Newsletter von Ottokar

Newsletter von Ottokar

Mein Freund Ottokar will Influenzer werden. Er hat gelesen, damit werde man Erstens reich und Zweitens berühmt. Zunächst aber will er seine Ware verkaufen, am besten per Newsletter. Denn in seiner Scheune stapeln sich noch immer die Klopapierrollen bis zur Decke. Das Depot stammt noch aus dem ersten Lockdown, als wir alle der Meinung waren, wir würden den lieben langen Tag nichts anderes tun als schei…

Newsletter vom Ottokar

Die Sache ist die, sagt Ottokar, selbst Klopapier habe eine gewisse Lebensdauer. Mit der Zeit setze eine Art Verschei.. äh Verschleiss ein. Das heißt, es zieht Feuchtigkeit. Das Zeug muss also weg. Also doch am besten übers Internet verkaufen. Darum bastelt er seit vielen Nächten an seinem Onlineshop. Und er entwirft all diese digitalen Spielzeuge, die fürs Klopapiermarketing nötig sein sollen.

Onlinemarketing – ohne gehts nicht!

Natürlich sieht Ottokar sich heute Marketingfachmann. Deshalb legt er seinen Daumen gerne auf meine Wunde, die da ist, keine Ahnung vom Onlinemarketing zu haben. Obwohl man als Versicherungsmakler ohne Onlinemarketing heute etwa so modern ist wie eine Dampflok. Warum jagst Du keine Newsletter an deine Kunden raus? Das fragt er mich also.

Ich mag keine Newsletter

Ich mag die Dinger einfach nicht, murmele ich. Denn natürlich hab ich ein schlechtes Gewissen. Jedermann ist genervt von Newslettern, und ich ganz besonders. Und doch geht es angeblich nicht ohne. Aber meine Abneigung gegen diese moderne Form der Aufdringlichkeit ist zu groß. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, sage ich zu Ottokar, dass meine Kunden am Monatsende auf den Nägeln kauen, weil mein Newsletter verspätet erscheint. Vielleicht, wenn ich den selbst schreibe, er witzig und literarisch herausragend ist… Doch dazu fehlen mir Zeit und Muße. Moderne Newsletter sind für mich eben nur Massenware, die vorgekaute Inhalte den Lesern wieder und wieder vorwürgen.

Vertriebsdinosaurier

Ein Vertrieb der auf Newsletter verzichtet, ist zum scheitern verurteilt, wirft sich Ottokar in die Brust. Und für jemand, der sich mit der Internetkonkurrenz herumschlagen muss, sei ich sehr naiv, meint er.

Sagen wie lieber altmodisch, antworte ich.

Richtig, sagt er. Deshalb hältst du auch nichts von Videobotschaften.

Ja, antworte ich, denn ich bin ja kein Prediger der seine Gemeinde mit Glaubensbotschaften bei Laune halten muss. Wer wartet denn darauf, dass ich jeden Monatsersten mein stetig alterndes Gesicht in eine Kamera halte und belangloses Zeug labere? Die einzige wirkliche Neuigkeit die dabei herumkommt, ist die wachsende Fläche meiner Stirnglatze.

Aber Deine Kunden sind doch darauf gespannt, wichtige News zu erfahren. Zum Beispiel zum Thema Elementarversicherung! Ottokar schüttelt den Kopf. Du bist nicht nur altmodisch, du bist ein Dinosaurier.

Mag sein, lache ich. Und die haben auf der Erde Millionen Jahre gelebt. Länger, als die Menschheit je existieren wird. Und das ohne Newsletter zu lesen. Aber vielleicht war das der Grund ihres Aussterbens! Hätte sie doch nur jemand per Videobotschaft davor gewarnt, dass einst ein Meteorit die Erde treffen könnte!

Ich melke keine Kunden

Hand aufs Herz: Ich bin für meine Kunden da, wenn sie mich brauchen. Und in wichtigen Themen kontaktiere ich sie. Das wissen sie zu schätzen. Ansonsten lasse ich sie in Ruhe. Und auch das schätzen sie. Nennen Sie es von mir aus Vertriebsverkalkung, aber ich stehe dazu: Bei uns gibt´s keine Umsatzziele und ich „melke“ meine Kunden nicht Und genau so empfinde ich es, ich fühle mich gemolken, wenn ich nach einem Kauf plötzlich zum Werbeziel des Verkäufers geworden bin. Er bekommt den Hals nicht voll. Das aber ist nicht mein Problem!

