung hält, was sie verspricht! Versicherungsbedingungen lesen heißt die Devise! Danach trennt sich die Spreu vom Sonnenweizen. Und gute Anbieter in Preis und Leistung gibt es durchaus. Bei einigen wenigen Versicherern findet man sogar noch begrenzte Erstattungen für sogenannte innere Betriebsschäden. Dies sind Schäden OHNE äußere Einwirkung auf die Solaranlage, und die sind normalerweise nicht erstattungspflichtig.

Weitere Stolpersteine

Ist der aufwendige Unterbau mitversichert? Wurde die Versicherungssumme inkl. Baunebenkosten ermittelt? Viele Versicherer wollen bei Antragstellung wissen, ob Sie die Anlage selbst montiert haben; seien Sie hier präzise in Ihren Aussagen! Und ist Ihre Anlage kreditfinanziert? Dann empfiehlt sich der Einschluß einer GAP-Deckung, die den Restkreditbetrag erstattet, wenn die Anlage nicht mehr, oder nur mit enormer Verspätung, wieder aufgebaut werden kann.

Das letzte Wort hat die Haftung!

Haftungsschäden sind nie kalkulierbar! Legen Sie sich also unbedingt eine Betreiberhaftpflichtversicherung zu. In neueren Privathaftpflichtpolicen ist diese oftmals beitragsfrei enthalten. Was kann schon passieren? Es brennt, die Feuerwehr löscht und ein Feuerwehrmann wird durch Stromschlag verletzt. Ist schon vorgekommen und kostet Sie im Ernstfall mehr, als der Verlust der Solaranlage.