ETF - eine teure Fehlentscheidung?
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ETF – Eat the Frog?

ETF - eine teure Fehlentscheidung?

ETF – friss den Frosch?

ETF – das Allheilmittel gegen Rediteritis, also Kursverlustängste? ETF´s sind der Frosch unter den Fonds, den es zu küssen lohnt? Taugen ETF wirklich als Langfristanlage, nur weil sie vermeintlich billiger sind als „normale“ Fonds? Und welche Anlegerrechte kauft man sich da eigentlich ein?

Definition ETF

ETF´s sind Anlagefonds die in einen Korb von Wertpapieren investieren? Ja, aber nicht immer! ETF´s sind passiv verwaltete Fonds und verzichten auf teures Management? Stimmt, mal mehr und mal weniger! ETF´s haben das Ziel, einen Index 1 zu 1 nachzubilden? Richtig, aber knapp daneben ist auch vorbei! Was ist nun der genaue Unterschied zwischen ETF´s und normalen Fonds?

Ein gewagter Vergleich

Stellen Sie sich vor, Sie schwärmen für einen 3-er BMW. Nun scheuen Sie jedoch die hohen Anschaffungskosten für dieses, zugegebenermaßen, schöne Auto. Sie weichen auf eine andere Marke aus, von der Sie wissen, dass sie sich technisch stark an BMW orientiert. Vorteil: Das Fahrzeug ist deutlich billiger in der Anschaffung und rein äußerlich dem 3-er durchaus ähnlich. Nachteil: Der Wiederverkaufswert liegt erheblich unter dem eines gebrauchten BMW, auch die Laufleistung eines BMW erreichen Sie damit eher nicht. Das Original selbst steht hier für den Fonds, die „Kopie“ für den ETF.

ETF: Botox in der Kapitalanlage?

Viele ETF sind sogenannte „synthetische“ ETF´s, also Anlageprodukte die NICHT direkt in eine Auswahl von Wertpapieren inverstieren, sondern in sogenannte Derviate oder Swaps. Wissen Sie, was das ist? Wenn nicht, sind Sie in guter Gesellschaft! Im Grunde sind nämlich „synthetische“ ETF in ihrer Zusammensetzung nur für absolute Fachleute zu verstehen. Viele dieser ETF´s schütten KEINE Dividende aus. Bezogen auf unser Beispiel oben heißt das: Der Wiederverkaufswert sinkt, die Rendite mindert sich erheblich. Denn Dividenden sind ein maßgeblicher Anteil am Ertrag Ihres Investments, oder sollten es zumindest sein.

Geiz ist geil?

Klar, ETF´s bilden einen Index nach, deshalb verzichten sie auf teures aktives Fondsmanagement. Ein passives Fondsmanagement gibt es trotzdem, denn die Nachbildung eines Index erfolgt nicht wie die unbefleckte Empfängnis, man muss etwas dafür tun. Der Fondsmanager aber hängt am Index wie ein Galeerensklave an der Kette. Und sinkt der Kahn, ist das sein Schicksal. Denn natürlich verhält sich ein Korb aus Wertpapieren oder selbst synthtischen Anlagen eher wie ein Schwarm Bienen: Bei Sonnenschein schwärmen sie aus. Heißt: Die einzelnen Anlagen verändern ihren Wert über den Index hinaus oder unterbieten ihn. Der Fondsmanager muss nun gewisse Anlagen verkaufen und andere einkaufen, um dem Index treu zu bleiben. Und das geschieht immer an bestimmten Stichtagen. Statistisch sieht das so aus:

ETF

Quelle: Dimensional

Verkauf von gebrauchten BMW´s nur am Quartalsersten

Im Grunde ist diese Stichtagsregel ein Preistreiber. Stellen Sie sich vor, gebrauchte BMW dürften nur an vier Tagen im Jahr verkauft werden. Was meinen Sie, was an diesem Tag mit dem Preis der Fahrzeuge geschieht? Einerseits geht er durch die Decke, für bestimmte Modelle fällt er ins Bodenlose.

Konzept vor Produkt – Markt vor ETF

ETF´s sind eine Möglichkeit. Besser jedoch ist ein echtes Konzept. Geringe Kosten, verzicht aufs Fondsmanagement, regelmäßige Gewinnsicherung, Ausschüttung von Dividenen, Abbildung des Gesamtmarktes – nicht nur eines gewissen Index. Das funktioniert auch ohne ETF. Wie, lesen Sie hier.