Digitale Prostitution

Newsletter und Videobotschaften sind für mich vor allem eines: Digitale Prostitution! Die Dinger sind heute so personalisiert, dass sie den Empfänger glauben machen sollen, die Botschaft sei allein für ihn. Dabei bekommen tausende Andere das gleiche Menü vorgesetzt. Was wie persönliches Interesse am Menschen verkauft wird, ist nur billiger Beziehungskitt. Sie können Ihren Kindern tausend Euro Taschengeld im Monat zahlen. Wenn Sie sie nicht lieben, landen Sie am Ende doch im billigsten Pflegeheim.

Sag niemals nie

Man soll niemals nie sagen. Vielleicht zwingt mich der Lauf der Zeit dazu, die Sache auch anzugehen. Womöglich wollen Sie das eines Tages sogar? Wer weiß. Für den Moment jedoch liegt mir das fern. Auch wenn ich damit nicht zur vermeintlichen Vertriebselite gehöre.

Mein Freund Ottokar jedenfalls hat mir gestern einen persönlichen Newsletter geschickt. Klopapier im Sonderangebot. Dabei hat er mir letzte Woche 12 Rollen geschenkt. Ich könnte den Newsletter abbestellen. Doch zögere ich. Vielleicht legt er das als Unhöflichkeit aus? Und Höflichkeit, drauf lege ich ziemlich großen Wert. Bin ich damit also das perfekte Newsletter – Opfer?

Bleiben Sie uns gewogen, auch ohne Newsletter und Videobotschaften

Ihr

Olaf Misch

 

 

Lobbyist Ottokar

Lobbyist Ottokar

Mein Freund Ottokar will Lobbyist werden. Und zwar Lobbyist für Versicherungsmakler. Und ich soll das Versuchskaninchen spielen. Zugegeben, wir Versicherungsmakler hätten eine Lobby dringend nötig. Und mit seinen Argumenten mag er Recht haben. Doch was nützt heutzutage schon Logik? Politik wird heute mit Angst und Bauch gemacht. Und vom Verbraucherschutz.

Eine Todesversicherung?

Als Erstes, sagt mein Freund Ottokar, solltet ihr Versicherungsmakler das Kind beim Namen nennen. Lebensversicherung, zum Beispiel – was für ein Begriff! Die zahlt doch eher bei Eintritt des Todes. Todesversicherung wäre als Name logischer. Das ganze Konstrukt Lebensversicherung ist so unlogisch, dass es sich die Verbraucherschützer morgens aufs Brot schmieren um es dann zu vernaschen.

Lobbyist für Lebensversicherung

Nun, da hat der Ottokar Recht. Und die ewigen Änderungen in dem System machen es auch nicht besser. Die Alten unter uns wissen sicher noch davon: Einst zahlte man aus versteuertem Geld in eine Lebensversicherung ein. Sofern dann das Endalter erreicht wurde, gabs steuerfreies Bares. Nannte sich Kapitallebensversicherung. Feine Sache. Bis Verbraucherschützer dieses Modell zum legalen Betrug deklarierten. Aber nicht wegen der Steuer. Denn die ist dem Verbraucherschutz egal. Oder hast Du schon mal irgendwo gelesen, dass der Verbraucherschutz die Regierung wegen der Steuerverschwendung angeht? Dabei wäre das wirklicher Verbraucherschutz.

Verschleierte Berechnungsmethoden

Die Kritik des Verbraucherschutz an der klassischen, kapitalbildenden Lebensversicherung war nicht ganz unberechtigt. Die Produktkosten waren oftmals gigantisch. Und die Risikoabschläge für die Todesfallabsicherung waren so gut in den Produkten versteckt, dass sie niemand herauslesen konnte. Das war von den Versicherern auch gewünscht. Denn deren Klinkenputzer sollten Produkte entsorgen, nicht Kunden bereichern. Wir Versicherungsmakler haben unseren Kunden immer schon vorgerechnet, dass eine Risikolebensversicherung billiger und eine Rentenversicherung rentabler ist. Deshalb sind wir bei den Ausschließlichkeitsvertrieben der Versicherer, ich nenne die Klinkenputzer, sehr unbeliebt. Seltsamerweise aber hat der Verbraucherschutz stehts uns Makler im Visier. Unlogisch wie alles in diesem Zusammenhang.

