Wärmepumpen richtig versichern

Wärmepumpen

Geschrieben von Olaf Misch

August 26, 2021

Wer heute baut oder modernisiert heizt sein Haus oft mit Alternativen zu Öl oder Gas. Neben der Pelletheizung haben sich auch Wärmepumpen als Heizung durchgesetzt. Aber ist diese über die Gebäudeversicherung mitversichert? Ein klares Jein!

Welche Gefahren sind versichert?

Gebäudeversicherungen decken heute viele Gefahren ab. Die Zeiten, da es nur um Schäden durch Feuer, Leitungswasser oder Sturm ging, sind lange vorbei. Moderne Gebäudeversicherungen sind vor allem „breit gestreute“ Risikoträger. Und die weitverbreitete Meinung, einen Altvertrag solle man auf keinen Fall ändern, da er in der Regel bessere Bedingungen hat als ein neuer, ist fast immer falsch!

Neue oder alte Police?

Moderne Policen leisten nämlich mehr als alte. Schäden durch grobe Fahrlässigkeit sind in Altverträgen meist außen vor. Schäden an Abwasserleitungen sind auch in Altverträgen oft nur im Haus versichert, außerhalb meist nur in geringen Summen, außerhalb des Grundstücks oft gar nicht. In neuen Policen sind diese Gefahren versicherbar, und sie sollten auch versichert werden.

Wärmepumpen automatisch mitversichert?

Wie sieht es nun bei Anlagen zur Energieerzeugung oder Wärmepumpen aus? Photovoltaikanlagen kann man über die Gebäudeversicherung mitversichern, die Bedingungen sind jedoch oft weit schlechter als bei einer ordentlichen Elektronikversicherung. Und Wärmepumpen? Die sind freilich gegen die herkömmlichen Gefahren mitversichert, also gegen Feuer, Leitungswasserschäden oder Sturmschäden. Und, sofern Sie das mitversichert haben, auch gegen Überflutung.

Und bei Diebstahl von Wärmepumpen?

Nun stehen die Wärmepumpen außerhalb des Hauses, meist im Vorgarten, oftmals zur Straße hin. Zahlt die Gebäudeversicherung denn, wenn die Anlage beschädigt oder gar gestohlen wird?

Klausel einschließen lassen

Wenn Sie diese Gefahren mitversichern wollen, müssen Sie eine Klausel dafür in Ihren Vertrag einschließen, sofern Ihr Versicherer das anbietet. Manche Versicherer haben dies auch standardgemäß in ihren Bedingungen stehen. Gegebenenfalls müssen Sie die Anlage als Wert anzeigen, und im zweiten Schritt die Klausel gegen weitere Gefahren in den Vertrag aufnehmen lassen. Je nach dem, wie Ihr Anbieter das intern umsetzt.

Wärmepumpen sind teuer!

Denken Sie daran, dass Ihre Immobilie mit allem Drum und Dran Ihr Vermögensgegenstand Nr. 1 ist. Der Versicherer kennt Ihr Haus nur vom Papier. Im Normalfall glauben Sie sicher, dass eine Beschädigung oder ein Diebstahl Ihrer Wärmepumpe in einer Wohngebäudeversicherung automatisch mitversichert sind. So ist es jedoch nicht! Der Schrecken ist am Ende groß, wenn Sie die Ablehnung eines Schadens aus dem Briefkasten ziehen.

Wie gehen wir vor?

Sind Sie bei uns versichert, finden Sie in der Regel folgende Klausel in den Bedingungen Ihrer Gebäudeversicherung vor: Beschädigungen an Luftwärmepumpen: Versichert sind Zerstörungen, Beschädigungen oder das Abhandenkommen
von Luftwärmepumpen aufgrund eines strafrechtlichen Tatbestandes. Auf die Pflicht zur polizeilichen Anzeige wird hingewiesen.

Bei bestimmten Gebäudearten gehen wir zu speziellen Versicherern. Hier müssen wir die Bedingungen bei Nutzung von Luftwärmepumpen im Antrag gesondert vereinbaren. Diese Klausel lautet dann: Versicherungsschutz besteht für Sachschäden (Zerstörung, Beschädigung) und ergänzende technische Gefahren, wie z.B. Bedienungsfehler, Konstruktions-, Material- oder Ausführungsfehler. Mitversichert sind auch die Mehrkosten nach einem Versicherungsfall für Primärenergie bis 2.000 Euro.

Wichtig ist uns, dass Sie bei Nutzung dieser innovativen Energieart auch ordentlich versichert sind. Weisen Sie uns bei Antragsaufnahme also bitte die auf die Heizungsanlage hin oder unterrichten Sie uns, bei laufenden Verträgen, über die Änderung der Anlage hinzu einer Wärmepumpe.

Photovoltaik und Solarthermie

Auch für Fotovoltaik und Solarthermie sind Besonderheiten zu beachten. Denn diese Anlagen sind nicht unbedingt automatisch über Ihre Gebäudeversicherung mitversichert. Zudem müssen Sie die Installation einer PV-Anlage dem Versicherer mitteilen, denn die Anlage stellt eine sogenannte Gefahrerhöhung dar. Der Versicherer hat ein zusätzliches Risiko zu kalkulieren, aber aber im Normalfall keine Mehrprämie ausmachen wird. Mitteilen müssen Sie es trotzdem, um Ihren Obliegenheiten nachzukommen. Löst nämlich eine PV-Anlage einen Brand an Ihrem Wohngebäude aus, sollte der Versicherer von der Anlage gewusst haben. Wenn nicht, könnte die Schadensabwicklung auf Schwierigkeiten stoßen.

Wir finden für Sie die passende Gebäudeversicherung! Buchen Sie hier direkt Ihren Wunschtermin.

 

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