Legaler Betrug

Was ist nun übrig geblieben, vom sogenannten legalen Betrug? Am Rande: Die Wortverbindung legaler Betrug ist eher legaler Unfug. Die Einseitigkeit der Kritik der Verbraucherschützer könnte man auch als steuerfinanzierte Blindheit bezeichnen, wenn man bei solch unpassenden Vergleichen mitspielen will. Aber natürlich gibt es auch heute noch Lebensversicherungen. Die Kapitallebensversicherung jedoch hat ausgedient. Erstens, weil der Rechnungszins das Modell plattgemacht hat. Und zweitens sicher wegen des Wortteils Kapital. Denn der Kapitalismus ist, trotz nachweislicher Erfolge für die ganzer Welt, nicht mehr so sexy. Heute, wo alles nachhaltig, grün und unisex ist, wer will da noch Produkte anbieten, deren Bezeichnung aus dem Kommunistischen Manifest entlehnt sein könnten.

Formen von Lebensversicherungen

Machen wir unlogisch weiter: Lebensversicherung heißt alles, was wie eine Lebensversicherung kalkuliert wird. Deshalb fallen verschiedene Verträge darunter, die im ersten Blick nicht nach Lebensversicherung klingen.

  • Pflegerentenversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Schwere Krankheiten Versicherung
  • Grundfähigkeitsversicherung
  • Erwerbsunfähigkeitsversicherung
  • Risikolebensversicherung
  • Rentenversicherung (verschiedener Spielarten)

Lobbyist Ottokar hat eine bessere Idee

Weißt du, man müsste das ganze System einfach ehrlicher machen, meint mein Freund Ottokar. Er als unser Lobbyist würde und Maklern empfehlen unsere Berufsbezeichnung abzulegen. Makler, das klingt nach Ziegenbock und Holzschutzlasur. Wir sollten uns lieber umbenennen in Versichertenschützer. Aus dem Name ginge dann einwandfrei hervor, dass wir im Sinne unsere Kunden zu handeln haben. Und dann will er erleben, wie der Verbraucherschutz weiter auf uns rumhacke. Still schüttele ich den Kopf. Wenn von zehn Latten am Zaun eine faul ist, dann nützt kein noch so langer Nagel. Und solange in unserer Branche, unterstützt von Versicherern und dummen Vorgaben der Politik, Vertriebe mit Druckmethoden auf Erfolg getrimmt werden, bleibt unser Ruf erhalten.

Was tun? Auch Lobbyist werden?

Ottokars Idee ist natürlich, wie alles was er anfasst, am Ende im Sande verlaufen. Als unabhängiger Versicherungsmakler können wir nur hoffen, die Qualität unserer Arbeit wird Sie überzeugen! Um immer besser zu werden, gehören wir verschiedenen Verbänden an. Zum Beispiel der Arbeitsgemeinschaft unabhängiger Versicherungsmakler e.V., dem Bundeverband Deutscher Versicherungsmakler und der Vema e.G.. Testen Sie uns einfach!

Ottokar investiert nachhaltig

Ottokar investiert nachhaltig

Nachhaltig investieren ist der Renner. Geht etwa so gut wie Klopapier im März 2020. Gibt einem ja auch ein warmes Gefühl im Bauch, was Gutes zu tun. Fast so wie der Euro, den ich in diverse Geigenkästen werfe. So musste dieser Trend natürlich auch meinen Freund Ottokar mit sich reißen. Weshalb der wieder mal bei mir landete, im wahrsten Sinne des Wortes, aufm Flugfeld, mit seiner zweimotorigen, wo ich ihn abholen durfte.

Mein Geld soll Gutes tun, sagt Ottokar.

Da hätte ich eine Idee, antworte ich: Du könntest mir ein größeres Auto schenken, dann würdest Du dir in meinem nicht die Knie am Armaturenbrett blutig scheuern.

Darauf geht Ottokar aber gar nicht erst ein. Also ich will natürlich meine Finger nicht in der Waffenproduktion stecken haben, oder das Klima killen, weißt du? Oder Microplastik ins Meer kippen. Kannst du mir sowas beschaffen? 

Diversi… was? Hauptsache nachhaltig!

Ja, natürlich. Solls denn auch breit diversifiziert sein?

Nein, bloß nichts mit Chemie! Auch keine Düngemittel. Alles Bio!

Ich meine diversifiziert, als breit gestreut. Das ist so wie bei deinen Immobilien, die sind ja auch übers ganze Land verstreut.

Achso, ja, nein…. das ist völlig egal. Hauptsache nachhaltig. Sagt er und setzt die Anderhalbliterflasche Cola an den Hals.

Main stream macht das Leben leichter

Vorbei die gute alte Zeit, in der ein Anleger auf die Gewinne schielte. Nie war Anlageberatung leichter: Kein Gezeter mehr um schlechte Performance. Eigentlich könnte ich jeden Schrott verkaufen, solang keine Biene dabei stirbt. Schwierig wird’s nur wenn ausgediente Generatoren aus Windrädern womöglich mal in russischen Flugzeugträgern Verwendung finden. Obwohl die Deutschen inzwischen ja wieder in Scharen den roten Stern anbeten. Ist vielleicht also doch nicht so schlimm, der russische Flugzeugträger.

Nachhaltig leben … igitt!

Hör mal, sage ich, wegen nachhaltig anlegen… Wie siehts denn sonst so aus mit der Nachhaltigkeit?

Ottokar strahlt: Ich bin voll umweltbewußt, hier Pfandflasche, schau? Und er tippt auf die leere Colaflasche.

Naja, und die 450 PS unter der Motorhaube? wende ich ein.

Brauch ich, wegen Anhängerbetrieb, mit dem Boot ans Mittelmeer, weißt du doch.

Richtig. Nur sonntags am Backstop, da hängt das Boot nicht am Auto.

Ja für die paar Meter häng ich das da nicht dran.

Könntest auch das Rad nehmen.

Ich steig ungern mit dem Schlafanzug aufs Fahrrad.

Oder das E-Bike.

Würde ich schon gerne, nur das farblich passende Trikot ist im Moment nicht lieferbar. Erst nächstes Jahr wieder.

Das erklärt natürlich alles!

Was ist nachhaltiges Investment? 

Nachhaltig investieren schlägt zwei Fliegen mit einer Klatsche. Versucht es zumindest. Es soll die Geldströme in Unternehmen lenken, die nachhaltig arbeiten oder eben bestimmte Kriterien dazu erfüllen. Ein wichtiges Indiz ist der sogenannte ESG-Faktor.

E kommt von Environmental, was Umwelt heißt. Dabei geht es um die Reduktion von Treibhausgasemissionen oder die Steigerung der Energieeffizienz. Auch um die Senkung der Umweltverschmutzung und des Wasserverbrauchs.

S steht für Soziale Verantwortung. Also z. B. Ehrenamtliches gesellschaftliches Engagement und Einhaltung von Menschenrechten und fairen Arbeitsbedingungen. Auch globale Partnerschaft
mit SOS Kinderdörfern werden berücksichtigt.

G heißt Gute Unternehmensführung (Governance). Dabei geht’s um Korruptionsbekämpfung, Datenschutz und -sicherheit, Vertrauen und Transparenz.

Nachhaltige Entwicklung bedeutet langfristige ökonomische Wertschöpfung, verbunden mit einem vorausschauenden Konzept für ökologische Selbstverpflichtung, soziale Verantwortung und gute Unternehmensführung.

Ottokar entdeckt die Nachhaltigkeit

Ottokar hat dann in der Tat nachhaltig angelegt. In ein eigenes Projekt. Sonntags am Backstop steht er vor mir. Ich steige vom Fahrrad und gehe nach vorn um den Schwaden aus seinen zwei Doppelauspuffrohren zu entgehen.

Schau mal, grinst er und zeigt auf seine Brust, neuer Pyjama. Und nebenbei bestellt er seine Brötchen am Autoschalter.

Schick, sag ich.

Hab einen Container voll davon aufm Hof stehn, direkt aus Fernost, verkloppe ich online, läuft wie geschmiert. Willste einen?

Nein danke. Bin Naturist. Seide?

Voll die Seide. Aber Bio natürlich. Und Fairtraid.

Also nachhaltig?

Klar, was sonst? Nachhaltig. Lacht, schnappt seine Brötchen und gibt Gas.

 

Ottokar sorgt vor

Ottokar sorgt vor

Man muß mit dem Trend gehen, sagt mein Freund Ottokar. Denn wer nicht vorsorgt, der hat verloren. Da hat er recht, finde ich. Ottokar sorgt vor, nur eben nicht da, wo´s eigentlich sein müßte.

Corona sorgt für Trends

Unsereiner kann sich noch an die Neue Deutsche Welle erinnern, oder an die Dauerwelle. Heutzutage schlägt Corona Wellen, und die sogenannte zweite Welle. Und deshalb sagt mein Freund Ottokar, er müsse vorsorgen. Ganz neue Töne von ihm, denn Vorsorge war ja nie sein Thema. Zumindest wenn es um Altersvorsorge oder ähnliches geht. Heuer aber findet Ottokar, man kann nie früh genug an später denken, und kauft Klopapier.

Klopapier bis zur Jahrhundertwende

Ottokar winkt ab, wenn ich wieder mal mit dem Thema Rente auftauche. Ach hör auf, sagt er, so alt werde ich doch nimmer.

Und wenn doch? Frage ich.

Ja, dann wird das schon irgendwie gehen.

Von welchem Betrag wirst du denn später leben müssen?

Er überlegt… Weiß nicht genau. Na fast so viel wie jetzt, oder? Aber leg den Taschenrechner gleich wieder weg, ich hab jetzt keinen Nerv für sowas. Muss einkaufen!

Shoppingtour durch Ostdeutschland

Da die Infektionszahlen im Herbst 2020 im Osten geringer sind, fährt Ottokar also rüber nach Thüringen und klappert Supermärkte ab. Nach Klopapier. Und Tomaten in Dosen. Nach zwei Nächten im Auto, am Rande irgendwelcher Waldstücke, trudelt er wieder Zuhause ein und entlädt den Anhänger. Einen Zweiachser. Mit Hochplane. Ich staune. Die Garage füllt sich.

Wie viel ist das, will ich wissen.

12.000 Rollen, grinst Ottokar. Dreilagig natürlich. 250 Blatt je Rolle. Dan holt er den Rechner aus der Hosentasche. Macht 3 Mio Blatt. Bei etwa neun Blatt je Sitzung, oder sagen wir großzügig 12 Blatt, reicht das für 250.000 Sitzungen. Also rechnerisch, und dann überlegt er…. wie lange rechnet ihr Versicherungsleute immer an Restlebensdauer?

Bei dir bis 96, sag ich. Wenn du ohne Darmverschluß durchkommst.

Haha. Naja, das Papier reicht mir jedenfalls 228 Jahre, bei drei Sitzungen täglich. Da ist ein gewisser Überschiss… äh schuss vorhanden. Du sagst doch selbst immer, dass ich für die Zukunft sorgen muss. Und rechnen soll ich ja auch ständig.

Das stimmt, und du kannst immerhin das Klopapier später verkaufen, denn von irgendwas mußt Du als Rentner ja leben.

Rückdeckung sorgt für Sicherheit

Ottokar schaut mich groß an! Das ist DIE Idee, und er haut mir auf die Schulter.

Ottokar sorgt sich

Ich schlage vor, 180 Jahre von seinem Klopapier abzuziehen. Das gäbe 9460 Rollen als Anlage heute. Im Moment kostet die 8 – Rollen Packung ca. 2 Euro.

Wie rechnen wir das hoch, für die Zukunft?, fragt er.

Ich zucke die Schultern. So wies aussieht, haben wir ja schnell die Hosen voll, da dürfte die Nachfrage auf hohem Niveau bleiben. Nehmen wir an, der Preis steigt um 3 Prozent jährlich für 20 Jahre. Und danach beginnst du mit dem Abverkauf. Ich zücke den Taschenrechner. Deine 9460 Rollen sind in 20 Jahren 34.171 Euro wert.

Steuerfrei?

Schei… auf die Steuer:)

Und welche Rente ziehe ich dann da raus, sagen wir über 25 Jahre?

Bei der gleichen Steigerung von drei Prozent?

Klar, oder wird sich die Lage verbessern?

Sind dann 161 Euro im Monat.

Und davon soll ich leben? Ottokar wird blass.

Die Rente reicht nicht

Jeder weiß das, auch Ottokar. Im Nachgang durfte ich ihm dann endlich mal ausrechnen, wie es bei ihm mit 67 aussehen wird. Auf dem Konto. Seine Gesichtsfarbe ist ins grünliche gewechselt. Ob er je etwas daran ändern will?

Letzte Woche trafen wir uns wieder. Und, Rente, frag ich. Was machen wir nun?

Er grinst mich an. Tolle Idee, strahlt er. In Holland gibts ne Firma, die verkaufen Grundstücke aufm Mond. Wenn die Kolonisierung beginnt, kann ich das für viel Geld abstoßen.

Irre, sag ich. Was hast du bezahlt dafür?

10.000 Rollen Klopapier. Die sagen, wer weiß, was aus dem Euro wird. Aber ich muß los, nach Thüringen.

Und dann springt er ins Auto und rast mit hinterherschlingerndem Anhänger los.

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Ottokar zertrümmert Bankfiliale (fast)

Ottokar zertrümmert Bankfiliale (fast)

Nennt ihn meinethalben Ottokar. Natürlich ist der Name gefälscht, um seine Identität zu schützen. Die freilich auch nur erfunden ist, um davon abzulenken, dass es ihn vielleicht doch gibt. Wir sind uns übrigens zum ersten Mal beim Geldabheben in einer Bankfiliale über den Weg gelaufen.

Flucht aus der Bankfiliale

Das heißt, eigentlich bin ich geflohen. Vor seinem Hund. Der war übrigens nicht versichert. Und das haben wir dann geändert. War auch nötig, weil der Hund die halbe Schalterhalle zerlegt hätte. Wenn die Automatiktüre nicht gewesen wäre. Der Hund hört übrigens ganz klassisch auf den Namen Bello, zumindest wenn er laut genug angeschrien wird.

Grob fahrlässig Geld abheben?

War es nun grob fahrlässig, den Bello an den Fahrradständer vor der Bank anzubinden? Weil der Ständer nicht ins graue Pflaster einbetoniert war? Und weil ein unter Laktoseintolleranz und ADHS leidender, hyperaktiver Bernhardiner mit ausgeprägtem Hang zur Hysterie diesen ganz leicht ins Bankgebäude hinter sich her schleifen kann? Auch im Galopp! Trotz der zwei Damenräder die daran angeschlossen waren? (Eines davon mit seltsam riechenden Kindersitz).

Beton – nichts ist sicherer

Grobe Fahrlässigkeit konnte dem Ottokar nicht vorgeworfen werden, denn ein massiver Fahrradständer gilt als hinreichende Sicherung für einen Hund. Zumal das tiefenpsychologische Gutachten über Bellos ADHS und Hysterie damals noch nicht getippt war, Ottokar also von einem völlig normalen, zentnerschweren Bello ausgehen konnte. Die Hundehaftpflichtversicherung hätte also die zertrümmerte Automatiktüre im Eingangsbereich bezahlt. Und den Schaden an dem (zum Glück sehr massiven) Betonpfeiler, an dem das ganze Gespann dann hängen blieb. Bevor es abbiegen konnte um hinter den Bankschaltern mal den Boden zu pflügen. Fraglich bleibt, ob auch der Polizeieinsatz bezahlt worden wäre. Und die Kosten für den Notarzt der die Bankangestellte zu trösten hatte, weil sie in Ohnmacht gefallen war, nach dem Drücken des Überfallnotknopfes.

Sponsoring zahlt sich immer aus

Das alles spielt aber ohnehin keine Geige, denn der Bello war zu dem Zeitpunkt gar nicht versichert. Die zertrümmerten Fahrräder und den übelriechenden Kindersitz, der in Fetzen an der Automatiktüre hängen blieb, zahlte Ottokar aus der Portokasse. Die Automatiktüre hat die Bank stillschweigend richten lassen, auf eigene Kosten. Weil der Ottokar eine Art Sponsor der Bank gewesen ist. Das waren noch Zeiten damals, kurz nach der Jahrtausendwende. Wir Ältere erinnern uns noch an etwas, das hieß Zins. Und der Ottokar hatte wohl ne ganze Menge davon auf eben dieser Bank herumliegen. Hatte.

Happy End ohne Bankfiliale

Nun, nach dieser Aktion schaffte der Ottokar für den Bello eine Hundehalterhaftpflichtversicherung an. Nicht in jedem Geschäft gibt’s massive Betonpfeiler, in meinem Büro schon mal gar nicht. Der Ottokar ist nämlich danach so eine Art Sponsor für mich geworden. Und damit war die Welt wieder ein wenig gerettet. Der Hund versichert, der Fahrradständer einbetoniert und Zinsen gibt’s ja inzwischen auch keine mehr. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

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